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Gefühle Archive - Mama hat AuDHS https://postnatalewelt.de/blog/category/gefuehle/ Mein Leben mit der Autismus & ADHS Kombi Mon, 19 Apr 2021 16:52:06 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.6.5 Wie der Suizid meines Bruders alles änderte https://postnatalewelt.de/blog/2021/04/13/wie-der-suizid-meines-bruders-alles-aenderte/ https://postnatalewelt.de/blog/2021/04/13/wie-der-suizid-meines-bruders-alles-aenderte/#respond Tue, 13 Apr 2021 09:48:28 +0000 https://postnatalewelt.de/?p=670 TRIGGER-Warnung: Ich schreibe über Suizid, Trauer und Tod.
Das ist der schwierigste, traurigste und befreiendste Blogbeitrag den ich je geschrieben habe. Für mich ist das Schreiben über meine Gefühle eine Therapie. Aber dieser Blogbeitrag ist nicht nur für mich, er ist auch für Dich mein kleiner Bruder. Ich vermisse Dich so unglaublich!

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TRIGGER-Warnung: Ich schreibe über Suizid, Trauer und Tod.

Das ist der schwierigste, traurigste und befreiendste Blogbeitrag den ich je geschrieben habe. Für mich ist das Schreiben über meine Gefühle eine Therapie. Aber dieser Blogbeitrag ist nicht nur für mich, er ist auch für Dich mein kleiner Bruder. Ich vermisse Dich so unglaublich!

Gehen wir zurück zu dem Tag an dem ich die Nachricht bekam: der 16. Dezember 2020.
2020 war sowieso schon ein seltsames Jahr. Erst Corona (ja, ich weiß, das böse C-Wort!), dann starb meine geliebte Oma an ihrer dritten Krebserkrankung. Sie war so eine starke Frau! Mich wurmt es bis heute, dass ich mich über FaceTime verabschieden musste und meinen Bruder auf der Beerdigung nicht umarmt habe. Da hatte ich ihn das letzte Mal lebend gesehen. Am 22. September kam schließlich meine zweite Tochter auf die Welt in dieser wunderbar überwältigenden Hausgeburt. Das Wochenbett und die Zeit darüber hinaus waren sehr anstrengend und der Alltag teilweise kaum zu bewältigen. Aber das ist eine andere Geschichte – für diese ist eigentlich nur wichtig zu wissen, dass ich sowieso schon überlastet und überfordert war.

Die schreckliche Nachricht

Am 16. Dezember also sollte sich alles ändern. Ich hatte sowieso schon ein schlechtes Gewissen, weil meine (andere) Oma ihren 80. Geburtstag feierte und ich noch nicht angerufen hatte. Es kündigte sich mit einer WhatsApp-Nachricht von meinem Vater an: “Ist Dennis gerade bei dir?”
Irgendwie seltsam, kein Hallo und nix – hatte wer von uns beiden was angestellt und ich hatte es nicht mitbekommen? In mir machte sich ein seltsam flaues Gefühl in der Magengegend breit. Ich antwortete: “Ja der ist im Home-Office. Wieso?” Mein Vater: “Können wir telefonieren?” Ich: “Klar”
Ich war mir ziemlich sicher, dass irgendetwas nicht stimmte. Dann klingelte mein Handy und Papa hörte sich irgendwie leise und bedrückt an. Er bat mich darum mich hinzusetzen, also nahm ich am Wohnzimmertisch Platz und bestätigte dies. Dann erzählte er es mir: “Es ist etwas schreckliches passiert… Der Max hat sich umgebracht.” Stille. Ich starrte ins halbdunkle Wohnzimmer und versuchte in meinem Gehirn irgendwie einzuordnen was ich gerade gehört hatte. Meine Gedanken sprangen zu meinen beiden Brüdern Max und Felix, irgendwie brachte ich das Gesagte nicht mit meinem Bruder zusammen. Ich brachte nur ein ersticktes “Was?” heraus. Und ich glaube dann sickerte es langsam durch und ich fragte mehrmals nach, sagte immer wieder “Nicht mein Max!”. “Was hat er denn gemacht?” Er hatte sich ein Hotelzimmer genommen, sich seinen Anzug angezogen und mit Helium erstickt. Mein Vater weinte, ich weinte… es war ein einziger Schock. Ich lief mit dem Handy irgendwie im Wohnzimmer umher und konnte keinen klaren Gedanken fassen. Das konnte und wollte ich nicht glauben! Nachdem wir noch ein wenig geredet hatten kamen wir drauf: Mama weiß es noch nicht! Scheiße, sie feierte gerade bei meiner Oma den Geburtstag und hatte keine Ahnung. Felix hatte es durch die Polizei und einen Seelsorger erfahren, mein Vater genauso. Meine Mutter hatten sie noch nicht benachrichtigen können, da sie ja nicht zu Hause war. Von mir hatte die Polizei keine Adresse, daher übernahm mein Vater den Anruf. Dennis kam im Laufe des Gesprächs aus dem Büro runter und legte die Hände auf meine Schultern, später redete er noch mit Papa am Handy. Mein einziger Gedanke im Kopf war – was ist mit Mama? Was – wie machen wir das bloß? Außerdem erzählte Papa, dass es einen Abschiedsbrief gebe, aber da stehe nicht drin warum mein Bruder sich getötet hatte. Er sendete mir ein Foto davon. Ihn zu lesen war schrecklich, aber auch ich fand keinen Anhaltspunkt: Warum?

Zusammenhalt

Es war Abend und meine Mama wohnt 1 1/2 Stunden entfernt. Ich wollte nicht, dass sie alleine ist, wenn die Polizei und der Seelsorger sie besucht hatten. So beschlossen wir, dass Dennis mit Emily losfahren und sie zu uns holen würde. Ich kümmerte mich derweil um Feenja, lag einfach nur gelähmt und weinend im Bett neben ihr. Mit einem guten Freund konnte ich zum Glück direkt darüber schreiben, es half mir sehr die Zeit zu überbrücken. Dann beschloss ich meine Mama selbst anzurufen, bevor Dennis oder die Polizei kommen würden. Aber nicht solange sie noch bei meiner Oma feierte. Das Telefonat war schrecklich für uns beide, aber ich bin trotzdem froh, dass ich das übernommen hatte. Ich blieb so lange mit ihr am Hörer bis Dennis ankam – tatsächlich gleichzeitig mit der Polizei. Eigentlich wollte sie erst nicht mit zu uns, aber im Nachhinein war sie dann doch froh nicht alleine zu sein. Die nächsten Tage überlebten wir eigentlich alle nur irgendwie. Dennis, Mama und Papa nahmen sich Urlaub, wir telefonierten viel, schwiegen gemeinsam, weinten. Keiner von uns konnte oder wollte es glauben. Schon ab dem ersten Tag mussten meine Eltern vieles regeln. Der Körper meines Bruders wurde erst mal von der Staatsanwaltschaft übernommen, um zu untersuchen ob keine Straftat vorlag. Es ist so viel zu tun wenn ein Mensch stirbt… Überführung, willst du den Toten noch einmal sehen?, Sarg oder Urne?, Totenschein, Beerdigung – und die Trauer? Wo bleibe ich mit meinem Schock und meiner Trauer? Kann ich so schnell überhaupt schon trauern?
Ich versuchte viel zu reden, ich schlief schlecht, abends hatte ich teilweise einen Verwesungsgeruch in der Nase und anfangs weinte ich jeden Tag. Mein Bruder sollte nicht mehr da sein? Wieso? Das ergibt doch keinen Sinn? Warum? Wie hätten wir das verhindern können?
Plötzlich hielten wir alle ganz eng zusammen. Meine Eltern redeten wieder miteinander, meine Mutter konnte sogar mit meiner Bonusmama sprechen. Dennis war der Fels in der Brandung und das ist er immer noch. Ich bin so dankbar für die vielen liebevollen Menschen in meinem Leben, die sofort Unterstützung und Hilfe anboten und einfach da waren. Einige wenige haben sich zurückgezogen, was ich vollkommen verstehen kann. Leider gab es auch eine nahestehende Person, die damit gar nichts anfangen konnte; uns mit ihren Themen zusätzlich sehr belastete und kein Verständnis für die Situation aufbringen konnte. Das ist aber eine persönliche Geschichte, über die ich in diesem Beitrag nicht schreiben möchte.

Der Friedwald

Nicht mal einen Monat später, also fast zu schnell am 7. Januar, beerdigten wir meinen Bruder im engsten Familienkreis in einem wunderschönen Friedwald. Sein Baum ist ein wenig versteckt und sehr gerade; meine Eltern haben genau den richtigen Platz ausgesucht. Mein zweiter jüngerer Bruder hatte ein sehr schönes Bild gestaltet, welches wir am Andachtsplatz aufstellten. Die beiden standen sich sehr nahe, schon von kleinauf. Während der gesamten Beerdigung stand ich völlig neben mir und auch danach wollte ich einfach nicht wahr haben, dass das die Asche meines Bruders in der Urne ist. Trotzdem half uns dieser kleine Abschied in der Trauer ein Stückchen weiterzugehen. Wir durften eine Kleinigkeit mit ins Grab legen. Ich schrieb ihm einen Brief und faltete daraus eine Origami-Lilie, die er als Kind so oft bastelte und uns schenkte. Emily und mein kleinster Halbbruder spielten um uns herum im Wald und lockerten so die traurige Stimmung etwas auf. Das hat uns glaube ich allen gut getan.
Meine Mama brachte die Traumsteine meines Bruders mit, die früher immer unter seinem Kopfkissen lagen. Vor dem schlafen gehen sagte er immer seinen Spruch: “Ich wünsch’ Dir ganz viel Glück, damit Du ganz viele schöne Träume hast!” Das wünschte ich ihm nun ein letztes Mal.

Ich hoffe da wo du jetzt bist hast Du schöne Träume und den Frieden, den Du Dir gewünscht hast kleiner Bruder!

Die Veränderung

Mit dem Ausräumen seines WG-Zimmer und dem Beginn des Frühlings kann ich nun irgendwie akzeptieren, dass er tot ist. Annehmen mag ich es noch nicht so recht. Der Suizid hat mich verändert. Die genauen Auswirkungen kenne ich noch nicht alle, aber ich denke nun anders über den Tod. Zum einen habe ich gesehen was ein unangekündigter Suizid mit den Hinterbliebenen macht – ich werde nie wieder darüber nachdenken mich selbst töten zu wollen! An dem Punkt stand ich schon einige Male, das könnt ihr sogar hier nachlesen. Zum anderen habe ich mich viel mit dem Thema beschäftigt und habe keine Angst mehr vor dem Tod. Im Gegenteil, ich kann das Leben viel mehr annehmen und leben, wenn ich weiß es ist irgendwann vorbei. Und das ist beruhigend und gut so. Ich will ja gar nicht ewig leben.
Was mich auch nicht mehr arg belastet ist Corona oder dass Feenja öfter anstrengend ist. All diese Probleme kommen mir jetzt oft klein und nichtig vor. Es sind trotzdem anstrengende Hindernisse im Alltag, aber ganz ehrlich – ich würde ein dauerhaftes Leben mit Pandemie und Maßnahmen und Schlafmangel sofort eintauschen, wenn dafür mein Bruder wieder leben würde. Ich bin teilweise schon wieder der fröhliche Mensch, der ich vor dem Suizid war, aber die Trauer wird für immer mein ständiger Begleiter sein und mich mal mehr, mal weniger einnehmen.
Es hat mir gezeigt auf wen aus meiner Familie und von meinen Freunden ich mich verlassen kann und wo ich Unterstützung bekomme. Mit vielen fühle ich mich jetzt enger verbunden als vorher.

Am Ende dieses Beitrages fehlen mir die Worte, so wie sie mir zu dem Suizid meines Bruders irgendwie fehlen. Aber ich möchte dieses wichtige Thema nicht unausgesprochen lassen. Solltest du also merken, dass es dir schlecht geht oder jemandem in deiner Familie/deinem Bekanntenkreis, dann wende dich an die Telefonseelsorge, die immer erreichbar ist:

Per Telefon 0800 / 111 0 111 , 0800 / 111 0 222 oder 116 123
per Mail und Chat unter online.telefonseelsorge.de

Die TelefonSeelsorge® ist für jeden da, für alte und junge Menschen, Berufstätige, Hausfrauen,  Auszubildende oder Rentner, für Menschen jeder Glaubensgemeinschaft und auch für Menschen ohne Kirchenzugehörigkeit. Rund eine Million Gespräche werden jedes Jahr geführt, kostenfrei und rund um die Uhr. Denn Sorgen wiegen schwer und sie richten sich nicht nach Tages- oder Öffnungszeiten. Dafür haben wir auch mitten in der Nacht ein offenes Ohr. Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind sich ihrer verantwortungsvollen Aufgabe bewusst und nehmen Ihren Anruf ernst – egal, ob um acht Uhr morgens oder um Mitternacht.

Fühl Dich lieb gedrückt und bleib gesund
Deine Julia Amelie

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Comic-Strip: Depression https://postnatalewelt.de/blog/2019/11/06/comic-strip-depression/ https://postnatalewelt.de/blog/2019/11/06/comic-strip-depression/#respond Wed, 06 Nov 2019 19:19:35 +0000 https://postnatalewelt.de/?p=569 Laufe wer kann! Ich habe mal wieder gezeichnet… Darin habe ich zwar keine Übung, aber ich schätze ich kann die Gefühle trotzdem gut rüberbringen. Auch wenn mein Mann dazu kichert und “Süß” sagt… *grml* Dann übe ich mal weiter, vielleicht kommt bald die nächste Zeichnung von mir!Deine Julia Amelie

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Laufe wer kann! Ich habe mal wieder gezeichnet… Darin habe ich zwar keine Übung, aber ich schätze ich kann die Gefühle trotzdem gut rüberbringen. Auch wenn mein Mann dazu kichert und “Süß” sagt… *grml*

Dann übe ich mal weiter, vielleicht kommt bald die nächste Zeichnung von mir!
Deine Julia Amelie

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30. Blogtober – Mein Sternenkind – Trauer auch nach 26 Jahren https://postnatalewelt.de/blog/2019/10/30/30-blogtober-mein-sternenkind-trauer-auch-nach-26-jahren/ https://postnatalewelt.de/blog/2019/10/30/30-blogtober-mein-sternenkind-trauer-auch-nach-26-jahren/#respond Wed, 30 Oct 2019 09:00:56 +0000 https://postnatalewelt.de/?p=541 Ein berührender Gastbeitrag von Manuela Schillinger-Gabriel! Mein Sternenkind – Trauer auch nach 26 Jahren Ich kann es noch spüren, vor genau 26 Jahren verlor ich mein erstes nicht geborenes Baby in der 8. SSW. Ich war 19 Jahre jung, verliebt & verlobt, glücklich und in der Ausbildung zur Kinderpflegerin. Ich liebe Kinder und ich wollte immer mit Kindern arbeiten und selbst viele Kinder bekommen. Meine erste Schwangerschaft, Aufregung, Unsicherheit, Stolz und etwas Angst, was kommt da auf mich zu. Etwas naiv bin ich an die Schwangerschaft herangegangen, alles was ich wusste war: Übelkeit in den ersten 3 Monaten ist normal, der Körper verändert sich, auftretende Stimmungsschwankungen, nicht schwer heben, regelmäßig zum Gynäkologen gehen, auf gesundes Essen achten, auf gute Eisenwerte achten und kein Alkohol trinken. Alles war so klar, in 9 Monaten wirst du dann ein kleines Würmchen im Arm halten! Fehlgeburt war für mich ein Fremdwort! Ich kannte es nicht und wusste davon auch nichts. Schwangerschaftsprobleme gab es in Deutschland für mich nicht! Bis Tag X ! 01.10.1993 es war ein Freitag, ich ging auf die Toilette, mir war irgendwie komisch und da war mein heranwachsendes Baby in meiner Binde! Schock und starr mit Herzrasen bin ich zu meinem Ex-Mann gegangen und hielt ihm das Kind einfach unter die Nase! Wir sind dann ins Klinikum gefahren. Dort angekommen wurde ich abgefertigt wie in Massen, ich bekam mein Baby im Reagenzglas mit und es hieß, dass ich eine Fehlgeburt hätte ! Es war Freitag. „Bitte kommen sie am Montag wieder, damit wir die Ausschabung vornehmen können und bringen sie das Reagenzglas mit ! Sie sind noch jung und können noch viele Kinder bekommen“ ! Tschüss Wie unter Trance und Schock bin ich zu meinem Ex-Mann gelaufen und wir nahmen uns in die Arme, weinten, weil ich mein Baby verloren hatte! Wie in Trance bin ich nach Hause gefahren und alle meinten: „Du bist jung, das wird wieder, reiß dich zusammen, du wirst noch viele Kinder bekommen, für Trauer ist keine Zeit!” Ich habe mich entsetzlich gefühlt und mit jeder Schwangerschaft war die Angst da, es könnte wieder passieren! Es hat viele Jahre gedauert, bis ich durch meine 3. Fehlgeburt, also 18 Jahre später, dieses Thema so einigermaßen aufgearbeitet habe! Ich denke an dich mein nicht geborenes Baby! Am 01. Oktober diesen Jahres war dieser Tag und es macht mich nicht mehr traurig – es ist vielmehr der Umgang damals mit mir, der mir sehr zugesetzt hat! Diesem Tabuthema „Fehlgeburt“ möchte ich Raum geben, so wie ich ihn mir genommen habe, damit sich keine Frau zu schämen braucht, sie ein Recht hat zu trauern, wegen dem, was in ihr gewachsen und jetzt plötzlich weg ist! Nehmt Euch Zeit und Raum, so wie ich ihn mir immer noch nehme, 26 Jahre danach! Trauer hat keine Regeln, es wird leichter, mein erstes Sternenkind  hat ein Platz in unserer Familie und ich habe mich versöhnt mit diesem wunderbaren Wesen. Ich wünsche Dir, Du das jetzt liest, das Du Deinem Sternenkind Raum gibst und es ganz fest an Dein Herz drückst  und ihm Dankst für seinen Lebensimpuls für Dich.  Ich denke an dich, mein erstes nicht lebendes Baby und spüre in meinem Herzen, dass ich dich liebe und Du für immer einen Platz in unserer Familie haben wirst! Deine Mama PS: wollt ihr Euch die ganze Geschichte auf Youtube anhören, hier ist der Link:  Autorenbiographie von Manuela Schillinger–Gabriel Manuela Schillinger- Gabriel, Mutter von 8 Kindern, davon 4 Sternenkinder, hat sich auf das Thema Trauer und Trauerbewältigung spezialisiert, wobei sie in Kursen Hilfe für Trauernde anbietet, damit sie wieder in das neue Leben zurückfinden können. Durch ihre eigene Biographie hat sie selbst erfahren ,wie der Trauerweg gegangen werden kann, damit man nicht in der Trauer feststeckt und zurück in das Leben findet. Diese einfache Frau hat mehr Schicksalsschläge erlebt, als jeder andere und hat dennoch eine große Tiefe, Wissen und Liebe in sich. Sie ist achtfache Mutter von vier lebenden Kindern und vier Sternenkinder. Durch den Suizid ihres zweiten Ehemannes, die Trauer um ihre 4 Sternenkinder, das nicht aufwachsen ihrer zwei Erstgeborenen Kinder aus erster Ehe und dessen Trauerbewältigung mit professioneller Hilfe fasste sie den Entschluss, anderen Trauernden mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Durch Qualifikation und Weiterbildung zur intuitiven und holistischen Trauerbegleiterin, Autorin, Kongressveranstalterin und Kongresssupport und Mindsetbegleiter, systhemische,- aroma – und familientherapeutischer Beraterin mit den Schwerpunkten EFT, Aroma, Systhemische, Aktive und Ernährungsberatung hat sie ihr Wissen erweitert und vertieft. Mit diesem Wissen kann sie Trauernden helfen, die Trauer anzunehmen um in ein neues Leben zu finden. Webseite: www.manuelaschilingergabriel.com Online Kongressseite: www.mut-zur-trauer.com Private Sternenkindermama Facebook Gruppe: https://www.facebook.com/groups/SternenkinderMamas/ (Bilder von Manuela Schillinger-Gabriel)

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Ein berührender Gastbeitrag von Manuela Schillinger-Gabriel!

Mein Sternenkind Trauer auch nach 26 Jahren

Ich kann es noch spüren, vor genau 26 Jahren verlor ich mein erstes nicht geborenes Baby in der 8. SSW.

Ich war 19 Jahre jung, verliebt & verlobt, glücklich und in der Ausbildung zur Kinderpflegerin. Ich liebe Kinder und ich wollte immer mit Kindern arbeiten und selbst viele Kinder bekommen.

Meine erste Schwangerschaft, Aufregung, Unsicherheit, Stolz und etwas Angst, was kommt da auf mich zu.

Etwas naiv bin ich an die Schwangerschaft herangegangen, alles was ich wusste war: Übelkeit in den ersten 3 Monaten ist normal, der Körper verändert sich, auftretende Stimmungsschwankungen, nicht schwer heben, regelmäßig zum Gynäkologen gehen, auf gesundes Essen achten, auf gute Eisenwerte achten und kein Alkohol trinken.

Alles war so klar, in 9 Monaten wirst du dann ein kleines Würmchen im Arm halten! Fehlgeburt war für mich ein Fremdwort!

Ich kannte es nicht und wusste davon auch nichts. Schwangerschaftsprobleme gab es in Deutschland für mich nicht!

Bis Tag X ! 01.10.1993 es war ein Freitag, ich ging auf die Toilette, mir war irgendwie komisch und da war mein heranwachsendes Baby in meiner Binde! Schock und starr mit Herzrasen bin ich zu meinem Ex-Mann gegangen und hielt ihm das Kind einfach unter die Nase!

Wir sind dann ins Klinikum gefahren. Dort angekommen wurde ich abgefertigt wie in Massen, ich bekam mein Baby im Reagenzglas mit und es hieß, dass ich eine Fehlgeburt hätte !

Es war Freitag. „Bitte kommen sie am Montag wieder, damit wir die Ausschabung vornehmen können und bringen sie das Reagenzglas mit ! Sie sind noch jung und können noch viele Kinder bekommen“ !

Tschüss

Wie unter Trance und Schock bin ich zu meinem Ex-Mann gelaufen und wir nahmen uns in die Arme, weinten, weil ich mein Baby verloren hatte!

Wie in Trance bin ich nach Hause gefahren und alle meinten: „Du bist jung, das wird wieder, reiß dich zusammen, du wirst noch viele Kinder bekommen, für Trauer ist keine Zeit!” Ich habe mich entsetzlich gefühlt und mit jeder Schwangerschaft war die Angst da, es könnte wieder passieren!

Es hat viele Jahre gedauert, bis ich durch meine 3. Fehlgeburt, also 18 Jahre später, dieses Thema so einigermaßen aufgearbeitet habe!

Ich denke an dich mein nicht geborenes Baby! Am 01. Oktober diesen Jahres war dieser Tag und es macht mich nicht mehr traurig – es ist vielmehr der Umgang damals mit mir, der mir sehr zugesetzt hat! Diesem Tabuthema „Fehlgeburt“ möchte ich Raum geben, so wie ich ihn mir genommen habe, damit sich keine Frau zu schämen braucht, sie ein Recht hat zu trauern, wegen dem, was in ihr gewachsen und jetzt plötzlich weg ist!

Nehmt Euch Zeit und Raum, so wie ich ihn mir immer noch nehme, 26 Jahre danach! Trauer hat keine Regeln, es wird leichter, mein erstes Sternenkind  hat ein Platz in unserer Familie und ich habe mich versöhnt mit diesem wunderbaren Wesen. Ich wünsche Dir, Du das jetzt liest, das Du Deinem Sternenkind Raum gibst und es ganz fest an Dein Herz drückst  und ihm Dankst für seinen Lebensimpuls für Dich. 

Ich denke an dich, mein erstes nicht lebendes Baby und spüre in meinem Herzen, dass ich dich liebe und Du für immer einen Platz in unserer Familie haben wirst!

Deine Mama

PS: wollt ihr Euch die ganze Geschichte auf Youtube anhören, hier ist der Link: 

https://www.youtube.com/watch?v=wCpXu_-9kOw&feature=youtu.be

Autorenbiographie von Manuela Schillinger–Gabriel

Manuela Schillinger- Gabriel, Mutter von 8 Kindern, davon 4 Sternenkinder, hat sich auf das Thema Trauer und Trauerbewältigung spezialisiert, wobei sie in Kursen Hilfe für Trauernde anbietet, damit sie wieder in das neue Leben zurückfinden können.
Durch ihre eigene Biographie hat sie selbst erfahren ,wie der Trauerweg gegangen werden kann, damit man nicht in der Trauer feststeckt und zurück in das Leben findet. Diese einfache Frau hat mehr Schicksalsschläge erlebt, als jeder andere und hat dennoch eine große Tiefe, Wissen und Liebe in sich.
Sie ist achtfache Mutter von vier lebenden Kindern und vier Sternenkinder. Durch den Suizid ihres zweiten Ehemannes, die Trauer um ihre 4 Sternenkinder, das nicht aufwachsen ihrer zwei Erstgeborenen Kinder aus erster Ehe und dessen Trauerbewältigung mit professioneller Hilfe fasste sie den Entschluss, anderen Trauernden mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Durch Qualifikation und Weiterbildung zur intuitiven und holistischen Trauerbegleiterin, Autorin, Kongressveranstalterin und Kongresssupport und Mindsetbegleiter, systhemische,- aroma – und familientherapeutischer Beraterin mit den Schwerpunkten EFT, Aroma, Systhemische, Aktive und Ernährungsberatung hat sie ihr Wissen erweitert und vertieft. Mit diesem Wissen kann sie Trauernden helfen, die Trauer anzunehmen um in ein neues Leben zu finden.

Webseite: www.manuelaschilingergabriel.com

Online Kongressseite: www.mut-zur-trauer.com

Private Sternenkindermama Facebook Gruppe: https://www.facebook.com/groups/SternenkinderMamas/

(Bilder von Manuela Schillinger-Gabriel)

Der Beitrag 30. Blogtober – Mein Sternenkind – Trauer auch nach 26 Jahren erschien zuerst auf Mama hat AuDHS.

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15. Blogtober – Vom Gefühl eine schlechte Mutter zu sein https://postnatalewelt.de/blog/2019/10/15/vom-gefuehl-eine-schlechte-mutter-zu-sein/ https://postnatalewelt.de/blog/2019/10/15/vom-gefuehl-eine-schlechte-mutter-zu-sein/#respond Tue, 15 Oct 2019 11:45:24 +0000 https://postnatalewelt.de/?p=444 Eines gleich zu Anfang: DU – ja genau DU – bist RICHTIG so wie DU bist! Frisch geborene Mama War ich aufgeregt, als ich Mama wurde. Mein Start war alles andere als schön: Nachzulesen im Beitrag Meine Traumgeburt, die zum Alptraum wurde Aber egal wie du als Mama startest; niemand kann dich darauf vorbereiten, am allerwenigsten du selbst. Plötzlich ist da dieses kleine Würmchen, das Tag und Nacht körperliche Bedürfnisse hat und zusätzlich Geborgenheit, Sicherheit und Nähe braucht.  Wir geraten da ziemlich schnell in der Schiene nicht mehr auf unsere Bedürfnisse zu achten, wenn wir nicht aufpassen. Auch dazu hatte ich bereits geschrieben: Warum Bedürfnisse missachten so eine schlechte Idee ist Das gesamte Leben krempelt sich um. Unternehmungen werden anders, die Beziehung zum Partner ändert sich und am allerwichtigsten: Deine Persönlichkeit ändert sich mit.  Denn du hast ein Neues Teil-Ich entwickelt: Mama sein! Das kann wunderschön sein, aber auch sehr anstrengend und belastend. Ich will eine perfekte Mama sein Da geht es los!  Jedes Schreien meines Kindes ist ja ein Hilferuf – natürlich muss ich irgendwie helfen. Wickeln, nachts da sein, am besten noch den Partner schonen, weil der geht ja arbeiten. Oder: Du bist alleinbegleitend und hast niemanden in der Nähe, der mal aushilft. Da fangen die ersten Stresssituationen an. Bei den anderen sieht das doch so einfach aus. Die haben immer dieses perfekte niedliche Kind, das niemals schreit und bereits durchschläft! Dann mit dem Partner ins Kino und lecker essen, weil die Großeltern nichts lieber tun als mehrmals die Woche auf den Nachwuchs aufzupassen. Mit einem Jahr geht das Kind ohne Probleme in den Kindergarten und Mama wieder arbeiten. Der Haushalt sieht immer perfekt aus usw… Ähm, ja irgendwie beschreibe ich grad so eine Barbie-Familie oder? Wir neigen so schnell dazu uns mit anderen zu vergleichen und dann picken wir uns das raus was bei uns schief läuft und bei anderen anscheinend so perfekt.  So, jetzt ist der Druck da! Warum krieg ich das nicht hin?Warum sehe ich nicht perfekt aus, habe einen sauberen Haushalt, ein wohlerzogenes braves Kind, ein spannendes Sexualleben und eine Karriere in meinem Traumberuf?  Ernsthaft? Wer hat das wirklich?  Wie unsere Erziehung uns prägt Woher kommt es, dass wir „perfekt“ sein wollen?  Eigentlich – meine Meinung – wollen wir doch „glücklich“ sein oder? Als Kind haben wir mindestens eine Bezugsperson. Wir sind abhängig von ihr, körperlich sowie psychisch. Sehr schnell fangen wir an eine eigene Persönlichkeit zu entwickeln, die Umgebung mit allen Sinnen zu erforschen und spielerisch zu lernen.  Was die Bezugsperson sehr schnell tut: Grenzen und Regeln beibringen, oft leider willkürlich. Viele unserer Eltern machen das auch nicht mit Absicht. Da schwingen die eigenen Ängste und Sorgen mit. Wir wollen alle nur das Beste für unsere Kinder! Je nachdem wie wir erzogen wurden sagt uns unser „Bauchgefühl“ wie wir unsere Kinder erziehen.  Als Kind und Jugendlicher wurden wir von den Menschen um uns herum bereits maßgeblich beeinflusst. Wir haben versucht nachzuahmen, irgendwann auch uns untereinander zu messen. Lob tut gut, gewinnen ist toll, der Beste in etwas zu sein machte mich kurzzeitig glücklich! In meiner Familie schwang für mich immer mit, dass ich irgendwie falsch bin und gute Noten haben muss oder dünn sein muss um später/in der Zukunft etwas zu werden. Gesagt wurde mir nur letzteres mit den Noten und der Figur.  Bestimmtes Verhalten oder Gefühle wurden nicht gerne gesehen. Wut sollte verdrängt werden indem ich auf mein Zimmer geschickt wurde (das kam mit der Zeit immer seltener vor) Ich war ein sehr schüchternes und ruhiges Kind, achja und immer lieb…  Aber als Jugendliche konnte ich keine Verantwortung übernehmen und war schlecht in der Schule. Ich konnte mir bestimmte Sachen nicht merken und war faul sowie chaotisch. Ich habe versucht mich anzupassen, mich immer weiter zurückgezogen, Gefühle verdrängt.  Meine Eltern haben mich also tief geprägt und ich habe den Eindruck gewonnen falsch zu sein. Das habe ich später als Mutter immer noch geglaubt. Ich hatte also ständig das Gefühl ich sei eine schlechte Mutter – ich könne meinem Kind nicht helfen, obwohl ich mich schon aufopferte und immer mein Bestes gab. Ich dachte ich wäre ein Versager. In Wirklichkeit kamen diese ganzen Annahmen aus meiner eigenen Erziehung. Weil ich nicht so angenommen wurde wie ich war. Der Frust war groß, weil ich es einfach nicht schaffte perfekt zu sein. Und nein, ich bin immer noch nicht perfekt und vielleicht auch keine gute Mutter. Ist das wichtig? Der Traum wird Realität Bei mir sieht es immer aus wie bei Hempels unterm Sofa – stört übrigens keinen Besuch mehr seit ich das Thema losgelassen habe. (Oder sie sind so höflich und sagen nichts, hihi) Meine Tochter ist hochsensibel – wie ich – und geht nicht in den Kindergarten, aber dadurch bekomme ich sämtliche Entwicklungsschritte zu Hause mit und sie ist durch diese Nähe gefühlt „braver“ als viele andere Kinder.  Die Beziehung zu meinem Mann ist eher auf das Wochenende reduziert, aber durch Zeitfenster in denen wir ausführlich reden und wunderschöne Ausflüge zu dritt habe ich keine Defizite mehr.  Mein Studium musste ich abbrechen, aber jetzt kann ich das tun was ich mich sonst nie getraut hätte: Ein eigenes Online-Business mit meinem Herzensthema aufbauen.  Und ich mag meinen Körper wie er ist. Mag ich etwas nicht, dann stelle ich was um! Derzeit verzichte zum Beispiel auf Süßigkeiten und mache mehr Sport. Schon fühle ich mich besser.  Mein Leben ist alles andere als perfekt, aber ich bin glücklich und ich bin richtig so wie ich bin! Meine Tochter zeigt mir sehr deutlich wenn ich mich gerade daneben benommen habe – also in dem Moment eine doofe Mama war – aber so schnell sie sauer und frustriert ist, so schnell vergibt sie mir auch wieder. Und ich entschuldige mich für meine Wutausbrüche, die echt nie was mit meiner Tochter zu tun haben.  Wir haben eine wunderbar starke Bindung aufgebaut in der wir doof sein dürfen, ja in der wir einfach sein dürfen.  Keine perfekte Mama, keine perfekte Tochter, aber eine richtige und ehrliche Beziehung.  Sei unperfekt mit mir Deine Julia Amelie Photo by Jon Flobrant on Unsplash

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Eines gleich zu Anfang: DU – ja genau DU – bist RICHTIG so wie DU bist!

Frisch geborene Mama

War ich aufgeregt, als ich Mama wurde. Mein Start war alles andere als schön: Nachzulesen im Beitrag Meine Traumgeburt, die zum Alptraum wurde

Aber egal wie du als Mama startest; niemand kann dich darauf vorbereiten, am allerwenigsten du selbst. 
Plötzlich ist da dieses kleine Würmchen, das Tag und Nacht körperliche Bedürfnisse hat und zusätzlich Geborgenheit, Sicherheit und Nähe braucht. 

Wir geraten da ziemlich schnell in der Schiene nicht mehr auf unsere Bedürfnisse zu achten, wenn wir nicht aufpassen. Auch dazu hatte ich bereits geschrieben: Warum Bedürfnisse missachten so eine schlechte Idee ist

Das gesamte Leben krempelt sich um. Unternehmungen werden anders, die Beziehung zum Partner ändert sich und am allerwichtigsten: Deine Persönlichkeit ändert sich mit. 

Denn du hast ein Neues Teil-Ich entwickelt: Mama sein!

Das kann wunderschön sein, aber auch sehr anstrengend und belastend.

Ich will eine perfekte Mama sein

Da geht es los! 

Jedes Schreien meines Kindes ist ja ein Hilferuf – natürlich muss ich irgendwie helfen. Wickeln, nachts da sein, am besten noch den Partner schonen, weil der geht ja arbeiten. Oder: Du bist alleinbegleitend und hast niemanden in der Nähe, der mal aushilft. Da fangen die ersten Stresssituationen an.

Bei den anderen sieht das doch so einfach aus. Die haben immer dieses perfekte niedliche Kind, das niemals schreit und bereits durchschläft! Dann mit dem Partner ins Kino und lecker essen, weil die Großeltern nichts lieber tun als mehrmals die Woche auf den Nachwuchs aufzupassen. Mit einem Jahr geht das Kind ohne Probleme in den Kindergarten und Mama wieder arbeiten. Der Haushalt sieht immer perfekt aus usw…

Ähm, ja irgendwie beschreibe ich grad so eine Barbie-Familie oder?

Wir neigen so schnell dazu uns mit anderen zu vergleichen und dann picken wir uns das raus was bei uns schief läuft und bei anderen anscheinend so perfekt. 

So, jetzt ist der Druck da! Warum krieg ich das nicht hin?
Warum sehe ich nicht perfekt aus, habe einen sauberen Haushalt, ein wohlerzogenes braves Kind, ein spannendes Sexualleben und eine Karriere in meinem Traumberuf? 

Ernsthaft? Wer hat das wirklich? 

Wie unsere Erziehung uns prägt

Woher kommt es, dass wir „perfekt“ sein wollen? 

Eigentlich – meine Meinung – wollen wir doch „glücklich“ sein oder?

Als Kind haben wir mindestens eine Bezugsperson. Wir sind abhängig von ihr, körperlich sowie psychisch. Sehr schnell fangen wir an eine eigene Persönlichkeit zu entwickeln, die Umgebung mit allen Sinnen zu erforschen und spielerisch zu lernen. 

Was die Bezugsperson sehr schnell tut: Grenzen und Regeln beibringen, oft leider willkürlich.

Viele unserer Eltern machen das auch nicht mit Absicht. Da schwingen die eigenen Ängste und Sorgen mit. Wir wollen alle nur das Beste für unsere Kinder!

Je nachdem wie wir erzogen wurden sagt uns unser „Bauchgefühl“ wie wir unsere Kinder erziehen. 

Als Kind und Jugendlicher wurden wir von den Menschen um uns herum bereits maßgeblich beeinflusst. Wir haben versucht nachzuahmen, irgendwann auch uns untereinander zu messen. Lob tut gut, gewinnen ist toll, der Beste in etwas zu sein machte mich kurzzeitig glücklich!

In meiner Familie schwang für mich immer mit, dass ich irgendwie falsch bin und gute Noten haben muss oder dünn sein muss um später/in der Zukunft etwas zu werden. Gesagt wurde mir nur letzteres mit den Noten und der Figur. 

Bestimmtes Verhalten oder Gefühle wurden nicht gerne gesehen. Wut sollte verdrängt werden indem ich auf mein Zimmer geschickt wurde (das kam mit der Zeit immer seltener vor)

Ich war ein sehr schüchternes und ruhiges Kind, achja und immer lieb… 

Aber als Jugendliche konnte ich keine Verantwortung übernehmen und war schlecht in der Schule. Ich konnte mir bestimmte Sachen nicht merken und war faul sowie chaotisch. 
Ich habe versucht mich anzupassen, mich immer weiter zurückgezogen, Gefühle verdrängt. 

Meine Eltern haben mich also tief geprägt und ich habe den Eindruck gewonnen falsch zu sein.

Das habe ich später als Mutter immer noch geglaubt.

Ich hatte also ständig das Gefühl ich sei eine schlechte Mutter – ich könne meinem Kind nicht helfen, obwohl ich mich schon aufopferte und immer mein Bestes gab. Ich dachte ich wäre ein Versager.

In Wirklichkeit kamen diese ganzen Annahmen aus meiner eigenen Erziehung. Weil ich nicht so angenommen wurde wie ich war. Der Frust war groß, weil ich es einfach nicht schaffte perfekt zu sein.

Und nein, ich bin immer noch nicht perfekt und vielleicht auch keine gute Mutter. Ist das wichtig?

Der Traum wird Realität

Bei mir sieht es immer aus wie bei Hempels unterm Sofa – stört übrigens keinen Besuch mehr seit ich das Thema losgelassen habe. (Oder sie sind so höflich und sagen nichts, hihi)

Meine Tochter ist hochsensibel – wie ich – und geht nicht in den Kindergarten, aber dadurch bekomme ich sämtliche Entwicklungsschritte zu Hause mit und sie ist durch diese Nähe gefühlt „braver“ als viele andere Kinder. 

Die Beziehung zu meinem Mann ist eher auf das Wochenende reduziert, aber durch Zeitfenster in denen wir ausführlich reden und wunderschöne Ausflüge zu dritt habe ich keine Defizite mehr. 

Mein Studium musste ich abbrechen, aber jetzt kann ich das tun was ich mich sonst nie getraut hätte: Ein eigenes Online-Business mit meinem Herzensthema aufbauen. 

Und ich mag meinen Körper wie er ist. Mag ich etwas nicht, dann stelle ich was um! Derzeit verzichte zum Beispiel auf Süßigkeiten und mache mehr Sport. Schon fühle ich mich besser. 

Mein Leben ist alles andere als perfekt, aber ich bin glücklich und ich bin richtig so wie ich bin!

Meine Tochter zeigt mir sehr deutlich wenn ich mich gerade daneben benommen habe – also in dem Moment eine doofe Mama war – aber so schnell sie sauer und frustriert ist, so schnell vergibt sie mir auch wieder. Und ich entschuldige mich für meine Wutausbrüche, die echt nie was mit meiner Tochter zu tun haben. 

Wir haben eine wunderbar starke Bindung aufgebaut in der wir doof sein dürfen, ja in der wir einfach sein dürfen. 

Keine perfekte Mama, keine perfekte Tochter, aber eine richtige und ehrliche Beziehung. 

Sei unperfekt mit mir 
Deine Julia Amelie

Photo by Jon Flobrant on Unsplash

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Entspannte Eltern = Entspannte Babys (?) https://postnatalewelt.de/blog/2019/10/08/8-blogtober-entspannte-eltern-entspannte-babys/ https://postnatalewelt.de/blog/2019/10/08/8-blogtober-entspannte-eltern-entspannte-babys/#comments Tue, 08 Oct 2019 13:32:56 +0000 https://grossekleinefuesse.de/?p=392 8. Blogtober – Ein berührender Gastartikel von Isabel Schönig! Entspannte Eltern = Entspannte Babys Ohje, wie habe ich diesen Satz gehasst! Wie oft habe ich genau wegen diesem Satz geweint, weil er mir in schwierigen Situationen gesagt wurde oder er mir dann prompt im Kopf herum gespukt ist. DU, Mama, bist dafür verantwortlich, dass dein kleines Baby unglücklich ist! DU, Mama, bist Schuld, wenn dein kleines Baby so viel weint und sich nicht beruhigen lässt. NEIN, würde ich am liebsten immer noch schreien, denn dieser Satz verantwortlich zu sein für die Gefühle, Lautstärke und Temperament meiner Tochter schwingt noch in mir. Gerade, wenn mich in einer Autonomiesituation die Blicke der Vorbeigehenden treffen oder der laute Schrei, da etwas nicht so klappt wie gedacht, ganz sicher bei den Nachbarn angekommen ist.  Doch was steckt dahinter: Entspannte Eltern – entspannte Babys? Ja, Säuglinge und auch größere Kinder können leichter entspannen, wenn  ihre Bindungsperson entspannt ist, wenn sie von außen spüren, dass kein Löwe um die Ecke kommen könnte oder Mama so voller Adrenalin ist, da sie 100 und 11 Sachen im Kopf behalten muss, die dank stillen und Schlafmangel vergessen zu werden drohen (hier haben sich meine Klebezettel bewährt). Das kleine Wesen spürt, meine Bindungsperson ist entspannt, also darf ich auch los lassen – schlafen, zur Ruhe kommen oder fröhlich umher schauen (wenn sie dann größer sind, die Welt erkunden). Doch dann passiert´s: Ich bin entspannt, kein Löwe droht, ich bin im hier und jetzt bei meinem Kind und es schreit und schreit. Windeln sind gewechselt, es hat gestillt usw. und es schreit. Um mich herum laufen alle weg – zwar mit dem Satz: „Ich glaube ihr braucht Ruhe“, aber bei mir kommt an: „Boah, bist du nicht in der Lage, dein Kind zu beruhigen, ich geh mal lieber!“  Stress kommt auf, Tränen und ein blödes Gefühl. Du bist wieder so angespannt, sonst wäre das anders. Was hilft nun aus dieser Verantwortungsfalle? Bitte das nicht falsch verstehen, klar sind wir als primäre Bezugspersonen für unsere Kinder verantwortlich, denn je jünger sie sind, umso abhängiger sind sie auch von uns. Doch mal hängt ein Pups quer oder die Gefühle fahren Achterbahn. Das kann ich als Mama begleiten, mitfühlen, mit aushalten und mittragen. MIT. Ich kann Coregulieren und da sein. Das Kind darf es annehmen oder nicht und ich darf zuhören – von Aufregung der Geburt, von Neuem das erschreckt, von zu viel Aktion oder oder oder. Und hier kommt für mich die Entspannung der Bindungsperson ins Spiel. Je entspannter ich zu höre, je näher ich beim Kind bin und es laut sein darf – je möglicher wird es, dass das gesagt ist, was gesagt werden muss. Und hier war für mich mein Umfeld von wichtiger Bedeutung. Eine Freundin hat mich durch das Schreien meiner Tochter begleitet. War ganz unaufgeregt einfach da und ist geblieben. Wir haben uns weiter unterhalten während ich um den Tisch lief, stillte oder leicht hin und her schaukelte bis meine Tochter schlief. Ab da war der Knoten geplatzt. Ich bin so dankbar und merke im Schreiben, dass ich ihr das mal wieder sagen darf. Danke, dass du da geblieben bist. Das schreien wurde nicht weniger intensiv, aber ich konnte, nachdem alle Bedürfnisse abgecheckt waren ruhiger zuhören und es annehmen, ja entspannter sein. Entspannte Eltern=entspannte Babys: Nein, aber leichter damit umzugehen! Über Isabel Schönig: Ich bin Mama zweier wunderbarer Töchter, Sozialpädagogin, Entwicklungspsychologische Beraterin und Entspannungspädagogin. Außerdem freiberuflicher Coach bei Familie rundherum, bei dem ich Frauen mit Kinderwunsch, Schwangere und Mamas mit Babys im ersten Lebensjahr begleite – hin zu einer bindungsstarken Beziehung zu ihrem Kind. Ganz besonders liegen mir Frauen am Herzen, die in ihrer Kindheit negative Erfahrungen gemacht haben und diese nicht an ihre Kinder weiter geben möchten. Falls Du mehr wissen möchtest:Mein Coachingangebot findest du auf meiner Homepage: Isabel Schönig – traumasensible GeburtsvorbereitungFacebook: Isabel Schönig – traumasensible GeburtsvorbereitungUnd mit jeder Menge tollen Interviews auf Instagram: Isabel Schönig (Photo von Isabel Schönig)

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8. Blogtober – Ein berührender Gastartikel von Isabel Schönig!

Entspannte Eltern = Entspannte Babys

Ohje, wie habe ich diesen Satz gehasst! Wie oft habe ich genau wegen diesem Satz geweint, weil er mir in schwierigen Situationen gesagt wurde oder er mir dann prompt im Kopf herum gespukt ist.

DU, Mama, bist dafür verantwortlich, dass dein kleines Baby unglücklich ist! 
DU, Mama, bist Schuld, wenn dein kleines Baby so viel weint und sich nicht beruhigen lässt.

NEIN, würde ich am liebsten immer noch schreien, denn dieser Satz verantwortlich zu sein für die Gefühle, Lautstärke und Temperament meiner Tochter schwingt noch in mir. Gerade, wenn mich in einer Autonomiesituation die Blicke der Vorbeigehenden treffen oder der laute Schrei, da etwas nicht so klappt wie gedacht, ganz sicher bei den Nachbarn angekommen ist. 

Doch was steckt dahinter: Entspannte Eltern – entspannte Babys?

Ja, Säuglinge und auch größere Kinder können leichter entspannen, wenn  ihre Bindungsperson entspannt ist, wenn sie von außen spüren, dass kein Löwe um die Ecke kommen könnte oder Mama so voller Adrenalin ist, da sie 100 und 11 Sachen im Kopf behalten muss, die dank stillen und Schlafmangel vergessen zu werden drohen (hier haben sich meine Klebezettel bewährt).

Das kleine Wesen spürt, meine Bindungsperson ist entspannt, also darf ich auch los lassen – schlafen, zur Ruhe kommen oder fröhlich umher schauen (wenn sie dann größer sind, die Welt erkunden).

Doch dann passiert´s: Ich bin entspannt, kein Löwe droht, ich bin im hier und jetzt bei meinem Kind und es schreit und schreit. Windeln sind gewechselt, es hat gestillt usw. und es schreit. Um mich herum laufen alle weg – zwar mit dem Satz: „Ich glaube ihr braucht Ruhe“, aber bei mir kommt an: „Boah, bist du nicht in der Lage, dein Kind zu beruhigen, ich geh mal lieber!“ 

Stress kommt auf, Tränen und ein blödes Gefühl. Du bist wieder so angespannt, sonst wäre das anders. Was hilft nun aus dieser Verantwortungsfalle? Bitte das nicht falsch verstehen, klar sind wir als primäre Bezugspersonen für unsere Kinder verantwortlich, denn je jünger sie sind, umso abhängiger sind sie auch von uns. Doch mal hängt ein Pups quer oder die Gefühle fahren Achterbahn. Das kann ich als Mama begleiten, mitfühlen, mit aushalten und mittragen. MIT. Ich kann Coregulieren und da sein. Das Kind darf es annehmen oder nicht und ich darf zuhören – von Aufregung der Geburt, von Neuem das erschreckt, von zu viel Aktion oder oder oder.

Und hier kommt für mich die Entspannung der Bindungsperson ins Spiel. Je entspannter ich zu höre, je näher ich beim Kind bin und es laut sein darf – je möglicher wird es, dass das gesagt ist, was gesagt werden muss. Und hier war für mich mein Umfeld von wichtiger Bedeutung.

Eine Freundin hat mich durch das Schreien meiner Tochter begleitet. War ganz unaufgeregt einfach da und ist geblieben. Wir haben uns weiter unterhalten während ich um den Tisch lief, stillte oder leicht hin und her schaukelte bis meine Tochter schlief. Ab da war der Knoten geplatzt. Ich bin so dankbar und merke im Schreiben, dass ich ihr das mal wieder sagen darf. Danke, dass du da geblieben bist. Das schreien wurde nicht weniger intensiv, aber ich konnte, nachdem alle Bedürfnisse abgecheckt waren ruhiger zuhören und es annehmen, ja entspannter sein.

Entspannte Eltern=entspannte Babys: Nein, aber leichter damit umzugehen!

Über Isabel Schönig:

Ich bin Mama zweier wunderbarer Töchter, Sozialpädagogin, Entwicklungspsychologische Beraterin und Entspannungspädagogin. Außerdem freiberuflicher Coach bei Familie rundherum, bei dem ich Frauen mit Kinderwunsch, Schwangere und Mamas mit Babys im ersten Lebensjahr begleite – hin zu einer bindungsstarken Beziehung zu ihrem Kind. Ganz besonders liegen mir Frauen am Herzen, die in ihrer Kindheit negative Erfahrungen gemacht haben und diese nicht an ihre Kinder weiter geben möchten.

Falls Du mehr wissen möchtest:
Mein Coachingangebot findest du auf meiner Homepage:
Isabel Schönig – traumasensible Geburtsvorbereitung
Facebook: Isabel Schönig – traumasensible Geburtsvorbereitung
Und mit jeder Menge tollen Interviews auf Instagram: Isabel Schönig

(Photo von Isabel Schönig)

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6. Blogtober – Mein Körper tut genau das Richtige https://postnatalewelt.de/blog/2019/10/06/6-blogtober-mein-koerper-tut-genau-das-richtige/ https://postnatalewelt.de/blog/2019/10/06/6-blogtober-mein-koerper-tut-genau-das-richtige/#respond Sun, 06 Oct 2019 13:48:54 +0000 https://grossekleinefuesse.de/?p=381 Ein wunderbarer Gastbeitrag von Corinna Nordhausen! Mein Körper tut genau das Richtige ❤️ Ich habe lange Zeit als Kinderkrankenschwester in einem Kinderhospiz gearbeitet. In dieser Blase hatte gefühlt jedes zweite Kind einen genetischen oder eine geburtsbedingte „Schädigung“ Da liegt es doch nahe, Angst vor der eigenen Schwangerschaft und Geburt zu bekommen. Es liegt nahe, dieser Angst mit Kontrolle zu begegnen.Gibt es doch zahlreiche Untersuchungen, die scheinbar Sicherheit schenken können. Aber ich wollte das alles nicht. Ich wollte meine Schwangerschaft und Geburt angstfrei erleben können. Mich darauf einlassen und im Vertrauen leben. Nicht im rosaroten Vertrauen, dass alles gut wird. Im Vertrauen, dass mein Körper und mein Baby genau wissen, was sie da tun. Nicht in Verdrängung vor dem was sein kann, sondern in ganz klarem Bewusstsein darüber was ich möchte und was nicht.  Ich möchte nicht dieses Risiko tragen, das Leben meines Kindes durch Eingriffe in meinen Körper zu gefährden. Ich möchte keine schlaflosen Nächte im Bangen darum, ob mein Baby gesund ist. Ich möchte keines dieser Testergebnisse, die mich zu einer Entscheidung drängen und am Ende doch falsch positiv waren. Das absolute Grauen, sich für einen SS Abbruch zu entscheiden, weil das Kind krank ist um dann nach dem Abbruch festzustellen, dass es gesund war!  Kein einziger dieser zahlreichen pränatalen Tests kann eine 100%ige Sicherheit darüber geben, dass das ungeborene Kind erkrankt oder gesund ist. Ich weiß, wie sehr ein Ungeborenes schon im Mutterleib von meinen Emotionen beeinflusst ist. Ich habe mich entschieden glücklich zu sein und meine Schwangerschaft und die kommende Geburt zu genießen.  Über Corinna Nordhausen: Ich bin Mama von drei wunderbaren Kindern und lebe mit meiner Partnerin in Bielefeld. Zur Zeit dürfen wir, gemeinsam in Elternzeit, ein aufregendes Familienleben gestalten und bauen uns parallel dazu ein online Business auf. Wir haben es uns zum Ziel gesetzt mit dem Tabuthema Tod zu brechen und ihn wieder da hinzurücken, wo er hingehört. In die Mitte der Gesellschaft. Im Herbst 2020 starten wir mit einem online Kongress für Menschen, die im beruflichen Kontext, Sterbende und ihre Angehörigen begleiten. Anschließend wird es Fort- und Weiterbildungsangebote dazu geben.  Falls Du mehr dazu wissen möchtest: Du findest mich auf Instagram – hommageansleben – und bald auch mit unserem neuen Podcast und auf Facebook. (Foto von Corinna Nordhausen)

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Ein wunderbarer Gastbeitrag von Corinna Nordhausen!

Mein Körper tut genau das Richtige ❤

Ich habe lange Zeit als Kinderkrankenschwester in einem Kinderhospiz gearbeitet. In dieser Blase hatte gefühlt jedes zweite Kind einen genetischen oder eine geburtsbedingte „Schädigung“

Da liegt es doch nahe, Angst vor der eigenen Schwangerschaft und Geburt zu bekommen.
Es liegt nahe, dieser Angst mit Kontrolle zu begegnen.
Gibt es doch zahlreiche Untersuchungen, die scheinbar Sicherheit schenken können.

Aber ich wollte das alles nicht.

Ich wollte meine Schwangerschaft und Geburt angstfrei erleben können. Mich darauf einlassen und im Vertrauen leben.

Nicht im rosaroten Vertrauen, dass alles gut wird.
Im Vertrauen, dass mein Körper und mein Baby genau wissen, was sie da tun.

Nicht in Verdrängung vor dem was sein kann, sondern in ganz klarem Bewusstsein darüber was ich möchte und was nicht. 

Ich möchte nicht dieses Risiko tragen, das Leben meines Kindes durch Eingriffe in meinen Körper zu gefährden. 
Ich möchte keine schlaflosen Nächte im Bangen darum, ob mein Baby gesund ist. 
Ich möchte keines dieser Testergebnisse, die mich zu einer Entscheidung drängen und am Ende doch falsch positiv waren.

Das absolute Grauen, sich für einen SS Abbruch zu entscheiden, weil das Kind krank ist um dann nach dem Abbruch festzustellen, dass es gesund war! 

Kein einziger dieser zahlreichen pränatalen Tests kann eine 100%ige Sicherheit darüber geben, dass das ungeborene Kind erkrankt oder gesund ist.

Ich weiß, wie sehr ein Ungeborenes schon im Mutterleib von meinen Emotionen beeinflusst ist.

Ich habe mich entschieden glücklich zu sein und meine Schwangerschaft und die kommende Geburt zu genießen. 

Über Corinna Nordhausen:

Ich bin Mama von drei wunderbaren Kindern und lebe mit meiner Partnerin in Bielefeld. Zur Zeit dürfen wir, gemeinsam in Elternzeit, ein aufregendes Familienleben gestalten und bauen uns parallel dazu ein online Business auf. Wir haben es uns zum Ziel gesetzt mit dem Tabuthema Tod zu brechen und ihn wieder da hinzurücken, wo er hingehört. In die Mitte der Gesellschaft. Im Herbst 2020 starten wir mit einem online Kongress für Menschen, die im beruflichen Kontext, Sterbende und ihre Angehörigen begleiten. Anschließend wird es Fort- und Weiterbildungsangebote dazu geben. 

Falls Du mehr dazu wissen möchtest:
Du findest mich auf Instagram – hommageansleben – und bald auch mit unserem neuen Podcast und auf Facebook.

(Foto von Corinna Nordhausen)

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Was ist wenn ich nicht mehr leben will…!? https://postnatalewelt.de/blog/2019/08/24/was-ist-wenn-ich-nicht-mehr-leben-will/ https://postnatalewelt.de/blog/2019/08/24/was-ist-wenn-ich-nicht-mehr-leben-will/#comments Sat, 24 Aug 2019 09:53:15 +0000 http://grossekleinefuesse.de/?p=356 Manchmal ist das Leben unglaublich schwer und anstrengend – ich rede von einer Traurigkeit, die dich Tag und Nacht begleitet. Depressionen sind die Ansammlung von vielen Rückschlägen, schlimmen Momenten, Überlastung und Überforderung. Eben habe ich meinem Mann gebeichtet, dass ich nicht mehr leben will. Wie nimmt einer so eine Nachricht auf? Es hat ihn sicher überfordert, denn er sagte nach einer Weile: “Bitte geh zum Therapeuten!” Dabei war das für mich ein sehr wichtiger Schritt, denn ich habe diese Gedanken nicht zum ersten Mal. Und jedes Mal weiß ich ein Stückchen besser wie ich wieder glücklich werden kann. Das wird hier keine Anleitung von mir wie du Depressionen überwinden kannst. Nein… Ich möchte dich mitnehmen wie ich mich Schritt für Schritt und Träne für Träne wieder in’s Leben hole. Tief im Inneren weiß ich, dass ich das kann – denn wie gesagt, ich tu das nicht zum ersten Mal. Erster Schritt – Weine! Ich darf traurig sein,Ich darf weinen,Ich darf sein! Lass diese Gefühle zu, die Panik, die Traurigkeit, den Schmerz und lass es raus! Ich habe mich komplett darin versinken lassen; also alles hochkommen lassen was mich in den letzten Wochen verletzt hat. Immer öfter habe ich versucht darüber zu schreiben, aber es gelang mir nicht. Ich habe versucht darüber zu reden, aber ich hatte einen Knoten im Hals. Dafür war ich einfach noch nicht bereit gewesen. Erst mussten die Gefühle raus, musste mein Inneres ein wenig angesehen und der Schmerz zugelassen werden. Das wird bei jedem unterschiedlich sein. Bei mir hat es einige Wochen gedauert, denn es kommen immer wieder neue Probleme dazu, die sich anstellen und darauf warten – nicht behoben zu werden – einfach losgelassen zu werden. Zweiter Schritt – Reden und Schreiben Wenn ich Probleme habe versuche ich sie meistens alleine zu lösen. Dann ziehe ich mich zurück und grüble ewig darauf herum. In den letzten Wochen habe ich vieles durchgemacht und auch da wusste ich nicht wie ich oder jemand anderes mir direkt helfen konnte. Über die Probleme selbst habe ich geredet, aber was diese mit mir gemacht haben – das konnte ich nicht in Worte fassen. Daher ist es mir in der ersten Zeit oft nicht möglich mir Hilfe zu holen, weil ich nicht weiß was ich eigentlich brauche. Ich bin sehr dankbar für die vielen lieben Menschen – ja ich rede von euch Manuel, Sibylle, Verena, Isabel, Tabea und vielen mehr – die sofort für mich da waren. Nur konnte ich mich nicht öffnen, auch wenn ich es wollte. Heute beim Frühstück ist es dann endlich rausgekommen und ich habe meinem Mann alles erzählt was in mir vorgeht. Das ich eigentlich gerade nur leben will um für meine Tochter da zu sein, dass ich mich trotz allem (schöne Wohnung, nette Nachbarn usw.) unglücklich und schrecklich alleine fühle. Und jetzt… sitze ich auf dem Sofa, kuschel mit meiner Kleinen und schreibe diesen Blogartikel. Das tut verdammt gut. Ich weiß wie sensibel dieses Thema ist. Aber Tabu sollte es nicht sein! Vor zwei Tagen habe ich Google durchforstet. Wie bringe ich mich am einfachsten und schmerzlos um? Es ist nicht so einfach wie ich dachte… und sehr erstaunt war ich über die vielen Bücher die es dazu auf Amazon gibt. Früher habe ich nicht verstanden wie jemand nur darüber nachdenken kann!? Ich hatte regelrecht Angst vor dem Tod. Wie kann jemand das Leben nicht mehr für wertvoll erachten? Erklären kann ich dir das nicht, aber du weißt was ich meine, wenn du dich damit schon beschäftigt hast. Dritter Schritt – Hol dir Hilfe! Das ist genau das was ich jetzt machen werde – mir Hilfe holen. Bei einem Therapeuten, Coach, wen auch immer ich für vertrauenswürdig finde. Denn ich habe mich sehr weit von mir selbst entfernt. Seltsamerweise denke ich immer noch “Ich bin genauso richtig wie ich bin”, aber gleichzeitig bin ich völlig überlastet und depressiv. Dem werde ich noch auf den Grund gehen. Wenn ich eine Antwort für mich gefunden habe schreibe ich sie dir. Wichtig ist, dass ich mit meinen Gedanken nicht mehr alleine bin. Ich bin bereit mir den Schmerz anzusehen und loszulassen. Auch das wird seine Zeit benötigen. Meistens hilft es jemanden zu haben, der einfach nur zuhört. Hier und da einen Gedanken aufgreift und aus einem anderen Blickwinkel Dinge sieht, für die du gerade einfach blind bist. Das mag von außen manchmal sehr einfach aussehen, aber es lässt jedes Mal einen Knoten platzen – wieder ein Stückchen Schmerz verarbeitet. Vierter Schritt – Sei glücklich! Olga Homering hatte in einem ihrer Webinare davon gesprochen: “Glücklich sein ist eine Entscheidung!” Das ist zu meinem Motto geworden, auch wenn ich das während meiner Depressionen nicht verfolgen kann – oder nicht umsetzen will?Ich kann es dann wieder, wenn ich meinen Schmerz angenommen und losgelassen habe. Wenn ich Freude am Leben gefunden habe und wieder bei mir angekommen bin. Erst dann kann ich auch behaupten ich kann anderen Menschen helfen. Solange ich aber selbst Hilfe brauche bin ich niemandem ein Vorbild. Während der Depressionen habe ich oft diese traurige Vorstellung, dass ich nie wieder glücklich werden kann. Es ist wie ein Teufelskreis der mich immer tiefer runterzieht. Eher eine Teufelsspirale… Wie ich mich da wieder herausziehe hast du jetzt ja gelesen. Einfach ist das nicht, aber ich sage es mal so – was habe ich groß zu verlieren? Ich kann dabei doch nur Glück und Frieden gewinnen! Und genau das ist ja mein innerster Wunsch. Mit dieser Aussicht – das Leben wieder genießen können – werde ich es auch aus dieser Phase schaffen. Solltest du gerade in einer ähnlichen Situation stecken – vielleicht hilft dir mein Weg ein wenig? Du kannst übrigens Tag und Nacht bei der Telefonseelsorge anrufen oder dich dort per Chat und Mail melden: https://www.telefonseelsorge.de Ich wünsche Dir und mir Glück und Frieden Deine Julia Amelie

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Manchmal ist das Leben unglaublich schwer und anstrengend – ich rede von einer Traurigkeit, die dich Tag und Nacht begleitet.
Depressionen sind die Ansammlung von vielen Rückschlägen, schlimmen Momenten, Überlastung und Überforderung.

Eben habe ich meinem Mann gebeichtet, dass ich nicht mehr leben will. Wie nimmt einer so eine Nachricht auf? Es hat ihn sicher überfordert, denn er sagte nach einer Weile: “Bitte geh zum Therapeuten!”

Dabei war das für mich ein sehr wichtiger Schritt, denn ich habe diese Gedanken nicht zum ersten Mal. Und jedes Mal weiß ich ein Stückchen besser wie ich wieder glücklich werden kann. Das wird hier keine Anleitung von mir wie du Depressionen überwinden kannst. Nein…
Ich möchte dich mitnehmen wie ich mich Schritt für Schritt und Träne für Träne wieder in’s Leben hole. Tief im Inneren weiß ich, dass ich das kann – denn wie gesagt, ich tu das nicht zum ersten Mal.

Erster Schritt – Weine!

Ich darf traurig sein,
Ich darf weinen,
Ich darf sein!

Lass diese Gefühle zu, die Panik, die Traurigkeit, den Schmerz und lass es raus! Ich habe mich komplett darin versinken lassen; also alles hochkommen lassen was mich in den letzten Wochen verletzt hat. Immer öfter habe ich versucht darüber zu schreiben, aber es gelang mir nicht. Ich habe versucht darüber zu reden, aber ich hatte einen Knoten im Hals. Dafür war ich einfach noch nicht bereit gewesen. Erst mussten die Gefühle raus, musste mein Inneres ein wenig angesehen und der Schmerz zugelassen werden. Das wird bei jedem unterschiedlich sein. Bei mir hat es einige Wochen gedauert, denn es kommen immer wieder neue Probleme dazu, die sich anstellen und darauf warten – nicht behoben zu werden – einfach losgelassen zu werden.

Zweiter Schritt – Reden und Schreiben

Wenn ich Probleme habe versuche ich sie meistens alleine zu lösen. Dann ziehe ich mich zurück und grüble ewig darauf herum. In den letzten Wochen habe ich vieles durchgemacht und auch da wusste ich nicht wie ich oder jemand anderes mir direkt helfen konnte. Über die Probleme selbst habe ich geredet, aber was diese mit mir gemacht haben – das konnte ich nicht in Worte fassen. Daher ist es mir in der ersten Zeit oft nicht möglich mir Hilfe zu holen, weil ich nicht weiß was ich eigentlich brauche. Ich bin sehr dankbar für die vielen lieben Menschen – ja ich rede von euch Manuel, Sibylle, Verena, Isabel, Tabea und vielen mehr – die sofort für mich da waren. Nur konnte ich mich nicht öffnen, auch wenn ich es wollte.

Heute beim Frühstück ist es dann endlich rausgekommen und ich habe meinem Mann alles erzählt was in mir vorgeht. Das ich eigentlich gerade nur leben will um für meine Tochter da zu sein, dass ich mich trotz allem (schöne Wohnung, nette Nachbarn usw.) unglücklich und schrecklich alleine fühle.

Und jetzt… sitze ich auf dem Sofa, kuschel mit meiner Kleinen und schreibe diesen Blogartikel. Das tut verdammt gut. Ich weiß wie sensibel dieses Thema ist. Aber Tabu sollte es nicht sein!
Vor zwei Tagen habe ich Google durchforstet. Wie bringe ich mich am einfachsten und schmerzlos um? Es ist nicht so einfach wie ich dachte… und sehr erstaunt war ich über die vielen Bücher die es dazu auf Amazon gibt.
Früher habe ich nicht verstanden wie jemand nur darüber nachdenken kann!? Ich hatte regelrecht Angst vor dem Tod. Wie kann jemand das Leben nicht mehr für wertvoll erachten?
Erklären kann ich dir das nicht, aber du weißt was ich meine, wenn du dich damit schon beschäftigt hast.

Dritter Schritt – Hol dir Hilfe!

Das ist genau das was ich jetzt machen werde – mir Hilfe holen. Bei einem Therapeuten, Coach, wen auch immer ich für vertrauenswürdig finde. Denn ich habe mich sehr weit von mir selbst entfernt.

Seltsamerweise denke ich immer noch “Ich bin genauso richtig wie ich bin”, aber gleichzeitig bin ich völlig überlastet und depressiv. Dem werde ich noch auf den Grund gehen. Wenn ich eine Antwort für mich gefunden habe schreibe ich sie dir.

Wichtig ist, dass ich mit meinen Gedanken nicht mehr alleine bin. Ich bin bereit mir den Schmerz anzusehen und loszulassen. Auch das wird seine Zeit benötigen. Meistens hilft es jemanden zu haben, der einfach nur zuhört. Hier und da einen Gedanken aufgreift und aus einem anderen Blickwinkel Dinge sieht, für die du gerade einfach blind bist. Das mag von außen manchmal sehr einfach aussehen, aber es lässt jedes Mal einen Knoten platzen – wieder ein Stückchen Schmerz verarbeitet.

Vierter Schritt – Sei glücklich!

Olga Homering hatte in einem ihrer Webinare davon gesprochen: “Glücklich sein ist eine Entscheidung!”

Das ist zu meinem Motto geworden, auch wenn ich das während meiner Depressionen nicht verfolgen kann – oder nicht umsetzen will?
Ich kann es dann wieder, wenn ich meinen Schmerz angenommen und losgelassen habe. Wenn ich Freude am Leben gefunden habe und wieder bei mir angekommen bin.
Erst dann kann ich auch behaupten ich kann anderen Menschen helfen. Solange ich aber selbst Hilfe brauche bin ich niemandem ein Vorbild.

Während der Depressionen habe ich oft diese traurige Vorstellung, dass ich nie wieder glücklich werden kann. Es ist wie ein Teufelskreis der mich immer tiefer runterzieht. Eher eine Teufelsspirale…
Wie ich mich da wieder herausziehe hast du jetzt ja gelesen. Einfach ist das nicht, aber ich sage es mal so – was habe ich groß zu verlieren?

Ich kann dabei doch nur Glück und Frieden gewinnen! Und genau das ist ja mein innerster Wunsch. Mit dieser Aussicht – das Leben wieder genießen können – werde ich es auch aus dieser Phase schaffen.

Solltest du gerade in einer ähnlichen Situation stecken – vielleicht hilft dir mein Weg ein wenig?
Du kannst übrigens Tag und Nacht bei der Telefonseelsorge anrufen oder dich dort per Chat und Mail melden: https://www.telefonseelsorge.de

Ich wünsche Dir und mir Glück und Frieden
Deine Julia Amelie


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Warum auch die sogenannten negativen Gefühle unglaublich wichtig sind! https://postnatalewelt.de/blog/2018/07/23/warum-auch-die-sogenannten-negativen-gefuehle-unglaublich-wichtig-sind/ https://postnatalewelt.de/blog/2018/07/23/warum-auch-die-sogenannten-negativen-gefuehle-unglaublich-wichtig-sind/#respond Mon, 23 Jul 2018 17:01:05 +0000 https://grossekleinefuesse.wordpress.com/?p=64 Ich bin zur Zeit unglaublich viel am reflektieren und arbeite an mir selbst und daher beschäftige ich mich – manchmal natürlich auch ungewollt – mit “negativen” Gefühlen. Welche Gefühle werden als negativ betitelt und warum? Scham  Scham entsteht immer dann, wenn uns eine Situation unangenehm und peinlich ist. Manchmal entsteht sogar die sogenannte Fremdscham. Sehen wir andere Personen in peinlichen Situationen ruft es in uns ebenfalls Gefühle wie Scham hervor, andere fangen an zu lachen um das zu kompensieren. Betrachten wir uns das Gefühl genauer ist die Scham sehr sehr individuell und entwickelt sich oft noch weiter ins Negative. Mir persönlich wäre es unglaublich peinlich wenn ich nackt auf die Straße gehen würde. Warum? Ich habe Probleme mit meinem Körper und möchte mir nicht vorstellen was die Leute sagen würden, wie sie gucken – ich interpretiere einfach jetzt schon unglaublich viel rein. Daraus könnten weitere Gefühle wie Angst und Schuldgefühle entstehen, bis hin zu einer Depression. Würden wir uns allerdings nicht schämen, dann würde unser Miteinander nicht mehr funktionieren. Ich bin ehrlich gesagt froh, dass im Sommer nicht alle Menschen nackt herumlaufen, in der Öffentlichkeit ihre Sexualität ausleben, ihre Ausscheidungen überall hinterlassen usw.. Ich denke solange die Scham vorhanden ist, aber nicht ins Extreme fällt, hilft sie uns in der Gesellschaft zu leben. Schuld Schuld möchte ich immer mit Verantwortung in Verbindung bringen. Schuld entsteht immer dann wenn ein Fehler passiert ist und dann die Frage aufkommt wer Schuld an dem Fehler trägt, also wer die Verantwortung dafür trägt. Ich habe vor Jahren auf meinen kleinen Bruder aufgepasst, als meine Eltern abends weg waren. Mir wurde also die Verantwortung übertragen ihn ins Bett zu bringen und dafür zu sorgen, dass er nicht alleine ist und ihm nichts passiert. Nun hatte ich vergessen vor sein Hochbett eine Klappmatratze und Kissen auszulegen, weil bekannt war, dass er sich im Schlaf ab und zu hingesetzt und danach zur Seite umgefallen ist. Bis dahin war er nie aus dem Bett gefallen; an diesem Abend schon. Er ist auf den Kopf gefallen und musste auf die Intensivstation. Ein Haarnadelriss wurde im Schädel entdeckt und ich habe mir jahrelang Schuldvorwürfe gemacht, dass ich diese blöde Matratze vergessen habe! Negativ wird die Schuld dann, wenn wir unseren Fehler selbst nicht eingestehen, wenn wir uns für Fehler nicht verzeihen und daraus lernen oder die Schuld und damit die Verantwortung auf andere Menschen abschieben. Dabei sind Fehler wirklich wichtig um Erfahrungen zu sammeln und uns weiterzuentwickeln! Ich habe aus der Geschichte mit meinem Bruder gelernt mit meiner Verantwortung umzugehen, wenn ich auf einen kleinen Menschen aufpasse und ich habe mir den Fehler verziehen. Es war schließlich nie meine Absicht ihn zu verletzen! Angst Angst ist etwas gemeines, aber hilfreiches und ist auch hier sehr individuell. Das Unbekannte ist das womit Horrorfilme zum Beispiel oft den Nervenkitzel hervorrufen. Die Musik, die Dunkelheit, alles macht uns weiß, dass etwas Gefährliches da ist, aber das Schlimme ist daran, dass wir nicht wissen was. Wir stellen uns in unserer Fantasie alles mögliche vor und am Ende wenn es sich endlich offenbart ist der Schreckmoment meist vorbei und es ist gar nicht mehr so schlimm. Angst vor dem Tod kommt auch oft daher, dass wir nicht wissen was passiert. Sind die Schmerzen schlimm? Müssen wir leiden? Verlustängste, dass ein geliebter Mensch nicht mehr bei uns ist. Dazu kommen viele Phobien, bei denen extreme Angst bis hin zur Panik eine Rolle spielen. Das positive an der Angst ist, dass sie uns davon abhält in dunkle Gassen zu gehen oder in einen Tigerkäfig zu klettern. Sie hilft uns ganz einfach zu überleben und vorsichtiger durch den Alltag zu gehen. Ich habe ziemlich Höhenangst und trotzdem fahre ich total gerne Achterbahnen, weil es Spaß macht und ich angeschnallt bin. Wenn die Sicherheit fehlt kommt die Angst. Trauer Trauer und Enttäuschung kennt sicher jeder gut. Wenn wir einen geliebten Menschen verlieren oder sich ein Traum nicht erfüllt. Ich trauere immer noch, weil ich meine kleine Tochter nicht selber gebären konnte, sondern ein Notfallkaiserschnitt durchgeführt werden musste. Ich hätte sie unheimlich gerne direkt nach der Geburt auf meiner Brust liegen gehabt und sie gestillt. Die dreistündige Trennung war unglaublich schwer für mich. Unverarbeitete Trauer kann zu einem Trauma und Depressionen führen, aber oft ist es die Angst vor dem Schmerz, die uns daran hindert das Gefühl der Trauer völlig frei zuzulassen. Sich zuzugestehen, dass es einem nicht gut geht, zu weinen und den Schmerz anzunehmen ist manchmal eine sehr große Überwindung. Oft wird in der Gesellschaft nicht anerkannt, wie schwer eine Situation für uns war und es wird nur erwartet, dass wir funktionieren. Der unverarbeitete Schmerz kann uns ganz schnell in Notsituationen bringen und uns überfordern. Dann entstehen die Wutausbrüche: Wut Wut ist der letzte Kanal den unser Gehirn verwendet um uns zu zeigen, dass etwas nicht in Ordnung ist und wir nicht mehr wissen, was wir tun sollen. Schreien, schlagen, Sachen zerstören, die Wut sucht sich in der Handlung ein Ventil. Leider wird die Wut dabei oft an anderen Menschen ausgelassen und am ehesten trifft es die, die uns am nächsten stehen. Besonders Kinder trifft es am meisten. Ich gebe zu, dass ich auch schon meine Tochter angebrüllt habe, weil ich einfach nicht wusste was sie mir mit ihrem stundenlangen Gebrüll sagen will. Dabei war sie sicher zu diesem Zeitpunkt selber in Not geraten. Anschließend entschuldige ich mich jedes Mal bei ihr und erkläre ihr warum ich das getan habe. Vor allem sage ich ihr, dass es mein Problem ist und sie nicht daran Schuld ist. Ich bin dabei meine Angst und meine Trauer genau zu reflektieren, um es überhaupt nicht mehr zu Situationen kommen zu lassen, in denen ich andere anbrülle. Wenn ich merke, dass mir gerade alles zu viel ist und nicht genügend Bedürfnisse meinerseits erfüllt sind, dann ziehe ich mich sofort zurück, schreie in mein Kissen oder schlage auf etwas weiches ein. Es gibt der Wut einen harmlosen Kanal und ich schade damit niemandem. Sport mache ich auch gerne um die Aggressionen rauszulassen, nur kann ich nicht einfach mit dem Fahrrad wegfahren wenn meine Tochter mich gerade braucht. Alles in allem sind diese Emotionen eng miteinander verflochten und rufen mal mehr oder weniger Handlungen in uns hervor, die wir nachher so nicht haben wollten. Aber warum ist das eigentlich schlecht? Die negativen Gefühle lassen uns doch schreckliche Dinge verarbeiten und uns besser kennenlernen. Sofern wir die Emotionen zulassen, annehmen und uns nicht zusätzlich dafür fertigmachen oder anderen schaden haben sie ein riesiges Entwicklungspotenzial und es kann nur Gutes daraus entstehen. Ein bisschen stelle ich mir das wie ein Waldbrand vor. Mein Traum von der perfekten Geburt meiner Tochter ist verbrannt, aber die Erde für eine starke Bindung ist trotzdem vorhanden und die Pflanze wächst und gedeiht wie ich es vorher nicht für möglich gehalten habe. Es ist völlig ok diese Emotionen zu haben: Nutze Deine “negativen” Gefühle und lass Schönes daraus entstehen – Du wirst sehen – es lohnt sich! Deine Julia Amelie

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Ich bin zur Zeit unglaublich viel am reflektieren und arbeite an mir selbst und daher beschäftige ich mich – manchmal natürlich auch ungewollt – mit “negativen” Gefühlen.

Welche Gefühle werden als negativ betitelt und warum?

Scham 

Scham entsteht immer dann, wenn uns eine Situation unangenehm und peinlich ist. Manchmal entsteht sogar die sogenannte Fremdscham. Sehen wir andere Personen in peinlichen Situationen ruft es in uns ebenfalls Gefühle wie Scham hervor, andere fangen an zu lachen um das zu kompensieren. Betrachten wir uns das Gefühl genauer ist die Scham sehr sehr individuell und entwickelt sich oft noch weiter ins Negative. Mir persönlich wäre es unglaublich peinlich wenn ich nackt auf die Straße gehen würde. Warum? Ich habe Probleme mit meinem Körper und möchte mir nicht vorstellen was die Leute sagen würden, wie sie gucken – ich interpretiere einfach jetzt schon unglaublich viel rein. Daraus könnten weitere Gefühle wie Angst und Schuldgefühle entstehen, bis hin zu einer Depression. Würden wir uns allerdings nicht schämen, dann würde unser Miteinander nicht mehr funktionieren. Ich bin ehrlich gesagt froh, dass im Sommer nicht alle Menschen nackt herumlaufen, in der Öffentlichkeit ihre Sexualität ausleben, ihre Ausscheidungen überall hinterlassen usw.. Ich denke solange die Scham vorhanden ist, aber nicht ins Extreme fällt, hilft sie uns in der Gesellschaft zu leben.

Schuld

Schuld möchte ich immer mit Verantwortung in Verbindung bringen. Schuld entsteht immer dann wenn ein Fehler passiert ist und dann die Frage aufkommt wer Schuld an dem Fehler trägt, also wer die Verantwortung dafür trägt. Ich habe vor Jahren auf meinen kleinen Bruder aufgepasst, als meine Eltern abends weg waren. Mir wurde also die Verantwortung übertragen ihn ins Bett zu bringen und dafür zu sorgen, dass er nicht alleine ist und ihm nichts passiert. Nun hatte ich vergessen vor sein Hochbett eine Klappmatratze und Kissen auszulegen, weil bekannt war, dass er sich im Schlaf ab und zu hingesetzt und danach zur Seite umgefallen ist. Bis dahin war er nie aus dem Bett gefallen; an diesem Abend schon. Er ist auf den Kopf gefallen und musste auf die Intensivstation. Ein Haarnadelriss wurde im Schädel entdeckt und ich habe mir jahrelang Schuldvorwürfe gemacht, dass ich diese blöde Matratze vergessen habe! Negativ wird die Schuld dann, wenn wir unseren Fehler selbst nicht eingestehen, wenn wir uns für Fehler nicht verzeihen und daraus lernen oder die Schuld und damit die Verantwortung auf andere Menschen abschieben. Dabei sind Fehler wirklich wichtig um Erfahrungen zu sammeln und uns weiterzuentwickeln! Ich habe aus der Geschichte mit meinem Bruder gelernt mit meiner Verantwortung umzugehen, wenn ich auf einen kleinen Menschen aufpasse und ich habe mir den Fehler verziehen. Es war schließlich nie meine Absicht ihn zu verletzen!

Angst

Angst ist etwas gemeines, aber hilfreiches und ist auch hier sehr individuell. Das Unbekannte ist das womit Horrorfilme zum Beispiel oft den Nervenkitzel hervorrufen. Die Musik, die Dunkelheit, alles macht uns weiß, dass etwas Gefährliches da ist, aber das Schlimme ist daran, dass wir nicht wissen was. Wir stellen uns in unserer Fantasie alles mögliche vor und am Ende wenn es sich endlich offenbart ist der Schreckmoment meist vorbei und es ist gar nicht mehr so schlimm. Angst vor dem Tod kommt auch oft daher, dass wir nicht wissen was passiert. Sind die Schmerzen schlimm? Müssen wir leiden? Verlustängste, dass ein geliebter Mensch nicht mehr bei uns ist. Dazu kommen viele Phobien, bei denen extreme Angst bis hin zur Panik eine Rolle spielen. Das positive an der Angst ist, dass sie uns davon abhält in dunkle Gassen zu gehen oder in einen Tigerkäfig zu klettern. Sie hilft uns ganz einfach zu überleben und vorsichtiger durch den Alltag zu gehen. Ich habe ziemlich Höhenangst und trotzdem fahre ich total gerne Achterbahnen, weil es Spaß macht und ich angeschnallt bin. Wenn die Sicherheit fehlt kommt die Angst.

Trauer

Trauer und Enttäuschung kennt sicher jeder gut. Wenn wir einen geliebten Menschen verlieren oder sich ein Traum nicht erfüllt. Ich trauere immer noch, weil ich meine kleine Tochter nicht selber gebären konnte, sondern ein Notfallkaiserschnitt durchgeführt werden musste. Ich hätte sie unheimlich gerne direkt nach der Geburt auf meiner Brust liegen gehabt und sie gestillt. Die dreistündige Trennung war unglaublich schwer für mich. Unverarbeitete Trauer kann zu einem Trauma und Depressionen führen, aber oft ist es die Angst vor dem Schmerz, die uns daran hindert das Gefühl der Trauer völlig frei zuzulassen. Sich zuzugestehen, dass es einem nicht gut geht, zu weinen und den Schmerz anzunehmen ist manchmal eine sehr große Überwindung. Oft wird in der Gesellschaft nicht anerkannt, wie schwer eine Situation für uns war und es wird nur erwartet, dass wir funktionieren. Der unverarbeitete Schmerz kann uns ganz schnell in Notsituationen bringen und uns überfordern. Dann entstehen die Wutausbrüche:

Wut

Wut ist der letzte Kanal den unser Gehirn verwendet um uns zu zeigen, dass etwas nicht in Ordnung ist und wir nicht mehr wissen, was wir tun sollen. Schreien, schlagen, Sachen zerstören, die Wut sucht sich in der Handlung ein Ventil. Leider wird die Wut dabei oft an anderen Menschen ausgelassen und am ehesten trifft es die, die uns am nächsten stehen. Besonders Kinder trifft es am meisten. Ich gebe zu, dass ich auch schon meine Tochter angebrüllt habe, weil ich einfach nicht wusste was sie mir mit ihrem stundenlangen Gebrüll sagen will. Dabei war sie sicher zu diesem Zeitpunkt selber in Not geraten. Anschließend entschuldige ich mich jedes Mal bei ihr und erkläre ihr warum ich das getan habe. Vor allem sage ich ihr, dass es mein Problem ist und sie nicht daran Schuld ist. Ich bin dabei meine Angst und meine Trauer genau zu reflektieren, um es überhaupt nicht mehr zu Situationen kommen zu lassen, in denen ich andere anbrülle. Wenn ich merke, dass mir gerade alles zu viel ist und nicht genügend Bedürfnisse meinerseits erfüllt sind, dann ziehe ich mich sofort zurück, schreie in mein Kissen oder schlage auf etwas weiches ein. Es gibt der Wut einen harmlosen Kanal und ich schade damit niemandem. Sport mache ich auch gerne um die Aggressionen rauszulassen, nur kann ich nicht einfach mit dem Fahrrad wegfahren wenn meine Tochter mich gerade braucht.

Alles in allem sind diese Emotionen eng miteinander verflochten und rufen mal mehr oder weniger Handlungen in uns hervor, die wir nachher so nicht haben wollten. Aber warum ist das eigentlich schlecht? Die negativen Gefühle lassen uns doch schreckliche Dinge verarbeiten und uns besser kennenlernen. Sofern wir die Emotionen zulassen, annehmen und uns nicht zusätzlich dafür fertigmachen oder anderen schaden haben sie ein riesiges Entwicklungspotenzial und es kann nur Gutes daraus entstehen. Ein bisschen stelle ich mir das wie ein Waldbrand vor. Mein Traum von der perfekten Geburt meiner Tochter ist verbrannt, aber die Erde für eine starke Bindung ist trotzdem vorhanden und die Pflanze wächst und gedeiht wie ich es vorher nicht für möglich gehalten habe.

Es ist völlig ok diese Emotionen zu haben: Nutze Deine “negativen” Gefühle und lass Schönes daraus entstehen – Du wirst sehen – es lohnt sich!

Deine Julia Amelie

Der Beitrag Warum auch die sogenannten negativen Gefühle unglaublich wichtig sind! erschien zuerst auf Mama hat AuDHS.

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