Blogtober

17. Blogtober – Die Suche nach dem „richtigen“ Kinderarzt

Ein eindrucksvoller Gastbeitrag von Lisa Sons!

Die Suche nach dem „richtigen“ Kinderarzt – Unser persönlicher Weg mit Stoppschild und Abbiegung  

Durch meine Vorgeschichte als Kinderphysiotherapeutin und dem damit engen Kontakt mit vielen Ärzten im Umkreis, mein Mann ist Physiotherapeut und Osteopath, haben wir uns schon in der Schwangerschaft darüber Gedanken gemacht, welcher Kinderarzt/ärztin denn für uns in Frage kommt. Was ist uns wichtig ist, was genau erwarten wir? Was sind unsere Kriterien zur Auswahl? Damals waren für uns schnelle Erreichbarkeit, kurze Wartezeiten, kindgerechter Umgang, nette Rezeptionskräfte und natürlich auch das Fachwissen des Arztes von Bedeutung. Wichtig war auch, dass wir die U2 dort durchführen lassen können, denn unser Sohn kam im Geburtshaus zur Welt. Wir informierten uns und entschieden uns für einen jungen Arzt in unserer Stadt. Er kam aus einer Kinderklinik mit wirklich gutem Ruf. Ich kannte die Praxis von früher, war selber als Kind bei seiner Vorgängerin. Unser Fahrweg dorthin war kurz, die Terminvergabe zügig und die Wartezeit mit kleinem Säugling adäquat. Soweit so gut. 

Wir hatten uns vorher schon überlegt, wie wir kommunizieren, dass auch wir beide vom Fach sind, so dass der Arzt sich nicht völlig überrumpelt fühlt und gleichzeitig klar ist, dass wir einfach Wissen und Erfahrung vor allem in der Entwicklung mitbringen und welche Untersuchungsarten (z.B wir wollten keine Voita Lagereaktionen) und auch Impfungen für uns nicht in Frage kommen. 

Unsere persönliche Erfahrung als Eltern 

Ok gesagt getan, unser Sohn kam zur Welt, 1. Termin die U2 stand an. Unser Sohn gerade 10 Tage alt, wir frischgebackene Eltern schwankend zwischen Wissen, Intuition und einfach kompletter Lebensveränderung, ich selber eigentlich noch nur mäßig fit aufgrund einer noch schmerzhaften Geburtsverletzung. Wir wurden nett begrüßt, es gab keine Rückfragen auf unsere Infos, dass wir vom Fach sind und mit kurz hochgezogenen Augenbrauen wurde erstmal akzeptiert, was wir nicht wollten. Im Verlauf der Untersuchung wurden unserem Sohn Hackenfüsse attestiert. Physio schicken sei ja nicht notwendig, behandeln könnten wir ja selber war die Info. Mh ich spürte erste Irritationen, erstens über den Befund und zweitens über die Aussage. Im Gespräch mit meinem Mann hinterher, war dies für uns beide die erste Situation in der wir für uns die Frage stellten, ob wir dort denn richtig sind. Als kurze Nebenanmerkung möchte ich sagen, dass wir beide immer an Austausch interessiert sind und unser Kind nicht selber therapieren würden, sondern immer andere mit ins Boot holen. Wir ließen dies in dem Moment unkommentiert, denn wir fühlten uns auch irgendwie unsicher, was wir wie sagen sollten. An der Anmeldung bekamen wir dann einen Termin zum Impfen und einen Infozettel über die Empfehlungen der Stikko zum impfen. Mmmhhh nächste Irritation, denn hatten wir ja gerade deutlich gesagt, dass wir Rotar-viren auf keinen Fall impfen und nach unserem Wissen immer ein ausführliches, seperates Impfaufklärungsgespräch erfolgen sollte. Rest besprechen wir dann bei der U3 hieß es von Seiten der Arztpraxis, ja ok erstmal kein Problem für uns. In der Zwischenzeit holten wir uns selber Infos zum Impfen ein, wir lasen unzählige Bücher, forschten im Internet, wir machten einen Online Kongress zum Thema Kindergesundheit bei den Glücksknirpsen, wo auch viel über Impfen und Behandlung auf Naturbasis gesprochen wurde. Immer klarer wurde uns, dass die Naturheilkunde ein Schwerpunkt in der Behandlung sein muss und auch, dass wir wenn überhaupt, viel später und verändert impfen lassen würden. Wir also zur U3 wieder hin. Unser Sohn hatte schon länger eine röchelnde Nase, die Empfehlung waren Nasentropfen und inhalieren mit Salbutamol. Ok das hat mit Naturheilkunde nix zu tun. Wieder wurde zum Impfen angesetzt ohne Aufklärungsgespräch. Denn dies sei ja nicht nötig und würde ja keiner bezahlen, bekamen wir als Antwort auf unser Nachfragen. Auch unsere weiteren Fragen zu den Impfstoffen, Wirksamkeit usw. konnten nicht beantwortet werden. ( Auch hier ein Zusatzbeitrag: Kinderärzte müssen nach meinem aktuellen Wissenstand keine zusätzliche Fortbildung machen, um impfen zu dürfen. Schade irgendwie denke ich,  zumindest Wissen sollten sie darüber haben oder?) Weiter ging es in der Untersuchung damit, dass trotz Notierung im U Heft, dass wir ausdrücklich keine Vojta- Lagereaktionen wünschen, dazu angesetzt wurde und wir natürlich den Arzt sofort unterbrachen. Kommentar vom Arzt war : was er denn dann sonst tun solle? Also mir fiele da schon einiges ein. Zum Vergleich, dauert ein Entwicklungs-Befund bei mir in der physiotherapeutischen Diagnostik 30-45 Minuten. Puh ok, jetzt waren wir maßlos irritiert, verunsichert und es entstand ein deutlicher Widerstand in uns weiter dort in der Praxis zu bleiben. Wir fuhren verwirrt und auch etwas verärgert nach Hause und tauschten uns intensiv aus was wir erlebt hatten und was wir für uns und unseren Sohn so wollten. Durch Zufall erfuhren wir kurz darauf, dass wir in beiden Familie eine Menge Kontraindikationen zum impfen hatten und entschieden uns daraufhin unseren Sohn nicht zu impfen. 

Doch was nun? Denn in dieser Praxis fühlten wir uns nicht wohl und hatten kein Vertrauen in die Kompetenz und in die Bereitschaft des Austausches und Lernens des Arztes. Wie wäre es denn wenn unser Sohn eine der Krankheiten bekäme? Wüsste dieser Arzt woran man die erkennt? Und eben nicht nur aus einem Buch, denn das wusste ich auch. Ich rief in der Kinderarzt-Praxis an und meldete uns ab und zeitgleich gingen wir also auf die Suche nach einem Arzt,  der uns darin unterstützt nicht zu impfen, der vor allen Dingen erstmal ein Aufklärungsgespräch macht, denn wir wollten für diese Entscheidung wirklich ausführlich informiert sein. Dafür wünschten wir uns einen Arzt mit Erfahrung und eine kompetente Begleitung mit Interesse an Austausch auf Augenhöhe. Die Suche war echt schwierig, denn im Umkreis gab es keinen mir bekannten Arzt, der unsere Anforderung erfüllte. Durch meine Arbeit wusste ich zum Glück von einem Kinderarzt  ca 30 Minuten Fahrt entfernt, der eine Privatpraxis hat und eben wie oben beschrieben arbeitet. Nach kurzem Austausch mit meinem Mann, rief ich dort an und bat um ein Gespräch. Dieser Termin dauerte ca. 1,5 Stunden und wir bekamen eine ausführliche Impfberatung, vor allem unsere Risikofaktoren wurden notiert und alle unsere Fragen wurden zu unserer Zufriedenheit beantwortetet. 

Pure Erleichterung und volles Vertrauen 

Als wir die Praxis verließen spürte ich die Riesen Anspannung und auch Sorge von mir abfallen. Ich war soooo erleichtert, mir fiel ein so dicker Stein vom Herzen. Wir fühlten uns bestmöglich aufgehoben, unterstützt und kompetent abgeholt. Und jetzt die Frage nach den Kosten, denn Privatpraxis bedeutet wir zahlen die Termine und Untersuchungen selber. Unser Kinderarzt machte uns Mut und erzählte uns, dass ungeimpfte Kinder und nur auf Naturbasis behandelt, nur sehr selten außerhalb der U Untersuchungen kämen, so dass die Kosten im Rahmen bleiben würden. Jap und genau so ist es, wir waren bisher 1mal außerhalb der Reihe da, ansonsten in 3 Jahren zu den U`s. Eine U kostet je nach Umfang zwischen 30-50 Euro, also weniger als ein Abendessen auswärts zu zweit, außer man geht zu Mc Donalds, was nicht wirklich unserem Verständnis von gesunder, artgerechter Ernährung entspricht.  Das Geld ist es uns sowas von Wert, uns wohl und sicher zu fühlen, kompetent begleitet zu werden und vor allem zu sehen, dass unser Sohn auf Augenhöhe behandelt wird. Und obwohl unser Kinderarzt unseren Sohn bisher 4 mal gesehen hat, hat er sehr schnell erkannt, dass er ein Autonomes und Gefühlsstarkes Kind ist und unterstützt uns sehr darin, unseren Weg zu finden. 

Unser Umfeld war übrigens meist irritiert und hat nicht verstanden, dass wir den Kinderarzt gewechselt haben und diesen auch noch privat bezahlen. Auch das gehörte zu unserem Lernfeld dazu, uns klar von dem abzugrenzen, was Andere denken was gut oder schlecht ist und uns zu kritisieren. 

Fazit:

Schaut hin, fühlt in euch rein. Es lohnt sich sehr nur bei der kleinsten Irritation oder einem Widerstand zu schauen ob der Arzt und die Behandlungsmethoden wirklich das Richtige für Euch sind. Ihr seid kompetent und die Experten für euer Kind/ eure Kinder, lasst euch das von bitte nicht klein reden. Ich wünsche euch von Herzen, dass es euch mit eurem Kinderarzt auch so gut geht wie uns!

Über Lisa Sons:

Ich heiße Lisa, bin 34 Jahre alt, seit 7 Jahren mit meinem Mann zusammen und seit 5 Jahren verheiratet. Wir haben einen dreijährigen Sohn und erwarten im November unser 2. Kind. Seit 8 Jahren lebe ich mit einer Angst und Panikstörung und habe durch sie zu mir selber gefunden und sehe sie als Chance mein Leben selber zu erschaffen und zu gestalten. 
Ich bin Kinderphysiotherapeutin und Bobath-Therapeutin und arbeite seit über 12 Jahren vor allem mit Säuglingen, Kleinkindern und ihren Eltern mit der Spezialisierung auf Diagnostik, Entwicklung und Beratung/ Begleitung. Ich liebe es das Leben andere schöner und leichter zumachen und das ist mein Wunsch besonders für alle Familien. Ich plane aktuell ein Angebot, das Familien ganzheitlich, bindungs- und bedürfnisorientiert in allen Fragen zur psychomotorischen Entwicklung ihres Kindes begleitet. Ich lebe in der Haltung und mit der Sprache der Gewaltfreien Kommunikation und dies ist auch ein Schwerpunkt meiner Arbeit. Auf meiner Homepage lebendigundfrei.com (befindet sich gerade um Umzug) erfahrt ihr mehr über mich und meine Familie, meinen Weg raus aus Angst und Panik und meine Beratungsangebote. Außerdem bin ich aktiv bei Facebook und bei Instagram auch unter lebendigundfrei. 

Photo by Jessica Rockowitz on Unsplash

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