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31. Blogtober – Horrorschwester Estha oder „Das Boobcamp im Krankenhaus“

Ein schockierender Gastbeitrag von Lucie Stumm! 😉

Horrorschwester Estha oder „Das Boobcamp im Krankenhaus“

Die Geburt ist endlich geschafft, nach nur 22 Stunden Wehen, davon das erste Drittel herzlich unwirksame, dafür schnell aufeinander folgende Wehen aufgrund Einleitung. Der erste Tag mit Baby (im Krankenhaus) ist überstanden. Ich bin froh fast nur liegen zu müssen. Mit einem Dammriss III. Grades ist bewegen auch echt unangenehm. Sohn K, unser erstes Kind, liegt sauber, trocken und friedlich im Bettchen neben mir. Mein Mann schläft. Ich auch.

Helles Licht weckt mich unsanft. Eine Schwester steht im Raum und sagt irgendetwas unfreundlich klingendes. Mein verwirrtes Blick zur Uhr bestätigt dass es eine sehr unchristliche Zeit ist: ca 2 Uhr nachts. Ich schaue die Nachtschwester irritiert an. Sie wiederholt, genauso unfreundlich, etwas davon ob sie meine Mamillen ansehen dürfe. Okay, es ist also 2 Uhr nachts, ich übermüdet, zwar mit Lateinkenntnissen aber trotzdem vollkommen irritiert und ohne Ahnung von dem, was sie will. Noch einmal gefragt „Ma- was bitte?“ Sie erklärt knapp dass sie natürlich die Brustwarzen meint. Ach so! Muss Frau ja wissen. Dann will sie wissen ob ich stillen will. „Ja, klar“, kann ich nur sagen, da nickt sie, verschwindet kurz und kommt mit einem Beutel mit verschieden großen Kugeln wieder. Erklärt, dass der Magen des Babys jetzt so groß wäre und nach und nach wachsen würde. Ich muss gestehen, ich habe das Meiste schon wieder vergessen. Nachts um 2 bin ich einfach nicht sehr aufnahmefähig. Sie dozierte aber eine ganze Weile mit einem mäßig verständlichen Akzent über Magengrößen von Babys, Milchmengen und Stillpositionen. Dann bittet sie unwirsch darum, dass ich mich hinsetzen soll, auf die Bettkante. Ich setze mich also mühsam auf und werde gleich angeherrscht „FALSCH!“ Ich muss es in Großbuchstaben schreiben, genau so kam es bei mir an. Es wird nicht gesagt was ich hätte anders oder besser machen sollen. Mir kommen die Tränen. Mein Mann fragt ob er sie rauswerfen soll. Ich kann nur nicken. Also bittet er die Dame mühsam beherrscht darum dass wir doch bitte die andere Nachtschwester haben wollen.

Ohne meinen Mann wäre diese Episode vermutlich nicht so harmlos für mich ausgegangen – wir haben die andere Nachtschwester bekommen und mittlerweile kann ich darüber lachen. In der Situation selber war es nicht so angenehm.

Als Schwester Estha bei der Geburt der kleinen Schwester dann diejenige war, die mich aus dem Kreißsaal auf Station brachte, brachte mich dann auch eher zum lachen, aber das ist eine andere Geschichte.

Über Lucie Stumm:

Ich heiße Lucie, bin 38 Jahre alt, seit 7 Jahren mit meinem Mann verheiratet, den ich schon seit fast 19 Jahren kenne, und Mutter von zwei Kindern (Sohn, fast 5, und Tochter, fast 3). Ich habe mich seit der ersten Schwangerschaft mit Bedürfnisorientierung beschäftigt und bin dann bei unerzogen gelandet und auf dem Weg zu einer friedvolleren Haltung sowohl Kindern als auch Erwachsenen gegenüber. Da der Sohn so gar nicht in „Schema F“ im Kindergarten passen wollte, habe ich mich mit Hochbegabung, Hochsensibilität und „anders lernen“ auseinander gesetzt.

Studiert habe ich Luft- und Raumfahrttechnik, dann als Qualitätsingenieur bei den Autos gelandet und nebenbei mit viel Herzblut kreativ. Derzeit arbeite ich an einem Spiel, das als Ziel hat, als Familie oder Einzelperson selber Geschichten zu erfinden. So strukturiert wie man es braucht, so frei wie man es möchte, mit vielen Vorschlägen drin und viel Platz für eigene Ideen.

Für kommendes Jahr ist ein online Kongress zum Thema „Lernen anders denken“ zusammen mit familiengeflecht angedacht. Außerdem bin ich bei Instagram als @beychaliban aktiv, meist zu den Themen Gedichte und Rollenspiel, und blogge gelegentlich etwas über Lernen oder Hochbegabung bei Kindern auf meiner Homepage www.luciestumm.de

Photo by Graham Ruttan on Unsplash

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