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Selbstfürsorge Archive - Mama hat AuDHS https://postnatalewelt.de/blog/category/selbstfuersorge/ Mein Leben mit der Autismus & ADHS Kombi Fri, 14 Feb 2020 11:18:16 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.6.5 Was darf der Frauenarzt? Unnötige Grenzüberschreitung in der Gynäkologie https://postnatalewelt.de/blog/2020/02/14/was-darf-der-frauenarzt-unnoetige-grenzueberschreitung-in-der-gynaekologie/ https://postnatalewelt.de/blog/2020/02/14/was-darf-der-frauenarzt-unnoetige-grenzueberschreitung-in-der-gynaekologie/#respond Fri, 14 Feb 2020 11:18:16 +0000 https://postnatalewelt.de/?p=630 Triggerwarnung: Ich schreibe über Grenzüberschreitung, alte Muster und aufbrechen alter Wunden (psychisch). Mut zur neuen Schwangerschaft Ganz voran, ich bin schwanger (10. Woche) und bin sehr glücklich darüber. Vor einigen Monaten hatte ich noch gesagt ich will nie wieder Kinder bekommen aufgrund des Geburtstraumas und der folgenden Depressionen. Nachdem ich den Schmerz 2018 bis letztes Jahr sehr gut aufarbeiten und annehmen konnte, habe ich letztendlich doch angefangen an ein zweites Baby zu denken. Vor allem aber mit dem Wissen, dass ich so viel dazugelernt habe: Über Schwangerschaft und Geburt, über die Babyzeit, Bindung und Beziehung. Es geht immer anders und vor allem darf ich über mich und meinen Körper selbst bestimmen. So beschloss ich also: Wenn ich nochmal schwanger werde, dann wird es eine selbstbestimmte Hausgeburt auf die ich mich mit Hypnobirthing vorbereite. Und selbst wenn ich bei einem Notfall ins Krankenhaus muss will ich entsprechende Entspannungsmethoden dabeihaben und mich gegen falsche Behandlungen von Ärzten oder Hebammen durchsetzen können. Denn bei der Geburt geht es um mich und mein Baby und ich darf entscheiden, was mit meinem Körper gemacht werden darf und was nicht. Aus gesundheitlichen und zeitlichen Gründen wird oft ein Programm in der Klinik abgespult – sehr zum Nachteil der Gebärenden. Einleitung, unmögliche Geburtspositionen, tagelange Schmerzen bis zur völligen Erschöpfung, manchmal verbale und körperliche Gewalt durch Klinikpersonal und letztendlich der Notkaiserschnitt, oft mit stundenlanger Trennung vom Baby. Dazu werde ich gesondert einen Artikel verfassen, denn Gewalt in der Geburtshilfe ist leider alltäglich geworden (oder war es schon immer?). Mehr zu meiner ersten Alptraum-Geburt kannst du hier lesen:Meine Traumgeburt, die zum Alptraum wurde Eigentlich lief alles gut… An Silvester machte ich den ersten Schwangerschaftstest, leider zu früh. Er war negativ und ich dachte: “Schade, hat leider nicht geklappt…” und war traurig. Dann blieb meine Periode aus, normalerweise auch nicht ungewöhnlich. Teilweise ist das bei mir bis zu einer Woche so. Meine Brüste waren aber gegenüber dem normalen ziehen sehr berührungsempfindlich und so langsam keimte in mir der Gedanke, dass der erste Test vielleicht falsch gewesen war. Nach 4 Tagen ausbleibender Periode wagte ich den nächsten Versuch und siehe da: Schwanger! So wie ich bei der ersten Schwangerschaft vor Schock und Überraschung weinte, kamen mir dieses Mal pure Freudentränen. “Da wächst wieder ein kleines Wunder in mir!” Ich hatte vorher viele Ängste – “kann ich überhaupt wieder schwanger werden? Was wenn beim Kaiserschnitt doch irgendwas kaputtgegangen ist, ein Eierstock verklebt ist?” und so weiter und so fort… Mein Mann freut sich sehr mit mir; diesmal ist es ein richtiges Wunschbaby. Kurze Zeit später begann auch schon die Übelkeit; ich hatte mich sowieso schon gewundert so wenig Energie zu haben und im Treppenhaus (wir wohnen im 3. Stock ohne Aufzug) immer so schnell aus der Puste zu sein. Zum Glück hing ich nicht wie in der ersten Schwangerschaft über der Kloschüssel und seit letzter Woche ist die Übelkeit bereits verschwunden. Insgesamt fühle ich mich sehr wohl und freue mich sehr auf die Geburt. Nach ein wenig Suche habe ich eine super liebe Hebamme gefunden, die mich vor und während der Hausgeburt begleitet. Ich erkundigte mich bei Freunden und bei ihr wie es denn mit dem Frauenarzt aussieht. Wie viele Untersuchungen muss ich machen und welche sind wirklich wichtig? Mir war von vornherein klar: Nach meiner Erfahrung von stündlichen bis halbstündlichen (teils sehr schmerzhaften) vaginalen Untersuchungen während der Geburt will ich das nicht beim Frauenarzt haben und auch während der Hausgeburt nur so viel untersucht werden wie nötig. Ich möchte mich auf meinen Körper verlassen und keine alten Erinnerungen hochkommen lassen. Tatsächlich herausgefunden habe ich: Nichts muss, alles kann! Keine einzige Untersuchung muss ich über mich ergehen lassen, ich darf auch hier über meinen Körper bestimmen. Also beschloss ich für mich: Blut abnehmen und oberhalb des Bauches schallen ist für mich vollkommen in Ordnung; mehr als die drei Ultraschalluntersuchungen will ich nicht. Für die Hebamme war das völlig in Ordnung, was mir auch nochmal ein gutes Gefühl der Sicherheit gab. Erstens kommt es anders und zweitens als ich fühle… Jetzt komme ich zum eigentlich schmerzlichen Teil des Beitrages. Ja, ich habe eine Frauenarztpraxis gefunden. Nein, ich konnte beim Termin ausmachen nicht fragen welche der vielen Frauenärzte ich bekomme und ob meine Wünsche bezüglich der 3 Untersuchungen berücksichtigt werden. Also fuhr ich mit der Einstellung hin genau das von Anfang an klarzustellen und einzufordern. Meine Tochter war natürlich dabei, da ich sie zu Hause betreue. Im Wartezimmer saßen wir etwa eine halbe Stunde und Emily spielte wunderbar mit dem angebotenen Spielzeug. Dann saßen wir etwa 20 Minuten im Flur vor dem Untersuchungszimmer und ich füllte den Anmeldebogen aus. Emily wurde verständlicherweise langsam ungeduldig und ich vertröstete sie mit Keksen, Gummibärchen und Bücher lesen. Endlich kam ich dran und lernte die Frauenärztin kennen. Im Zimmer wurde mir übel, weil es nach irgendeinem grauenhaft süßlichen Duft roch (Parfüm oder Duftlampe?). Das war schon etwas seltsam, weil ich dachte es sei bekannt, dass Schwangere geruchsempfindlich sind. Sie klärte mit mir noch Krankheitsfälle in der Familie und die üblichen Fragen eben und ging dann den Mutterpass zur ersten Schwangerschaft durch. Ganz sympathisch war sie mir nicht, aber ich dachte mir ich gebe ihr eben eine Chance. Ich erzählte von meinem Geburtstrauma und den Depressionen und fragte ob es nur die drei Ultraschalluntersuchungen wären. Sie bestätigte und meinte, dass ich ja öfter da wäre und bei der ersten Aufnahme auch ein Abstrich zur Krebsvorsorge gemacht wird. Da hakte ich direkt ein und meinte, dass ich so oft während der ersten Geburt vaginal untersucht wurde, dass ich das bei ihr nicht mitmachen möchte. Daraufhin gab es ein Hin und Her, wobei sie hauptsächlich meinte ohne diese vaginale Untersuchungen könne sie den Mutterpass nicht anlegen und es wird nun mal immer so gemacht. Ich war kurz vorm heulen, weil ich nicht genau wusste was ich jetzt machen soll. “Ach das machen wir jetzt gemeinsam, das ist alles in Ordnung!” meinte sie nur. Ich fragte wieder ob es keine andere Möglichkeit gibt und war innerlich schon ziemlich erstarrt. Schon die Vorstellung mich gleich untersuchen lassen zu müssen erzeugten in mir Fluchtgedanken. In meinem Kopf schwirrte alles und dann rastete das alte Muster ein: “Stell dich nicht so an, sonst kriegst du keinen Mutterpass! Gib der Ärztin eine Chance, sie weiß was sie tut und es wird sicher nicht so schlimm wie du es dir einredest!” Die Fluchtgedanken wurden leiser. Dann sagte sie bestimmt zu mir: “Gehen Sie bitte in die Umkleide und machen sich untenrum frei!” Ich folgte, stand mit etwas wackeligen Beinen auf und lief mit Emily in die Umkleidekabine. Beim ausziehen dachte ich für einen lauten Moment: “Jetzt ist die letzte Chance! Geh raus und brech das Ganze ab! Du willst das doch gar nicht!” Aber wie in einer Automation mit einem Klumpen im Magen ging ich zum Untersuchungsstuhl (mir fiel auf, dass es im Raum gar keine Liege gab, nur diesen schrecklichen Stuhl). Ich fühlte mich völlig ausgeliefert. Der Abstrich zur Krebsvorsorge tat richtig weh. Ich biss die Zähne zusammen, unterdrückte erneut die Tränen und versuchte durchzuhalten. Die Frauenärztin versuchte ständig über belangloses Zeug zu reden, abgewechselt von “Ist doch gar nicht schlimm, schon vorbei, alles in Ordnung!” und “Na die Geburt ist ja schon lange rum, das machen wir jetzt!”. Doch für mich war es schlimm und ich sagte ihr auch, dass mir die Untersuchung weh tat. Ich hoffte nur, dass es schnell vorbei sei und ich gehen könne. Sie tat alle meine Beschwerden ab, als sei ich ein kleines Kind, dem man weismachen will, dass ein Beinbruch doch nicht schlimm sei. Gips drauf und alles gut! Die Ultraschalluntersuchung tat wieder schrecklich weh und dieses Mal untersuchte sie länger. Ich konnte mich nicht über das kleine gesunde Baby freuen, das auf dem Bildschirm erschien. In meinem Kopf versuchte ich irgendwie zusammenzukratzen wie ich mit den Schmerzen umgehen soll. Versuchen den Unterleib zu entspannen, atmen, durchbeißen… Es half nichts, die Schmerzen wurden nur schlimmer. Das Ultraschallbild ist völlig verschwommen und im Endeffekt für den Müll. Letztendlich habe ich herausgefunden, dass ich schwanger bin, ein gesundes Baby in genau der richtigen Größe habe und das wars gewesen. Das wusste ich auch vorher schon. Die ganze Untersuchung hätte ich mir wirklich ersparen können! Endlich war es vorbei und ich zog mich leicht zitternd um. Die Brust untersuchte sie noch, das war einigermaßen in Ordnung. Kurze Eintragung, eine Aufklärung über weitere Blutuntersuchungen, die ich selbst bezahlen müsste und Tschüss. War ja alles nicht so schlimm…Im Flur mussten wir wieder warten und mir wurde Blut abgenommen. Ich sagte dazu, dass ich kein Blut sehen kann. Trotzdem wurde ich direkt danach an den Empfang gebeten. Mein Arm tat weh, mein Unterleib schmerzte und ich bekam den nächsten Termin in die Hand gedrückt. Emily hatte Hunger und wir gingen zum Bäcker um die Ecke. Ich kaufte einen großen Milchkaffee und erst als ich saß und kurz Ruhe hatte – da fiel mir auf, dass ich am ganzen Körper zitterte. Mir ging es nicht gut. Wieder war ich kurz vor den Tränen und wollte nur noch nach Hause. Warum hatte ich das zugelassen? Warum habe ich schon wieder jemanden über mich bestimmen lassen?Zu Hause weinte ich mich aus, rollte meinen schmerzenden Körper auf dem Sofa zusammen und kuschelte meine Tochter. Ich schreib mit einer guten Freundin und meinem Mann. Heute habe ich den nächsten Termin in der Praxis abgesagt und die Schwangerschaftsvorsorge abgebrochen. Ich kann dort nie wieder hingehen. Mein altes Muster ist hervorgebrochen (Zähne zusammenbeißen und durchstehen), die Wunden und Erinnerungen von den Untersuchungen während der ersten Geburt sind wieder aufgerissen und meine körperlichen Grenzen wurden weit überschritten. Im Nachhinein fühle ich mich, als hätte ich einer Vergewaltigung zugestimmt. Wie geht es weiter? Letzte Nacht hat sich mein Darm völlig verkrampft und entleert. Mein Körper zeigt mir mit aller Macht, dass ich mit den Eingriffen nicht klarkomme. Es wird noch eine Weile dauern bis ich das verarbeitet habe. Darüber schreiben ist wie immer ein erster Schritt! Und warum habe ich das öffentlich getan? Weil ich damit zeigen möchte, wie leicht hochsensible Menschen beeinflusst und manipuliert werden können. Weil wir unseren Körper beschützen müssen! Weil es so wichtig ist unsere Grenzen zu kennen und zu wahren! Ich habe auf sehr sehr schmerzhafte Weise lernen müssen, das nächste Mal für mich einzustehen. Es ist mein Körper und ich bestimme alleine wer mich anfassen und untersuchen darf! Lass dir von niemandem etwas anderes einreden! Ich werde mit meiner Hebamme reden und mir für die letzten beiden Ultraschalluntersuchungen einen anderen Frauenarzt suchen. Dieses Mal ist mein Vertrauen in Ärzte vollkommen gebrochen. Ich werde mich nur noch auf mich, meinen Körper und meine Wünsche einlassen. Und wenn ich dafür Widerspruchserklärungen unterschreiben oder zehn Mal die Praxis wechseln muss. In meinen Mutterpass wurde übrigens nichts eingetragen; es fühlt sich völlig umsonst an untersucht worden zu sein… Pass auf Dich auf!Deine Julia Amelie

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Triggerwarnung: Ich schreibe über Grenzüberschreitung, alte Muster und aufbrechen alter Wunden (psychisch).

Mut zur neuen Schwangerschaft

Ganz voran, ich bin schwanger (10. Woche) und bin sehr glücklich darüber. Vor einigen Monaten hatte ich noch gesagt ich will nie wieder Kinder bekommen aufgrund des Geburtstraumas und der folgenden Depressionen. Nachdem ich den Schmerz 2018 bis letztes Jahr sehr gut aufarbeiten und annehmen konnte, habe ich letztendlich doch angefangen an ein zweites Baby zu denken. Vor allem aber mit dem Wissen, dass ich so viel dazugelernt habe: Über Schwangerschaft und Geburt, über die Babyzeit, Bindung und Beziehung. Es geht immer anders und vor allem darf ich über mich und meinen Körper selbst bestimmen. So beschloss ich also: Wenn ich nochmal schwanger werde, dann wird es eine selbstbestimmte Hausgeburt auf die ich mich mit Hypnobirthing vorbereite. Und selbst wenn ich bei einem Notfall ins Krankenhaus muss will ich entsprechende Entspannungsmethoden dabeihaben und mich gegen falsche Behandlungen von Ärzten oder Hebammen durchsetzen können. Denn bei der Geburt geht es um mich und mein Baby und ich darf entscheiden, was mit meinem Körper gemacht werden darf und was nicht. Aus gesundheitlichen und zeitlichen Gründen wird oft ein Programm in der Klinik abgespult – sehr zum Nachteil der Gebärenden. Einleitung, unmögliche Geburtspositionen, tagelange Schmerzen bis zur völligen Erschöpfung, manchmal verbale und körperliche Gewalt durch Klinikpersonal und letztendlich der Notkaiserschnitt, oft mit stundenlanger Trennung vom Baby. Dazu werde ich gesondert einen Artikel verfassen, denn Gewalt in der Geburtshilfe ist leider alltäglich geworden (oder war es schon immer?). Mehr zu meiner ersten Alptraum-Geburt kannst du hier lesen:
Meine Traumgeburt, die zum Alptraum wurde

Eigentlich lief alles gut…

An Silvester machte ich den ersten Schwangerschaftstest, leider zu früh. Er war negativ und ich dachte: “Schade, hat leider nicht geklappt…” und war traurig. Dann blieb meine Periode aus, normalerweise auch nicht ungewöhnlich. Teilweise ist das bei mir bis zu einer Woche so. Meine Brüste waren aber gegenüber dem normalen ziehen sehr berührungsempfindlich und so langsam keimte in mir der Gedanke, dass der erste Test vielleicht falsch gewesen war. Nach 4 Tagen ausbleibender Periode wagte ich den nächsten Versuch und siehe da: Schwanger!
So wie ich bei der ersten Schwangerschaft vor Schock und Überraschung weinte, kamen mir dieses Mal pure Freudentränen. “Da wächst wieder ein kleines Wunder in mir!”
Ich hatte vorher viele Ängste – “kann ich überhaupt wieder schwanger werden? Was wenn beim Kaiserschnitt doch irgendwas kaputtgegangen ist, ein Eierstock verklebt ist?” und so weiter und so fort…
Mein Mann freut sich sehr mit mir; diesmal ist es ein richtiges Wunschbaby. Kurze Zeit später begann auch schon die Übelkeit; ich hatte mich sowieso schon gewundert so wenig Energie zu haben und im Treppenhaus (wir wohnen im 3. Stock ohne Aufzug) immer so schnell aus der Puste zu sein.
Zum Glück hing ich nicht wie in der ersten Schwangerschaft über der Kloschüssel und seit letzter Woche ist die Übelkeit bereits verschwunden. Insgesamt fühle ich mich sehr wohl und freue mich sehr auf die Geburt. Nach ein wenig Suche habe ich eine super liebe Hebamme gefunden, die mich vor und während der Hausgeburt begleitet.
Ich erkundigte mich bei Freunden und bei ihr wie es denn mit dem Frauenarzt aussieht. Wie viele Untersuchungen muss ich machen und welche sind wirklich wichtig?
Mir war von vornherein klar: Nach meiner Erfahrung von stündlichen bis halbstündlichen (teils sehr schmerzhaften) vaginalen Untersuchungen während der Geburt will ich das nicht beim Frauenarzt haben und auch während der Hausgeburt nur so viel untersucht werden wie nötig. Ich möchte mich auf meinen Körper verlassen und keine alten Erinnerungen hochkommen lassen.
Tatsächlich herausgefunden habe ich: Nichts muss, alles kann!
Keine einzige Untersuchung muss ich über mich ergehen lassen, ich darf auch hier über meinen Körper bestimmen. Also beschloss ich für mich: Blut abnehmen und oberhalb des Bauches schallen ist für mich vollkommen in Ordnung; mehr als die drei Ultraschalluntersuchungen will ich nicht. Für die Hebamme war das völlig in Ordnung, was mir auch nochmal ein gutes Gefühl der Sicherheit gab.

Erstens kommt es anders und zweitens als ich fühle…

Jetzt komme ich zum eigentlich schmerzlichen Teil des Beitrages. Ja, ich habe eine Frauenarztpraxis gefunden. Nein, ich konnte beim Termin ausmachen nicht fragen welche der vielen Frauenärzte ich bekomme und ob meine Wünsche bezüglich der 3 Untersuchungen berücksichtigt werden. Also fuhr ich mit der Einstellung hin genau das von Anfang an klarzustellen und einzufordern.
Meine Tochter war natürlich dabei, da ich sie zu Hause betreue. Im Wartezimmer saßen wir etwa eine halbe Stunde und Emily spielte wunderbar mit dem angebotenen Spielzeug. Dann saßen wir etwa 20 Minuten im Flur vor dem Untersuchungszimmer und ich füllte den Anmeldebogen aus. Emily wurde verständlicherweise langsam ungeduldig und ich vertröstete sie mit Keksen, Gummibärchen und Bücher lesen. Endlich kam ich dran und lernte die Frauenärztin kennen. Im Zimmer wurde mir übel, weil es nach irgendeinem grauenhaft süßlichen Duft roch (Parfüm oder Duftlampe?). Das war schon etwas seltsam, weil ich dachte es sei bekannt, dass Schwangere geruchsempfindlich sind. Sie klärte mit mir noch Krankheitsfälle in der Familie und die üblichen Fragen eben und ging dann den Mutterpass zur ersten Schwangerschaft durch. Ganz sympathisch war sie mir nicht, aber ich dachte mir ich gebe ihr eben eine Chance. Ich erzählte von meinem Geburtstrauma und den Depressionen und fragte ob es nur die drei Ultraschalluntersuchungen wären. Sie bestätigte und meinte, dass ich ja öfter da wäre und bei der ersten Aufnahme auch ein Abstrich zur Krebsvorsorge gemacht wird. Da hakte ich direkt ein und meinte, dass ich so oft während der ersten Geburt vaginal untersucht wurde, dass ich das bei ihr nicht mitmachen möchte. Daraufhin gab es ein Hin und Her, wobei sie hauptsächlich meinte ohne diese vaginale Untersuchungen könne sie den Mutterpass nicht anlegen und es wird nun mal immer so gemacht. Ich war kurz vorm heulen, weil ich nicht genau wusste was ich jetzt machen soll. “Ach das machen wir jetzt gemeinsam, das ist alles in Ordnung!” meinte sie nur. Ich fragte wieder ob es keine andere Möglichkeit gibt und war innerlich schon ziemlich erstarrt. Schon die Vorstellung mich gleich untersuchen lassen zu müssen erzeugten in mir Fluchtgedanken. In meinem Kopf schwirrte alles und dann rastete das alte Muster ein: “Stell dich nicht so an, sonst kriegst du keinen Mutterpass! Gib der Ärztin eine Chance, sie weiß was sie tut und es wird sicher nicht so schlimm wie du es dir einredest!” Die Fluchtgedanken wurden leiser. Dann sagte sie bestimmt zu mir: “Gehen Sie bitte in die Umkleide und machen sich untenrum frei!” Ich folgte, stand mit etwas wackeligen Beinen auf und lief mit Emily in die Umkleidekabine. Beim ausziehen dachte ich für einen lauten Moment: “Jetzt ist die letzte Chance! Geh raus und brech das Ganze ab! Du willst das doch gar nicht!” Aber wie in einer Automation mit einem Klumpen im Magen ging ich zum Untersuchungsstuhl (mir fiel auf, dass es im Raum gar keine Liege gab, nur diesen schrecklichen Stuhl). Ich fühlte mich völlig ausgeliefert. Der Abstrich zur Krebsvorsorge tat richtig weh. Ich biss die Zähne zusammen, unterdrückte erneut die Tränen und versuchte durchzuhalten. Die Frauenärztin versuchte ständig über belangloses Zeug zu reden, abgewechselt von “Ist doch gar nicht schlimm, schon vorbei, alles in Ordnung!” und “Na die Geburt ist ja schon lange rum, das machen wir jetzt!”. Doch für mich war es schlimm und ich sagte ihr auch, dass mir die Untersuchung weh tat. Ich hoffte nur, dass es schnell vorbei sei und ich gehen könne. Sie tat alle meine Beschwerden ab, als sei ich ein kleines Kind, dem man weismachen will, dass ein Beinbruch doch nicht schlimm sei. Gips drauf und alles gut!
Die Ultraschalluntersuchung tat wieder schrecklich weh und dieses Mal untersuchte sie länger. Ich konnte mich nicht über das kleine gesunde Baby freuen, das auf dem Bildschirm erschien. In meinem Kopf versuchte ich irgendwie zusammenzukratzen wie ich mit den Schmerzen umgehen soll. Versuchen den Unterleib zu entspannen, atmen, durchbeißen… Es half nichts, die Schmerzen wurden nur schlimmer. Das Ultraschallbild ist völlig verschwommen und im Endeffekt für den Müll. Letztendlich habe ich herausgefunden, dass ich schwanger bin, ein gesundes Baby in genau der richtigen Größe habe und das wars gewesen. Das wusste ich auch vorher schon. Die ganze Untersuchung hätte ich mir wirklich ersparen können!
Endlich war es vorbei und ich zog mich leicht zitternd um. Die Brust untersuchte sie noch, das war einigermaßen in Ordnung. Kurze Eintragung, eine Aufklärung über weitere Blutuntersuchungen, die ich selbst bezahlen müsste und Tschüss. War ja alles nicht so schlimm…
Im Flur mussten wir wieder warten und mir wurde Blut abgenommen. Ich sagte dazu, dass ich kein Blut sehen kann. Trotzdem wurde ich direkt danach an den Empfang gebeten. Mein Arm tat weh, mein Unterleib schmerzte und ich bekam den nächsten Termin in die Hand gedrückt.
Emily hatte Hunger und wir gingen zum Bäcker um die Ecke. Ich kaufte einen großen Milchkaffee und erst als ich saß und kurz Ruhe hatte – da fiel mir auf, dass ich am ganzen Körper zitterte. Mir ging es nicht gut. Wieder war ich kurz vor den Tränen und wollte nur noch nach Hause. Warum hatte ich das zugelassen? Warum habe ich schon wieder jemanden über mich bestimmen lassen?
Zu Hause weinte ich mich aus, rollte meinen schmerzenden Körper auf dem Sofa zusammen und kuschelte meine Tochter. Ich schreib mit einer guten Freundin und meinem Mann.
Heute habe ich den nächsten Termin in der Praxis abgesagt und die Schwangerschaftsvorsorge abgebrochen. Ich kann dort nie wieder hingehen. Mein altes Muster ist hervorgebrochen (Zähne zusammenbeißen und durchstehen), die Wunden und Erinnerungen von den Untersuchungen während der ersten Geburt sind wieder aufgerissen und meine körperlichen Grenzen wurden weit überschritten. Im Nachhinein fühle ich mich, als hätte ich einer Vergewaltigung zugestimmt.

Wie geht es weiter?

Letzte Nacht hat sich mein Darm völlig verkrampft und entleert. Mein Körper zeigt mir mit aller Macht, dass ich mit den Eingriffen nicht klarkomme. Es wird noch eine Weile dauern bis ich das verarbeitet habe. Darüber schreiben ist wie immer ein erster Schritt!
Und warum habe ich das öffentlich getan? Weil ich damit zeigen möchte, wie leicht hochsensible Menschen beeinflusst und manipuliert werden können. Weil wir unseren Körper beschützen müssen! Weil es so wichtig ist unsere Grenzen zu kennen und zu wahren!
Ich habe auf sehr sehr schmerzhafte Weise lernen müssen, das nächste Mal für mich einzustehen. Es ist mein Körper und ich bestimme alleine wer mich anfassen und untersuchen darf!
Lass dir von niemandem etwas anderes einreden!

Ich werde mit meiner Hebamme reden und mir für die letzten beiden Ultraschalluntersuchungen einen anderen Frauenarzt suchen. Dieses Mal ist mein Vertrauen in Ärzte vollkommen gebrochen. Ich werde mich nur noch auf mich, meinen Körper und meine Wünsche einlassen. Und wenn ich dafür Widerspruchserklärungen unterschreiben oder zehn Mal die Praxis wechseln muss.

In meinen Mutterpass wurde übrigens nichts eingetragen; es fühlt sich völlig umsonst an untersucht worden zu sein…

Pass auf Dich auf!
Deine Julia Amelie

Der Beitrag Was darf der Frauenarzt? Unnötige Grenzüberschreitung in der Gynäkologie erschien zuerst auf Mama hat AuDHS.

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27. Blogtober – Über das Mutter werden und Mutter sein https://postnatalewelt.de/blog/2019/10/27/27-blogtober-ueber-das-mutter-werden-und-mutter-sein/ https://postnatalewelt.de/blog/2019/10/27/27-blogtober-ueber-das-mutter-werden-und-mutter-sein/#respond Sun, 27 Oct 2019 09:17:15 +0000 https://postnatalewelt.de/?p=532 Ein Herzens-Gastbeitrag von Stefanie Bühn! Über das Mutter werden und Mutter sein Als ich das erste Mal Mutter wurde, wusste ich nicht, was auf mich zukommt. Ich war als eine der ersten im Freundeskreis schwanger und hatte daher wenig Beispiele und Ratschläge von außen. Ich genoss meine Schwangerschaft und es ging mir gut. Mit der Geburt unser Tochter wurde ich zur Mutter.  Doch was macht eigentlich eine Mutter aus? Bilder von Müttern gab es zu genüge, in den Medien, in der eigenen Familie und im Umfeld. Ich habe mich nie groß mit ihnen auseinander gesetzt. Erst als ich selber Mutter wurde, habe ich gemerkt, wie sehr sie mich geprägt haben, wie sehr sie in meinem Kopf verankert waren. Wie sehr das Bild, was in der Gesellschaft, in der Öffentlichkeit herrscht mein Bild vom Mutter sein geprägt hat. Das Bild des Mutter seins, dass mir von außen gezeigt wurde,  enthielt viele schöne Momente tiefster Verbundenheit, tiefster Liebe und Dankbarkeit. Ich sah lachende, entspannte Mütter die mit ihren Kindern gemeinsam die Welt entdeckten. Ich sah selbstbewusste Mütter, die die Balance zwischen Kindern und Karriere meisterten, die eine zufriedene und erfüllte Partnerschaft führten und dabei weder ihre Figur noch ihre Vitalität einbüßen mussten.  Und wie sah meine Realität aus? Aber so, wie oben beschrieben, war es nicht. Es gab viele Momente des Zweifels, der Unsicherheit, der Sorgen und der tiefen Erschöpfung. Momente in denen meine Kraft nicht reichte, meine Geduld schon gar nicht und mir alles zu viel wurde. Ich wusste nicht, wie wichtig es ist, auf mich selbst zu achten und gut für mich selbst zu sorgen. Die Hebamme gab mir zwar den Ratschlag, ich solle mich hinlegen, wenn das Kind schläft, aber das tat ich nicht. Anstatt mich auszuruhen, habe ich oft die Zeit genutzt um noch schnell die Wäsche zu erledigen oder die Spülmaschine auszuräumen. Anstatt auf mich und meine Bedürfnisse zu schauen, habe ich versucht allen Ansprüchen gerecht zu werden. Ich dachte, das würde eine gute Mutter ausmachen.  Was war der Wendepunkt? Bis ich irgendwann nicht mehr konnte und das Bild der Mutter, die alles im Griff hatte nicht mehr spielen konnte und wollte. Bis ich lernen durfte, alles zu überdenken und ich meinen Weg wieder zurück zu mir selbst fand. Bis ich lernte Pausen zu machen, bewusste Entscheidungen zu treffen und meinen Akku präventiv immer wieder aufzuladen, bevor er im roten Bereich landete und kurz vorm totalen Leerstand war. Ich durfte spüren, wie wichtig es ist, gut für mich selbst zu sorgen und mich auch an meinen eigenen Bedürfnissen zu orientieren. Bekomme ich genug Schlaf? Habe ich gesund gegessen, getrunken und mich genug bewegt? Wie sieht es aus mit sozialen Kontakten? Habe ich genug Kontakt zu anderen Menschen, auch ohne Kinder? Bekomme ich genug Wertschätzung?  Wie Veränderung leben? Ich habe mir bewusst Auszeiten gegönnt, in denen ich mich gefragt habe, wie es mir geht und was ich gerade brauchte. Ich habe mir Zeiten der Pause genommen, obwohl ich noch nicht aus dem letzten Loch pfiff. Ich habe mich bewusst hingesetzt, einen Tee getrunken und aus dem Fenster geschaut oder habe bewusst einen Spaziergang im Wald gemacht. Ich habe aufgehört direkt „Hier“ zu schreien, wenn sich mal wieder keiner beim Elternabend als Elternvertreter meldete. Ich habe Dinge outgesourct, an meinen Mann, die Familie oder Freunde. Und trotzdem war und ist es nicht immer leicht, mich zurück zu nehmen und loszulassen. Zu akzeptieren, dass die Dinge nicht nach meinen Vorstellungen liefen. Ich musste meine Erwartung und meinen Perfektionismus loslassen. Wenn’s beim Papa immer nur Nudeln mit Tomatensoße gab, zum Beispiel. Oder nicht aufzuräumen, obwohl Besuch kam. Ich lernte wieder mehr auf mein Bauchgefühl zu vertrauen, was mir zeigte, was sich für mich richtig anfühlte und wichtig war. Ich fragte mich immer wieder, ob es jetzt gerade wirklich wichtig ist, zu putzen oder etwas anderes wichtiger ist. Und ich fragte mich, ob ich putze, weil ich es selbst wichtig finde und ich ein Bedürfnis nach Ordnung habe oder ob ich es machte, weil „man“ das eben macht. Insgesamt wurde ich mutiger für meine Bedürfnisse einzustehen. Mutig Nein zu sagen. Über Stefanie Bühn: Stefanie Bühn ist Frau, Mensch und Mutter von drei wundervoll wilden Kindern. Sie ist Gesundheitswissenschaftlerin mit dem Schwerpunkt Stressmanagement zur Prävention von Erschöpfung. Ihre Vision ist es, Familien u.a. durch Selbstfürsorge ein gesünderes, friedvolleres und stressfreieres Miteinander zu ermöglichen. Sie schreibt unter @querherzein auf Instagram und auf Facebook. In Kürze findet ihr mehr unter www.querherzein.de.  Fotos von Stefanie Bühn

Der Beitrag 27. Blogtober – Über das Mutter werden und Mutter sein erschien zuerst auf Mama hat AuDHS.

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Ein Herzens-Gastbeitrag von Stefanie Bühn!

Über das Mutter werden und Mutter sein

Als ich das erste Mal Mutter wurde, wusste ich nicht, was auf mich zukommt. Ich war als eine der ersten im Freundeskreis schwanger und hatte daher wenig Beispiele und Ratschläge von außen. Ich genoss meine Schwangerschaft und es ging mir gut.

Mit der Geburt unser Tochter wurde ich zur Mutter. 

Doch was macht eigentlich eine Mutter aus?

Bilder von Müttern gab es zu genüge, in den Medien, in der eigenen Familie und im Umfeld. Ich habe mich nie groß mit ihnen auseinander gesetzt. Erst als ich selber Mutter wurde, habe ich gemerkt, wie sehr sie mich geprägt haben, wie sehr sie in meinem Kopf verankert waren. Wie sehr das Bild, was in der Gesellschaft, in der Öffentlichkeit herrscht mein Bild vom Mutter sein geprägt hat. Das Bild des Mutter seins, dass mir von außen gezeigt wurde,  enthielt viele schöne Momente tiefster Verbundenheit, tiefster Liebe und Dankbarkeit. Ich sah lachende, entspannte Mütter die mit ihren Kindern gemeinsam die Welt entdeckten. Ich sah selbstbewusste Mütter, die die Balance zwischen Kindern und Karriere meisterten, die eine zufriedene und erfüllte Partnerschaft führten und dabei weder ihre Figur noch ihre Vitalität einbüßen mussten. 

Und wie sah meine Realität aus?

Aber so, wie oben beschrieben, war es nicht. Es gab viele Momente des Zweifels, der Unsicherheit, der Sorgen und der tiefen Erschöpfung. Momente in denen meine Kraft nicht reichte, meine Geduld schon gar nicht und mir alles zu viel wurde. Ich wusste nicht, wie wichtig es ist, auf mich selbst zu achten und gut für mich selbst zu sorgen. Die Hebamme gab mir zwar den Ratschlag, ich solle mich hinlegen, wenn das Kind schläft, aber das tat ich nicht. Anstatt mich auszuruhen, habe ich oft die Zeit genutzt um noch schnell die Wäsche zu erledigen oder die Spülmaschine auszuräumen. Anstatt auf mich und meine Bedürfnisse zu schauen, habe ich versucht allen Ansprüchen gerecht zu werden. Ich dachte, das würde eine gute Mutter ausmachen. 

Was war der Wendepunkt?

Bis ich irgendwann nicht mehr konnte und das Bild der Mutter, die alles im Griff hatte nicht mehr spielen konnte und wollte. Bis ich lernen durfte, alles zu überdenken und ich meinen Weg wieder zurück zu mir selbst fand. Bis ich lernte Pausen zu machen, bewusste Entscheidungen zu treffen und meinen Akku präventiv immer wieder aufzuladen, bevor er im roten Bereich landete und kurz vorm totalen Leerstand war. Ich durfte spüren, wie wichtig es ist, gut für mich selbst zu sorgen und mich auch an meinen eigenen Bedürfnissen zu orientieren. Bekomme ich genug Schlaf? Habe ich gesund gegessen, getrunken und mich genug bewegt? Wie sieht es aus mit sozialen Kontakten? Habe ich genug Kontakt zu anderen Menschen, auch ohne Kinder? Bekomme ich genug Wertschätzung? 

Wie Veränderung leben?

Ich habe mir bewusst Auszeiten gegönnt, in denen ich mich gefragt habe, wie es mir geht und was ich gerade brauchte. Ich habe mir Zeiten der Pause genommen, obwohl ich noch nicht aus dem letzten Loch pfiff. Ich habe mich bewusst hingesetzt, einen Tee getrunken und aus dem Fenster geschaut oder habe bewusst einen Spaziergang im Wald gemacht. Ich habe aufgehört direkt „Hier“ zu schreien, wenn sich mal wieder keiner beim Elternabend als Elternvertreter meldete. Ich habe Dinge outgesourct, an meinen Mann, die Familie oder Freunde. Und trotzdem war und ist es nicht immer leicht, mich zurück zu nehmen und loszulassen. Zu akzeptieren, dass die Dinge nicht nach meinen Vorstellungen liefen.
Ich musste meine Erwartung und meinen Perfektionismus loslassen. Wenn’s beim Papa immer nur Nudeln mit Tomatensoße gab, zum Beispiel. Oder nicht aufzuräumen, obwohl Besuch kam. Ich lernte wieder mehr auf mein Bauchgefühl zu vertrauen, was mir zeigte, was sich für mich richtig anfühlte und wichtig war. Ich fragte mich immer wieder, ob es jetzt gerade wirklich wichtig ist, zu putzen oder etwas anderes wichtiger ist. Und ich fragte mich, ob ich putze, weil ich es selbst wichtig finde und ich ein Bedürfnis nach Ordnung habe oder ob ich es machte, weil „man“ das eben macht. Insgesamt wurde ich mutiger für meine Bedürfnisse einzustehen. Mutig Nein zu sagen.

Über Stefanie Bühn:

Stefanie Bühn ist Frau, Mensch und Mutter von drei wundervoll wilden Kindern. Sie ist Gesundheitswissenschaftlerin mit dem Schwerpunkt Stressmanagement zur Prävention von Erschöpfung. Ihre Vision ist es, Familien u.a. durch Selbstfürsorge ein gesünderes, friedvolleres und stressfreieres Miteinander zu ermöglichen. Sie schreibt unter @querherzein auf Instagram und auf Facebook. In Kürze findet ihr mehr unter www.querherzein.de

Fotos von Stefanie Bühn

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25. Blogtober – Ich bin hochsensibel und das ist gut so https://postnatalewelt.de/blog/2019/10/25/25-blogtober-ich-bin-hochsensibel-und-das-ist-gut-so/ https://postnatalewelt.de/blog/2019/10/25/25-blogtober-ich-bin-hochsensibel-und-das-ist-gut-so/#respond Fri, 25 Oct 2019 16:02:46 +0000 https://postnatalewelt.de/?p=522 Das Thema Hochsensibilität kommt zum Glück immer mehr auf. Besonders wenn die Kinder damit anfangen fängt mensch doch irgendwann an sich damit zu beschäftigen. Dadurch das ich meine Sensibilität zu schätzen gelernt habe konnte ich bei meiner Tochter sehr schnell feststellen wie ähnlich sie mir doch in dieser Hinsicht ist. Genauso meine Mutter und meine Oma. Wir sind alle auf unsere Art und Weise hochsensibel. Wie ich der Sensibilität auf die Spur kam Ich war 17 oder 18, da hat mir mein Exfreund vorgeworfen ich solle doch nicht immer so sensibel sein. Das Gleiche bekam ich öfter von meinem Vater zu hören. Es waren also hauptsächlich die Menschen den ich sehr nah stand. Sensibel hieß, dass ich schnell emotional wurde. Ich machte mir sehr schnell Sorgen, fing schnell an zu weinen (zumindest wenn ich alleine war, ich habe das normalerweise sehr stark kontrolliert), jammerte und reagierte pessimistisch auf Probleme. „Gib doch nicht immer gleich auf!“ hieß es dann. Ab da dachte ich immer ich sei schwach und falsch. Empfindsam, zu lieb, sensibel, schwach, unselbständig, kein Selbstvertrauen….  Das wurde alles in einen Topf geworfen und ins negative gedreht. Dann lernte ich eine wundervolle Frau kennen; die Mutter meines Exfreundes. Sie sah etwas in dieser Sensibilität was ich lange nicht annehmen konnte. Mitgefühl, ein Leuchten in mir, Empathie, Menschenkenntnis, gute Selbsteinschätzung, Spiritualität, ein tiefes Vertrauen und Verbundenheit. Ein gutes Gefühl dafür wie ich mit anderen Menschen umgehe und mit der Stimmung in der sie sich gerade befinden. Das sind Stärken, die ich mittlerweile beständig weiter ausbaue und auf sie vertraue.  Die „negativen“ Seiten Was ich nicht mag oder nicht gut mit kann?  Ich bin sehr sehr schnell überreizt. In Menschenmengen (Weihnachtsmarkt zum Beispiel) kann ich mich nicht besonders lange aufhalten. Es ist total anstrengend, ich kann mich kaum auf eine Sache konzentrieren. Alleine mich mitten im Gewusel mit einer Person unterhalten macht mich völlig fertig. Es entzieht mir unglaublich viel Energie. Daher meide ich solche Situationen wo es nur geht. Im Studium haben mich sogar zu volle Vorlesungssäle abgeschreckt. Im Nachhinein konnte ich meistens kaum schlafen und musste mich regelrecht erholen. Mit sehr viel Ruhe und passiven Tätigkeiten.  Meine Haut und mein Körper sind ebenfalls „empfindlich“. Ich mag nachts niemanden an mir dran haben. Allergien geben mir direkt Ausschläge, die so sehr jucken, dass ich mich im Schlaf blutig kratze. Mich braucht nur jemand leicht an einer falschen Stelle am Körper berühren und ich hab Schmerzen. Wenn ich auf dem Boden krabbel habe ich anschließende blaue Knie. Ich habe mehr Online-Freunde als regelmäßig welche persönlich zu treffen. Nicht verwechseln, ich bin nicht unsozial, aber ich bin introvertiert. Probleme kann ich am besten schriftlich lösen, weil ich beim reden zu aufgeregt bin um wirklich das zu sagen was ich eigentlich denke. Mehr Bedürfnisse Damit habe ich sehr viele Bedürfnisse, zuvorderst das nach Ruhe. Ich war nie wirklich gerne ein Partygänger, auch wenn ich mal gerne auf ein Konzert gehe. Aber seit ich das entdeckt habe kann ich so viel besser darauf eingehen. Wenn ich mich gestresst und überfordert fühle schaffe ich es immer öfter mich einen Moment aus der Situation zu nehmen und zu gucken was ich gerade wirklich brauche.  Ich sage Termine ab wenn ich merke, dass es mir zu viel wird und das war bis jetzt immer die richtige Entscheidung.  Eigentlich wollte ich gestern bis morgen auf die SPIEL in Essen gehen. Es war alles geplant, von Hotel zu Auto und Tickets kaufen… Dann habe ich realisiert – ich krieg das derzeit nicht hin! Diese Menschenmassen, diese Unmengen an Reizen. Ein fremdes Bett, früh aufstehen, lange Autofahrten. Wahrscheinlich noch Lebensmittel konsumieren gegen die ich allergisch bin und dann geht es mir schlecht. Der Preis war mir zu groß und ich habe auf mich gehört. Ich bin natürlich traurig, weil ich die Messe verpasse, aber ich bin sehr froh, diese Bedürfnisse rechtzeitig erkannt zu haben und mir nicht die Schuld zu geben, dass ich eben zu „empfindlich“ bin. Mein Kind gehört auch dazu Genau aus diesem Grund leben wir derzeit Kitafrei, weil Emily sehr sensibel ist. Sie schnappt Stimmungen von meinem Mann und mir auf und spiegelt sie hemmungslos. Mit vielen Kindern und großen Menschenmengen ist sie schnell überfordert und als Baby hat sie wegen Bauchschmerzen und Überreizung sehr viel gebrüllt. Auch damit habe ich gelernt gut umzugehen. Zum Glück erkenne ich schnell wenn etwas zu viel für sie ist und ziehe sie aus der Situation raus.  Ich bin so froh mich mit dieser „Gabe“ auszukennen und kann damit sehr gut auf sie eingehen.  Hoffentlich kann sie so von mir lernen, dass es nicht negativ ist hochsensibel zu sein. Im Gegenteil, es liegt so viel Potenzial darin!  So genieße ich mit meiner Tochter den Alltag und die Ruhe, sie nicht in den Kindergarten bringen zu müssen. Bist du auch hochsensibel? Schreib mir gerne darüber!Deine Julia Amelie Photo by Oleg Ivanov on Unsplash

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Das Thema Hochsensibilität kommt zum Glück immer mehr auf. Besonders wenn die Kinder damit anfangen fängt mensch doch irgendwann an sich damit zu beschäftigen.

Dadurch das ich meine Sensibilität zu schätzen gelernt habe konnte ich bei meiner Tochter sehr schnell feststellen wie ähnlich sie mir doch in dieser Hinsicht ist. Genauso meine Mutter und meine Oma. Wir sind alle auf unsere Art und Weise hochsensibel.

Wie ich der Sensibilität auf die Spur kam

Ich war 17 oder 18, da hat mir mein Exfreund vorgeworfen ich solle doch nicht immer so sensibel sein. Das Gleiche bekam ich öfter von meinem Vater zu hören. Es waren also hauptsächlich die Menschen den ich sehr nah stand. Sensibel hieß, dass ich schnell emotional wurde. Ich machte mir sehr schnell Sorgen, fing schnell an zu weinen (zumindest wenn ich alleine war, ich habe das normalerweise sehr stark kontrolliert), jammerte und reagierte pessimistisch auf Probleme. „Gib doch nicht immer gleich auf!“ hieß es dann. Ab da dachte ich immer ich sei schwach und falsch. Empfindsam, zu lieb, sensibel, schwach, unselbständig, kein Selbstvertrauen….  Das wurde alles in einen Topf geworfen und ins negative gedreht.

Dann lernte ich eine wundervolle Frau kennen; die Mutter meines Exfreundes. Sie sah etwas in dieser Sensibilität was ich lange nicht annehmen konnte. Mitgefühl, ein Leuchten in mir, Empathie, Menschenkenntnis, gute Selbsteinschätzung, Spiritualität, ein tiefes Vertrauen und Verbundenheit.

Ein gutes Gefühl dafür wie ich mit anderen Menschen umgehe und mit der Stimmung in der sie sich gerade befinden. Das sind Stärken, die ich mittlerweile beständig weiter ausbaue und auf sie vertraue. 

Die „negativen“ Seiten

Was ich nicht mag oder nicht gut mit kann? 

Ich bin sehr sehr schnell überreizt. In Menschenmengen (Weihnachtsmarkt zum Beispiel) kann ich mich nicht besonders lange aufhalten. Es ist total anstrengend, ich kann mich kaum auf eine Sache konzentrieren. Alleine mich mitten im Gewusel mit einer Person unterhalten macht mich völlig fertig. Es entzieht mir unglaublich viel Energie. Daher meide ich solche Situationen wo es nur geht. Im Studium haben mich sogar zu volle Vorlesungssäle abgeschreckt. Im Nachhinein konnte ich meistens kaum schlafen und musste mich regelrecht erholen. Mit sehr viel Ruhe und passiven Tätigkeiten. 

Meine Haut und mein Körper sind ebenfalls „empfindlich“. Ich mag nachts niemanden an mir dran haben. Allergien geben mir direkt Ausschläge, die so sehr jucken, dass ich mich im Schlaf blutig kratze. Mich braucht nur jemand leicht an einer falschen Stelle am Körper berühren und ich hab Schmerzen. Wenn ich auf dem Boden krabbel habe ich anschließende blaue Knie.

Ich habe mehr Online-Freunde als regelmäßig welche persönlich zu treffen. Nicht verwechseln, ich bin nicht unsozial, aber ich bin introvertiert. Probleme kann ich am besten schriftlich lösen, weil ich beim reden zu aufgeregt bin um wirklich das zu sagen was ich eigentlich denke.

Mehr Bedürfnisse

Damit habe ich sehr viele Bedürfnisse, zuvorderst das nach Ruhe. Ich war nie wirklich gerne ein Partygänger, auch wenn ich mal gerne auf ein Konzert gehe. Aber seit ich das entdeckt habe kann ich so viel besser darauf eingehen. Wenn ich mich gestresst und überfordert fühle schaffe ich es immer öfter mich einen Moment aus der Situation zu nehmen und zu gucken was ich gerade wirklich brauche. 

Ich sage Termine ab wenn ich merke, dass es mir zu viel wird und das war bis jetzt immer die richtige Entscheidung. 

Eigentlich wollte ich gestern bis morgen auf die SPIEL in Essen gehen. Es war alles geplant, von Hotel zu Auto und Tickets kaufen… Dann habe ich realisiert – ich krieg das derzeit nicht hin! Diese Menschenmassen, diese Unmengen an Reizen. Ein fremdes Bett, früh aufstehen, lange Autofahrten. Wahrscheinlich noch Lebensmittel konsumieren gegen die ich allergisch bin und dann geht es mir schlecht. Der Preis war mir zu groß und ich habe auf mich gehört. Ich bin natürlich traurig, weil ich die Messe verpasse, aber ich bin sehr froh, diese Bedürfnisse rechtzeitig erkannt zu haben und mir nicht die Schuld zu geben, dass ich eben zu „empfindlich“ bin.

Mein Kind gehört auch dazu

Genau aus diesem Grund leben wir derzeit Kitafrei, weil Emily sehr sensibel ist. Sie schnappt Stimmungen von meinem Mann und mir auf und spiegelt sie hemmungslos. Mit vielen Kindern und großen Menschenmengen ist sie schnell überfordert und als Baby hat sie wegen Bauchschmerzen und Überreizung sehr viel gebrüllt. Auch damit habe ich gelernt gut umzugehen. Zum Glück erkenne ich schnell wenn etwas zu viel für sie ist und ziehe sie aus der Situation raus. 

Ich bin so froh mich mit dieser „Gabe“ auszukennen und kann damit sehr gut auf sie eingehen. 

Hoffentlich kann sie so von mir lernen, dass es nicht negativ ist hochsensibel zu sein. Im Gegenteil, es liegt so viel Potenzial darin! 

So genieße ich mit meiner Tochter den Alltag und die Ruhe, sie nicht in den Kindergarten bringen zu müssen.

Bist du auch hochsensibel? Schreib mir gerne darüber!
Deine Julia Amelie

Photo by Oleg Ivanov on Unsplash

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22. Blogtober – Stillen, Daddeln, Baby schnuppern https://postnatalewelt.de/blog/2019/10/22/22-blogtober-stillen-daddeln-baby-schnuppern/ https://postnatalewelt.de/blog/2019/10/22/22-blogtober-stillen-daddeln-baby-schnuppern/#respond Tue, 22 Oct 2019 07:42:46 +0000 https://postnatalewelt.de/?p=509 Ein wunderbarer Gastbeitrag von Katherine! Stillen, Daddeln, Baby schnuppern – Medien im Wochenbett Hier und da ploppen Kampagnen auf, die Rabeneltern darauf hinweisen möchten, sich mehr mit ihrem Kind statt mit dem Smartphone zu beschäftigen. Kinderwagen schieben und dabei ins Smartphone schauen: hochgezogene Augenbrauen, verächtliche Blicke. Vorbild sein, darum geht es. Klar. Wohl kaum stellt aber eine solche Kampagne eine vermeintlich (!) fehlende Bindung her. Naja, das ist nochmal ein anderes Thema. Ich möchte eigentlich über die Zeit davor schreiben: über die Zeit im Wochenbett. Smart Pregnancy Eigentlich fängt es ja schon in der Schwangerschaft an. Gerade beim ersten Kind ist die Unsicherheit noch so groß, dass man gern alles mögliche im Internet nachschlägt. „Darf ich Schokoküsse essen“, habe ich damals noch unerfahren gegoogelt, wegen vielleicht rohem Eiweiß darin. „Iss doch lieber einen Apfel“, hieß es in einem Forum. Danach habe ich die Online Recherche auf das Nötigste beschränkt und mir gleich zwei Kisten Schokoküsse gekauft.  Wie viel Strahlung verträgt so ein un- oder neugeborenes Leben eigentlich? Beim ersten Kind haben wir sicherheitshalber nachts noch das WLAN ausgeschaltet und die Handys (mein erstes Smartphone habe ich kurz vorm ersten Kind angeschafft) außerhalb des Zimmers geladen. Das mit dem Serien schauen hat in der (ersten) Schwangerschaft noch sehr gut geklappt. Ich hatte die Ruhe und den ohnehin fehlenden Bewegungsdrang mit zunehmender Bauchgröße. Sicherheitshalber haben wir die Lautstärke bei actionreichen Szenen runter geregelt und sehr aufregende Filme gemieden. Einmal, beim Filmfestival, hatte ich schon Bedenken wegen des Kinosounds und habe mich gefragt, wieviel Dezibel so ein Bauch eigentlich wegfiltert. Hätte ich googeln müssen. Hab ich dann gelassen. Bubbles Und dann war es auf der Welt, das K1. In der Klinik habe ich unabhängig von der Zeit, denn die stand irgendwie still und wach war ich sowieso ständig, weil ich gestillt habe, die wichtigsten Personen über das freudige Ereignis informiert. So entstand dann auch eines der ersten Fotos von mir, mit Kind – und Handy in der Hand. Seufz. Zu Hause haben wir uns erstmal eingemummelt und so wenig Kontakt nach außen haben wollen wie möglich. Das war auch ganz gut so. Die wenigen kleinen realen Verabredungen, die mich aus dem Lagerkoller nach einiger Zeit holen sollten, haben mir nämlich jeweils prompt einen Milchstau mit Fieber und allem beschert. So kam ich zu den sozialen Netzwerken. Tag und Nacht waren Gleichgesinnte ansprechbar und man tauschte sich über ähnliche Themen aus. Ich merkte, dass ich ja gar nicht so allein war mit dem, was mich gerade so beschäftigte. Das digitale Dorf war für mich ein Segen. „Was tue ich, wenn …?“, „Ist es normal, dass …?“, „Wo finde ich …?“, „Kennt jemand …?“, „Mir geht es genauso!“ Ich entdeckte immer mehr Blogs und las mich immer tiefer in meine heutige „Bubble“ ein. Und weil ich ein Baby hatte, das Tag und Nacht auf mir schlief, sich nicht ablegen ließ und ich es auch nachts wie eine Stola um den Hals trug, schaltete ich das WLAN dauerhaft frei (einen Datentarif hatten wir zu der Zeit noch nicht) und daddelte nun eben auch im Bett. Shame on me. Eltern, die auf Smartphones Babys starren … Ja, es ist wunderschön, dieses kleine Wesen zu betrachten, zu riechen und die kleinen Fingerchen zu halten. Sanft mit ihm zu sprechen, ihm Dinge zu erzählen, die es so vielleicht noch nicht versteht, aber sich im Tonfall sicher und geborgen fühlt. Es ist großartig, ihm in die immer wacheren Augen zu schauen, seine Geräusche und Geräuschchen wahrzunehmen. Aber 24/7 ist das halt wirklich anstrengend. Der eigene Körper ist dauerhaft belagert, es gab nur noch das Mutter-Ich und das Baby. Da liegen und stillen. Oder rumlaufen und schuckeln (das hat der Papa nachts zum Glück übernommen). Bücher waren einhändig oft zu schwer und unhandlich und sind immer aufs Kind gefallen (sorry dafür, K1). Also habe ich wieder Serien geschaut und im Smartphone gelesen, mich virtuell unterhalten, Termine gemacht, Dinge organisiert, eingekauft, mich informiert, Podcasts gehört, ja sogar einhändig und stillend die Dankeskarten zur Geburt gestaltet und die Website für das Geschäft meines Mannes aufgesetzt … denn all das tue ich nun einmal mit unseren elektronischen Geräten. Und herrje, welch ein Segen. Lange wollte ich das Haus einfach noch nicht verlassen, außer vielleicht mal für einen kleinen Spaziergang im Wald. Aber nach Menschen war mir einfach im realen Leben überhaupt nicht. Natürlich haben wir mit Stillkissen etc. bestmöglich Abschirmungen gegen das Flackern des Bildschirms gebaut und die Dauerbeschallung durch Leise-Stellen mit Untertiteln oder Kopfhörer reduziert. Wenn das Kind wach war, habe ich mich selbstverständlich ganz normal im Alltag mit ihm beschäftigt, wir haben kommuniziert, verbal wie nonverbal, haben unsere Bindung gestärkt. Ein striktes Handyverbot habe ich mir dennoch nicht auferlegt. Oft war einfach alles zu viel. Das neue Leben, die neue Stadt, neue Verantwortung, die Angst. Ich konnte meinen Mann jederzeit erreichen, als er wieder zeitweise ins Geschäft fuhr, weil wir ansonsten einen gemeinsamen Koller bekommen hätten. Wir haben uns kleine Nachrichten und Aufmunterungen geschickt, Wichtiges per Textnachricht (wir sind nicht so telefonier-affin) geklärt, einfach „gequatscht“, auch wenn wir nicht beieinander waren. Manche Tage schienen endlos. Was war ich froh, mich nebenbei etwas ablenken zu können. Dennoch, diese Schuld, die uns innewohnt und später immer wieder auch von außen angetragen wird, wenn wir nicht die Rama-Eltern sind, die aller Elektronik abschwören, sobald die Kinder in der Nähe sind, sitzt tief. Klar fühlte ich mich mies, weil ich eben nicht zu 100% im analogen Alltag aufging. Bei mir war es nicht mal eine Wochenbett-Depression oder ähnliches. Bedürfnisse 2.0 Beim zweiten Kind war all das schon selbstverständlicher. Das größere Kind hat ohnehin Medien genutzt, wir hatten ohnehin keine Zeit mehr zum Binge-Watchen, fingen aber an zu twittern. Irgendwie wurde alles pragmatischer. Mit K1 gingen die Routinen weiter. Wir machen uns seither nicht mehr so viele Sorgen und Gedanken, wir nutzen noch immer gern Serien und Filme zum Runterkommen, wenn sich mal ein Zeitfenster dafür öffnet, wir erledigen Dinge gern digital, sind weiter in die sozialen Netze eingetaucht. Selbstredend bin ich immer dafür, sich selbst und das eigene Verhalten zu reflektieren. Wenn es belastend wird, für das Kind oder für sich selbst, man sich nur noch irgendwohin flüchtet, wo man vielleicht aber auch nicht das findet, was man braucht, sollte man dort ggf. nochmal genauer hinschauen: Was brauche ich wirklich und wo kann ich es sinnvoller bekommen?  Ich bin auch heute immer mal wieder abwesender als ich möchte, weil ich mich nach fünf Jahren fast ununterbrochener Kinderbetreuung (mit K2 noch kindergartenfrei) nach meiner Arbeit sehne, die eben hauptsächlich online oder zumindest digital abläuft, mich allein nach ein paar analogen Gedanken am Stück sehne. Ich denke, suche, recherchiere, kreiere – klar, das finden meine Kinder nicht so toll. Drohen schlechte Gedanken mich aufzufressen, suche ich Ablenkung auch, aber nicht nur, online. Nicht, dass Soziale Netze manches nicht unnötig schlimmer machen würden … Aber eben das habe ich im Laufe der Zeit auch gelernt: abzuschätzen, was mir gut tut und was eher nicht. Es ist sehr wichtig, sich nicht runterziehen zu lassen in dieser wertvollen Zeit, gut auf sich zu achten und ggf. zu pausieren. Ich bin in Fallen gestolpert, habe Diskussionen ausgefochten, Erschreckendes gelesen, aber auch wundervolle Menschen kennengelernt, schließlich auch im echten Leben, bin beruflich vorangegangen, habe mich mit Techniken vertraut gemacht, viel über Erziehung und Beziehung gelernt, Kompetenzen erlangt, die ich an meine Kinder weitergeben kann. Und ja, eben auch und gerade im Wochenbett, denn da war noch halbwegs Zeit dafür. Smombies? Smarents? Wir sind deshalb keine Rabeneltern, weil wir aufs Smartphone schauen, während wir das Kind stillen oder tragen oder mal eine Runde allein und zufrieden spielen lassen. Eltern diese Schuld pauschal aufzuerlegen schadet so viel mehr als die momentäre geistige Abwesenheit. Für viele Eltern ist dieser Kontakt nach außen eine mögliche Rettung – aus Verzweiflung und Depression zum Beispiel.  Seelenheil first: Wenn ich mir als Strategie, um aus einer Niedergeschlagenheit herauszukommen und wieder besser fürs Kind da zu sein, mir einen lustigen oder extra traurigen Film anschauen möchte, dann tue ich das. Wenn es mir Halt in meiner Tagesstruktur gibt, den Tag mit meiner Lieblingsserie ausklingen zu lassen, dann ist das Selbstfürsorge, die allen zugute kommt. Wenn ich mich eine Weile lieber ohne digitale Geräte und Online-Zugang bewegen möchte, ist auch das bereichernd. Genau das macht für mich das bedürfnisorientierte Leben aus – digital wie analog. Als (Klein-)Kinder lassen sie mich ohnehin nicht mehr ungestört auf irgendwas blicken. Also, keine Sorge, das regelt sich irgendwann von allein. Als Nachtrag möchte ich noch erläutern, dass die digitale Welt meinen persönlichen Interessen entspricht, dass ich meine Berufung im medialen Bereich gefunden habe, mich dort aus- und weitergebildet habe, Computer & Co zu meinen alltäglichen Arbeitsgeräten gehören und ich durch bestimmte Eigenheiten meiner neurologischen Beschaffenheit bestimmte soziale und „analoge“ Situationen weder gut noch gern bewältige. Was ich hier beschreibe, ist also individuell unsere Situation. Deshalb: Achte gut auf dich und schau, was dir und der Familie in bestimmten Situationen gut tut. Über Katherine: Beruf – Was mit Medien // Haustiere – Hündchen (adoptiert) // Kinder – 2 (aka Käpt’n Elsa *2014. aka Fräulein Nilsson * 2017) // Mann – 1 (aka Der Pappa) // Special Interests – Cineastik & Binge Watching (Kino selten, Streaming immer). Animationsfilme (gucken und machen). Ballett. Dirigieren (mit Musik). Word Nerd. Du findest Katherine unter Villa Kalimba auf Facebook, Instagram und Twitter sowie ihrer Homepage.Um Medien geht es im Flimmer-Zimmer; meld dich gerne in der Facebook-Gruppe an und like es auf Facebook, Instagram und Twitter. Business photo created by phduet

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Ein wunderbarer Gastbeitrag von Katherine!

Stillen, Daddeln, Baby schnuppern – Medien im Wochenbett

Hier und da ploppen Kampagnen auf, die Rabeneltern darauf hinweisen möchten, sich mehr mit ihrem Kind statt mit dem Smartphone zu beschäftigen. Kinderwagen schieben und dabei ins Smartphone schauen: hochgezogene Augenbrauen, verächtliche Blicke. Vorbild sein, darum geht es. Klar. Wohl kaum stellt aber eine solche Kampagne eine vermeintlich (!) fehlende Bindung her. Naja, das ist nochmal ein anderes Thema. Ich möchte eigentlich über die Zeit davor schreiben: über die Zeit im Wochenbett.

Smart Pregnancy

Eigentlich fängt es ja schon in der Schwangerschaft an. Gerade beim ersten Kind ist die Unsicherheit noch so groß, dass man gern alles mögliche im Internet nachschlägt. „Darf ich Schokoküsse essen“, habe ich damals noch unerfahren gegoogelt, wegen vielleicht rohem Eiweiß darin. „Iss doch lieber einen Apfel“, hieß es in einem Forum. Danach habe ich die Online Recherche auf das Nötigste beschränkt und mir gleich zwei Kisten Schokoküsse gekauft. 

Wie viel Strahlung verträgt so ein un- oder neugeborenes Leben eigentlich? Beim ersten Kind haben wir sicherheitshalber nachts noch das WLAN ausgeschaltet und die Handys (mein erstes Smartphone habe ich kurz vorm ersten Kind angeschafft) außerhalb des Zimmers geladen.

Das mit dem Serien schauen hat in der (ersten) Schwangerschaft noch sehr gut geklappt. Ich hatte die Ruhe und den ohnehin fehlenden Bewegungsdrang mit zunehmender Bauchgröße. Sicherheitshalber haben wir die Lautstärke bei actionreichen Szenen runter geregelt und sehr aufregende Filme gemieden. Einmal, beim Filmfestival, hatte ich schon Bedenken wegen des Kinosounds und habe mich gefragt, wieviel Dezibel so ein Bauch eigentlich wegfiltert. Hätte ich googeln müssen. Hab ich dann gelassen.

Bubbles

Und dann war es auf der Welt, das K1. In der Klinik habe ich unabhängig von der Zeit, denn die stand irgendwie still und wach war ich sowieso ständig, weil ich gestillt habe, die wichtigsten Personen über das freudige Ereignis informiert. So entstand dann auch eines der ersten Fotos von mir, mit Kind – und Handy in der Hand. Seufz.

Zu Hause haben wir uns erstmal eingemummelt und so wenig Kontakt nach außen haben wollen wie möglich. Das war auch ganz gut so. Die wenigen kleinen realen Verabredungen, die mich aus dem Lagerkoller nach einiger Zeit holen sollten, haben mir nämlich jeweils prompt einen Milchstau mit Fieber und allem beschert. So kam ich zu den sozialen Netzwerken. Tag und Nacht waren Gleichgesinnte ansprechbar und man tauschte sich über ähnliche Themen aus. Ich merkte, dass ich ja gar nicht so allein war mit dem, was mich gerade so beschäftigte. Das digitale Dorf war für mich ein Segen. „Was tue ich, wenn …?“, „Ist es normal, dass …?“, „Wo finde ich …?“, „Kennt jemand …?“, „Mir geht es genauso!“

Ich entdeckte immer mehr Blogs und las mich immer tiefer in meine heutige „Bubble“ ein. Und weil ich ein Baby hatte, das Tag und Nacht auf mir schlief, sich nicht ablegen ließ und ich es auch nachts wie eine Stola um den Hals trug, schaltete ich das WLAN dauerhaft frei (einen Datentarif hatten wir zu der Zeit noch nicht) und daddelte nun eben auch im Bett. Shame on me.

Eltern, die auf Smartphones Babys starren …

Ja, es ist wunderschön, dieses kleine Wesen zu betrachten, zu riechen und die kleinen Fingerchen zu halten. Sanft mit ihm zu sprechen, ihm Dinge zu erzählen, die es so vielleicht noch nicht versteht, aber sich im Tonfall sicher und geborgen fühlt. Es ist großartig, ihm in die immer wacheren Augen zu schauen, seine Geräusche und Geräuschchen wahrzunehmen. Aber 24/7 ist das halt wirklich anstrengend. Der eigene Körper ist dauerhaft belagert, es gab nur noch das Mutter-Ich und das Baby. Da liegen und stillen. Oder rumlaufen und schuckeln (das hat der Papa nachts zum Glück übernommen). Bücher waren einhändig oft zu schwer und unhandlich und sind immer aufs Kind gefallen (sorry dafür, K1). Also habe ich wieder Serien geschaut und im Smartphone gelesen, mich virtuell unterhalten, Termine gemacht, Dinge organisiert, eingekauft, mich informiert, Podcasts gehört, ja sogar einhändig und stillend die Dankeskarten zur Geburt gestaltet und die Website für das Geschäft meines Mannes aufgesetzt … denn all das tue ich nun einmal mit unseren elektronischen Geräten.

Und herrje, welch ein Segen. Lange wollte ich das Haus einfach noch nicht verlassen, außer vielleicht mal für einen kleinen Spaziergang im Wald. Aber nach Menschen war mir einfach im realen Leben überhaupt nicht. Natürlich haben wir mit Stillkissen etc. bestmöglich Abschirmungen gegen das Flackern des Bildschirms gebaut und die Dauerbeschallung durch Leise-Stellen mit Untertiteln oder Kopfhörer reduziert.

Wenn das Kind wach war, habe ich mich selbstverständlich ganz normal im Alltag mit ihm beschäftigt, wir haben kommuniziert, verbal wie nonverbal, haben unsere Bindung gestärkt. Ein striktes Handyverbot habe ich mir dennoch nicht auferlegt. Oft war einfach alles zu viel. Das neue Leben, die neue Stadt, neue Verantwortung, die Angst. Ich konnte meinen Mann jederzeit erreichen, als er wieder zeitweise ins Geschäft fuhr, weil wir ansonsten einen gemeinsamen Koller bekommen hätten. Wir haben uns kleine Nachrichten und Aufmunterungen geschickt, Wichtiges per Textnachricht (wir sind nicht so telefonier-affin) geklärt, einfach „gequatscht“, auch wenn wir nicht beieinander waren. Manche Tage schienen endlos. Was war ich froh, mich nebenbei etwas ablenken zu können.

Dennoch, diese Schuld, die uns innewohnt und später immer wieder auch von außen angetragen wird, wenn wir nicht die Rama-Eltern sind, die aller Elektronik abschwören, sobald die Kinder in der Nähe sind, sitzt tief. Klar fühlte ich mich mies, weil ich eben nicht zu 100% im analogen Alltag aufging. Bei mir war es nicht mal eine Wochenbett-Depression oder ähnliches.

Bedürfnisse 2.0

Beim zweiten Kind war all das schon selbstverständlicher. Das größere Kind hat ohnehin Medien genutzt, wir hatten ohnehin keine Zeit mehr zum Binge-Watchen, fingen aber an zu twittern. Irgendwie wurde alles pragmatischer. Mit K1 gingen die Routinen weiter. Wir machen uns seither nicht mehr so viele Sorgen und Gedanken, wir nutzen noch immer gern Serien und Filme zum Runterkommen, wenn sich mal ein Zeitfenster dafür öffnet, wir erledigen Dinge gern digital, sind weiter in die sozialen Netze eingetaucht.

Selbstredend bin ich immer dafür, sich selbst und das eigene Verhalten zu reflektieren. Wenn es belastend wird, für das Kind oder für sich selbst, man sich nur noch irgendwohin flüchtet, wo man vielleicht aber auch nicht das findet, was man braucht, sollte man dort ggf. nochmal genauer hinschauen: Was brauche ich wirklich und wo kann ich es sinnvoller bekommen? 

Ich bin auch heute immer mal wieder abwesender als ich möchte, weil ich mich nach fünf Jahren fast ununterbrochener Kinderbetreuung (mit K2 noch kindergartenfrei) nach meiner Arbeit sehne, die eben hauptsächlich online oder zumindest digital abläuft, mich allein nach ein paar analogen Gedanken am Stück sehne. Ich denke, suche, recherchiere, kreiere – klar, das finden meine Kinder nicht so toll.

Drohen schlechte Gedanken mich aufzufressen, suche ich Ablenkung auch, aber nicht nur, online. Nicht, dass Soziale Netze manches nicht unnötig schlimmer machen würden … Aber eben das habe ich im Laufe der Zeit auch gelernt: abzuschätzen, was mir gut tut und was eher nicht. Es ist sehr wichtig, sich nicht runterziehen zu lassen in dieser wertvollen Zeit, gut auf sich zu achten und ggf. zu pausieren. Ich bin in Fallen gestolpert, habe Diskussionen ausgefochten, Erschreckendes gelesen, aber auch wundervolle Menschen kennengelernt, schließlich auch im echten Leben, bin beruflich vorangegangen, habe mich mit Techniken vertraut gemacht, viel über Erziehung und Beziehung gelernt, Kompetenzen erlangt, die ich an meine Kinder weitergeben kann. Und ja, eben auch und gerade im Wochenbett, denn da war noch halbwegs Zeit dafür.

Smombies? Smarents?

Wir sind deshalb keine Rabeneltern, weil wir aufs Smartphone schauen, während wir das Kind stillen oder tragen oder mal eine Runde allein und zufrieden spielen lassen. Eltern diese Schuld pauschal aufzuerlegen schadet so viel mehr als die momentäre geistige Abwesenheit. Für viele Eltern ist dieser Kontakt nach außen eine mögliche Rettung – aus Verzweiflung und Depression zum Beispiel. 

Seelenheil first: Wenn ich mir als Strategie, um aus einer Niedergeschlagenheit herauszukommen und wieder besser fürs Kind da zu sein, mir einen lustigen oder extra traurigen Film anschauen möchte, dann tue ich das. Wenn es mir Halt in meiner Tagesstruktur gibt, den Tag mit meiner Lieblingsserie ausklingen zu lassen, dann ist das Selbstfürsorge, die allen zugute kommt. Wenn ich mich eine Weile lieber ohne digitale Geräte und Online-Zugang bewegen möchte, ist auch das bereichernd. Genau das macht für mich das bedürfnisorientierte Leben aus – digital wie analog.

Als (Klein-)Kinder lassen sie mich ohnehin nicht mehr ungestört auf irgendwas blicken. Also, keine Sorge, das regelt sich irgendwann von allein.

Als Nachtrag möchte ich noch erläutern, dass die digitale Welt meinen persönlichen Interessen entspricht, dass ich meine Berufung im medialen Bereich gefunden habe, mich dort aus- und weitergebildet habe, Computer & Co zu meinen alltäglichen Arbeitsgeräten gehören und ich durch bestimmte Eigenheiten meiner neurologischen Beschaffenheit bestimmte soziale und „analoge“ Situationen weder gut noch gern bewältige. Was ich hier beschreibe, ist also individuell unsere Situation. Deshalb: Achte gut auf dich und schau, was dir und der Familie in bestimmten Situationen gut tut.

Über Katherine:

Beruf – Was mit Medien // Haustiere – Hündchen (adoptiert) // Kinder – 2 (aka Käpt’n Elsa *2014. aka Fräulein Nilsson * 2017) // Mann – 1 (aka Der Pappa) // Special Interests – Cineastik & Binge Watching (Kino selten, Streaming immer). Animationsfilme (gucken und machen). Ballett. Dirigieren (mit Musik). Word Nerd.

Du findest Katherine unter Villa Kalimba auf Facebook, Instagram und Twitter sowie ihrer Homepage.
Um Medien geht es im Flimmer-Zimmer; meld dich gerne in der Facebook-Gruppe an und like es auf Facebook, Instagram und Twitter.

Business photo created by phduet

Der Beitrag 22. Blogtober – Stillen, Daddeln, Baby schnuppern erschien zuerst auf Mama hat AuDHS.

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Gedicht einer zerrissenen Mutter https://postnatalewelt.de/blog/2019/04/08/gedicht-einer-zerrissenen-mutter/ https://postnatalewelt.de/blog/2019/04/08/gedicht-einer-zerrissenen-mutter/#respond Mon, 08 Apr 2019 19:07:28 +0000 http://grossekleinefuesse.de/?p=273 Kleines, verletzliches Kind,
hast Schlimmes erleben müssen,
ob verbaler Gegenwind
oder ungewolltes Küssen.

Deine Stimme ist verklungen,
dein Widerstand niedergerungen.

Der Beitrag Gedicht einer zerrissenen Mutter erschien zuerst auf Mama hat AuDHS.

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Kleines, verletzliches Kind,
hast Schlimmes erleben müssen,
ob verbaler Gegenwind
oder ungewolltes Küssen.

Deine Stimme ist verklungen,
dein Widerstand niedergerungen.

Dein Vertrauen in dich ist verloren,
nur mühsam findest du Halt,
ein Fünkchen Hoffnung wird geboren,
ist die Welt noch so kalt.

Deine Eltern verständnislos,
es war doch nicht deine Absicht,
sie sind doch schon groß,
und du gehst gerade erst los.

Du brauchst Geborgenheit,
suchst Nähe und Sicherheit,
doch Stück für Stück,
ziehst du dich zurück.

Dann bist du selbst erwachsen,
dein erstes Kind wird geboren,

und alles zerbricht...

Plötzlich ist da Wut,
du weißt nicht warum,
Verzweiflung schürt die Glut
und Angst treibt dich um.

Alter Schmerz kommt hoch,
kontrolliert dich,
du fällst in ein Loch,
die Depression greift um sich.

Dein inneres Kind weint,
es versucht dich zu erreichen,
dein verschlossenes Herz zu erweichen,
denn ihr seid immer vereint.

Eine Hand greift nach dir,
zieht dich aus der Dunkelheit
und schenkt dir Geborgenheit.

Du blickst in dein Herz,
denn du hast dich selbst gerettet,
und all' der vergangene Schmerz,
wird in die Vergangenheit gebettet.

Du schließt dich in die Arme,
und verzeihst dir für die Wut,
ein weiterer Schritt ins Warme,
in dir keimen Hoffnung und Mut.

Du kannst loslassen...

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5 Bewegungs-Tipps für deinen Mama-Alltag https://postnatalewelt.de/blog/2019/03/25/5-bewegungs-tipps-fuer-deinen-mama-alltag/ https://postnatalewelt.de/blog/2019/03/25/5-bewegungs-tipps-fuer-deinen-mama-alltag/#comments Mon, 25 Mar 2019 20:28:02 +0000 http://grossekleinefuesse.de/?p=252 Unser Alltag als Mama mit Baby und später Kleinkind ist oft turbulent und vollgestopft! Ehrlich gesagt bin ich nach dem Wochenbett nicht so oft zur Rückbildungsgymnastik gegangen wie ich wollte. Durch das viele Baby im Tragetuch tragen hatte ich teilweise so schlimme Rückenschmerzen, dass ich deswegen zusätzlich zu dem Still- und Schrei-Schlafmangel nicht schlafen konnte. Über die letzten Monate habe ich mir nun einige kleine Bewegungsabläufe angewöhnt, die mir den Körper stärken und leicht in den Alltag zu integrieren sind. Bewegung tut gut und ist wie eine kleine Belohnung für uns. 1. Atmen Es hilft mir enorm bei meinen Übungen richtig zu atmen. Soweit es geht am besten immer durch die Nase. Wenn ich meine Tochter in der Tragetasche hatte, habe ich mir vorgestellt in meinen Rücken zu atmen. 6-8 Sekunden einatmen – 6-8 Sekunden die Luft anhalten – 6-8 Sekunden ausatmen. Das Ganze etwa 7 Mal. Das hilft nicht nur deinem Rücken sondern lässt dich auch – durch die Konzentration auf den Atem – ruhiger und entspannter werden. Versuche beim einatmen nicht nur in den Brustkorb, sondern auch in den Bauch zu atmen. Nur bitte nicht so viel Luft aufnehmen, dass du das Gefühl hast du musst gleich platzen. Das ist das Gegenteil von entspannend! 😉 2. Planking Für den Anfang reichen 30 Sekunden und dann jeden Tag üben, bis du auf 60 Sekunden kommst – eine mega gute Stärkungsübung für den gesamten Körper! Ich integriere sie ganz einfach vor dem duschen, aber du kannst sie auch auf dem Sofa oder im Bett ausüben. Wichtig ist, dass du die richtige Haltung hast und dein Körper unter Spannung steht. Der Rücken sollte gerade sein, den Bauch anspannen und flach atmen. 3. Fahrrad fahren/ Laufen Alles was in deiner Nähe ist, aber zu weit um zu laufen – fahr mit dem Fahrrad! Mein Mann und ich bringen unsere Tochter mit dem Fahrrad zur Tagesmutter. Das sind zwar nur 20-30 Minuten Fahrrad fahren pro Tag, aber das macht prima den Kopf frei und tut richtig gut. Ein weiterer Vorteil – du sparst dir Kosten für das Auto (keine lästige Parkplatzsuche) und du brauchst kein Ticket für eine Bahn voller Leute. Zumal du um einiges schneller unterwegs bist. Geh spazieren oder laufe Strecken von etwa 3-4 Bahnhaltestellen. Das geht ebenso mit und ohne Kind. Walken oder Joggen kannst du auch mit entsprechendem Kinderwagen oder Tragetasche – am besten ist es mit Laufpartnern oder Gruppen. Dann hast du mehr Motivation dabeizubleiben. 4. Gymnastik mit Kind Leg dich auf das Sofa, auf den Boden (mit Matte ist es besser für den Rücken) oder ins Bett und winkle die Beine an. So kannst du prima dein Kind in die Luft heben oder es auf deinen Füßen sitzend nach oben, rechts oder links befördern. Am besten hältst du es dabei fest, weil es auch mal recht wild werden kann. Ich habe das mal eine halbe Stunde durchgehalten und hatte 2 Tage lang Ganzkörpermuskelkater. 😉 Achte dabei natürlich auf dich und welche Bewegung gut tut; es sollte nie weh tun! 5. Treppen Einfachste Methode – nimm immer die Treppe anstelle des Aufzugs! Und zögere nicht auf dem Spielplatz mit deinem Kleinkind auf die Klettergerüste zu klettern. Ernährung und Diäten Ich habe bereits alles mögliche ausprobiert, von Intervall-Fasten über keine Süßigkeiten mehr usw. und für mich ist das gesündeste: Normal essen und Sport treiben. Das verhindert den Jojo-Effekt – nach der Diät kommt die Fress-Phase. Was als erstes schon mal viel hilft: Trinke ausschließlich Wasser! Limonaden, Säfte, Zucker in Tee und Kaffee sind richtig fiese Dickmacher. Gönn dir gerne mal eine Süßigkeit oder Knabberkram, aber übertreib es nicht; iss dich lieber an den Hauptmahlzeiten satt. Das herzhafte Essen sollte nicht komplett aus Fast Food bestehen, es gibt genug Schnellrezepte im Internet oder du kannst einen Auflauf oder Eintopf für 2-3 Tage zubereiten. Vielleicht hast du auch jemanden, der/die für dich kocht? Bei den Mahlzeiten kannst du darauf achten so zu essen, dass du satt bist, aber nicht völlig vollgestopft. Dein Körper weiß eigentlich sehr genau was und wie viel er braucht. Sobald du anfängst darauf zu achten wirst du das immer besser wahrnehmen. Wir haben alle einen sehr individuellen Körper, der unsere Aufmerksamkeit und unser Bewusstsein benötigt. Behandle ihn gut und schau genau hin – was fühlt sich für dich gut an und was passt nicht zu dir? Ich habe zum Beispiel ein paar mehr Kilo auf den Hüften seit der Geburt, aber ich bin trotzdem völlig zufrieden mit mir. Ich habe mir die Zeit genommen mich und meinen Körper kennenzulernen und bin auf dem richtigen Weg. Da ich einige Lebensmittelallergien habe muss ich sowieso auf einiges achten. Such dir deinen Weg im Mama-Alltag und lern dich über die Bewegung kennen! Glaub mir, es tut so gut! Liebe GrüßeDeine Julia

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Unser Alltag als Mama mit Baby und später Kleinkind ist oft turbulent und vollgestopft! Ehrlich gesagt bin ich nach dem Wochenbett nicht so oft zur Rückbildungsgymnastik gegangen wie ich wollte. Durch das viele Baby im Tragetuch tragen hatte ich teilweise so schlimme Rückenschmerzen, dass ich deswegen zusätzlich zu dem Still- und Schrei-Schlafmangel nicht schlafen konnte.

Über die letzten Monate habe ich mir nun einige kleine Bewegungsabläufe angewöhnt, die mir den Körper stärken und leicht in den Alltag zu integrieren sind. Bewegung tut gut und ist wie eine kleine Belohnung für uns.

1. Atmen

Es hilft mir enorm bei meinen Übungen richtig zu atmen. Soweit es geht am besten immer durch die Nase. Wenn ich meine Tochter in der Tragetasche hatte, habe ich mir vorgestellt in meinen Rücken zu atmen.

6-8 Sekunden einatmen – 6-8 Sekunden die Luft anhalten – 6-8 Sekunden ausatmen. Das Ganze etwa 7 Mal.

Das hilft nicht nur deinem Rücken sondern lässt dich auch – durch die Konzentration auf den Atem – ruhiger und entspannter werden. Versuche beim einatmen nicht nur in den Brustkorb, sondern auch in den Bauch zu atmen. Nur bitte nicht so viel Luft aufnehmen, dass du das Gefühl hast du musst gleich platzen. Das ist das Gegenteil von entspannend! 😉

2. Planking

Für den Anfang reichen 30 Sekunden und dann jeden Tag üben, bis du auf 60 Sekunden kommst – eine mega gute Stärkungsübung für den gesamten Körper! Ich integriere sie ganz einfach vor dem duschen, aber du kannst sie auch auf dem Sofa oder im Bett ausüben.

Wichtig ist, dass du die richtige Haltung hast und dein Körper unter Spannung steht. Der Rücken sollte gerade sein, den Bauch anspannen und flach atmen.

Wie du siehst, das geht auch im größten Chaos! 🙂

3. Fahrrad fahren/ Laufen

Alles was in deiner Nähe ist, aber zu weit um zu laufen – fahr mit dem Fahrrad! Mein Mann und ich bringen unsere Tochter mit dem Fahrrad zur Tagesmutter. Das sind zwar nur 20-30 Minuten Fahrrad fahren pro Tag, aber das macht prima den Kopf frei und tut richtig gut. Ein weiterer Vorteil – du sparst dir Kosten für das Auto (keine lästige Parkplatzsuche) und du brauchst kein Ticket für eine Bahn voller Leute. Zumal du um einiges schneller unterwegs bist.

Geh spazieren oder laufe Strecken von etwa 3-4 Bahnhaltestellen. Das geht ebenso mit und ohne Kind.

Walken oder Joggen kannst du auch mit entsprechendem Kinderwagen oder Tragetasche – am besten ist es mit Laufpartnern oder Gruppen. Dann hast du mehr Motivation dabeizubleiben.

4. Gymnastik mit Kind

Leg dich auf das Sofa, auf den Boden (mit Matte ist es besser für den Rücken) oder ins Bett und winkle die Beine an. So kannst du prima dein Kind in die Luft heben oder es auf deinen Füßen sitzend nach oben, rechts oder links befördern. Am besten hältst du es dabei fest, weil es auch mal recht wild werden kann. Ich habe das mal eine halbe Stunde durchgehalten und hatte 2 Tage lang Ganzkörpermuskelkater. 😉

Achte dabei natürlich auf dich und welche Bewegung gut tut; es sollte nie weh tun!

5. Treppen

Einfachste Methode – nimm immer die Treppe anstelle des Aufzugs! Und zögere nicht auf dem Spielplatz mit deinem Kleinkind auf die Klettergerüste zu klettern.

Ernährung und Diäten

Ich habe bereits alles mögliche ausprobiert, von Intervall-Fasten über keine Süßigkeiten mehr usw. und für mich ist das gesündeste: Normal essen und Sport treiben. Das verhindert den Jojo-Effekt – nach der Diät kommt die Fress-Phase.

Was als erstes schon mal viel hilft: Trinke ausschließlich Wasser! Limonaden, Säfte, Zucker in Tee und Kaffee sind richtig fiese Dickmacher.

Gönn dir gerne mal eine Süßigkeit oder Knabberkram, aber übertreib es nicht; iss dich lieber an den Hauptmahlzeiten satt. Das herzhafte Essen sollte nicht komplett aus Fast Food bestehen, es gibt genug Schnellrezepte im Internet oder du kannst einen Auflauf oder Eintopf für 2-3 Tage zubereiten. Vielleicht hast du auch jemanden, der/die für dich kocht? Bei den Mahlzeiten kannst du darauf achten so zu essen, dass du satt bist, aber nicht völlig vollgestopft. Dein Körper weiß eigentlich sehr genau was und wie viel er braucht. Sobald du anfängst darauf zu achten wirst du das immer besser wahrnehmen.

Wir haben alle einen sehr individuellen Körper, der unsere Aufmerksamkeit und unser Bewusstsein benötigt. Behandle ihn gut und schau genau hin – was fühlt sich für dich gut an und was passt nicht zu dir?

Ich habe zum Beispiel ein paar mehr Kilo auf den Hüften seit der Geburt, aber ich bin trotzdem völlig zufrieden mit mir. Ich habe mir die Zeit genommen mich und meinen Körper kennenzulernen und bin auf dem richtigen Weg. Da ich einige Lebensmittelallergien habe muss ich sowieso auf einiges achten.

Such dir deinen Weg im Mama-Alltag und lern dich über die Bewegung kennen! Glaub mir, es tut so gut!

Liebe Grüße
Deine Julia

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