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Erziehung Archive - Mama hat AuDHS https://postnatalewelt.de/blog/tag/erziehung/ Mein Leben mit der Autismus & ADHS Kombi Wed, 16 Oct 2019 09:22:13 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.6.5 15. Blogtober – Vom Gefühl eine schlechte Mutter zu sein https://postnatalewelt.de/blog/2019/10/15/vom-gefuehl-eine-schlechte-mutter-zu-sein/ https://postnatalewelt.de/blog/2019/10/15/vom-gefuehl-eine-schlechte-mutter-zu-sein/#respond Tue, 15 Oct 2019 11:45:24 +0000 https://postnatalewelt.de/?p=444 Eines gleich zu Anfang: DU – ja genau DU – bist RICHTIG so wie DU bist! Frisch geborene Mama War ich aufgeregt, als ich Mama wurde. Mein Start war alles andere als schön: Nachzulesen im Beitrag Meine Traumgeburt, die zum Alptraum wurde Aber egal wie du als Mama startest; niemand kann dich darauf vorbereiten, am allerwenigsten du selbst. Plötzlich ist da dieses kleine Würmchen, das Tag und Nacht körperliche Bedürfnisse hat und zusätzlich Geborgenheit, Sicherheit und Nähe braucht.  Wir geraten da ziemlich schnell in der Schiene nicht mehr auf unsere Bedürfnisse zu achten, wenn wir nicht aufpassen. Auch dazu hatte ich bereits geschrieben: Warum Bedürfnisse missachten so eine schlechte Idee ist Das gesamte Leben krempelt sich um. Unternehmungen werden anders, die Beziehung zum Partner ändert sich und am allerwichtigsten: Deine Persönlichkeit ändert sich mit.  Denn du hast ein Neues Teil-Ich entwickelt: Mama sein! Das kann wunderschön sein, aber auch sehr anstrengend und belastend. Ich will eine perfekte Mama sein Da geht es los!  Jedes Schreien meines Kindes ist ja ein Hilferuf – natürlich muss ich irgendwie helfen. Wickeln, nachts da sein, am besten noch den Partner schonen, weil der geht ja arbeiten. Oder: Du bist alleinbegleitend und hast niemanden in der Nähe, der mal aushilft. Da fangen die ersten Stresssituationen an. Bei den anderen sieht das doch so einfach aus. Die haben immer dieses perfekte niedliche Kind, das niemals schreit und bereits durchschläft! Dann mit dem Partner ins Kino und lecker essen, weil die Großeltern nichts lieber tun als mehrmals die Woche auf den Nachwuchs aufzupassen. Mit einem Jahr geht das Kind ohne Probleme in den Kindergarten und Mama wieder arbeiten. Der Haushalt sieht immer perfekt aus usw… Ähm, ja irgendwie beschreibe ich grad so eine Barbie-Familie oder? Wir neigen so schnell dazu uns mit anderen zu vergleichen und dann picken wir uns das raus was bei uns schief läuft und bei anderen anscheinend so perfekt.  So, jetzt ist der Druck da! Warum krieg ich das nicht hin?Warum sehe ich nicht perfekt aus, habe einen sauberen Haushalt, ein wohlerzogenes braves Kind, ein spannendes Sexualleben und eine Karriere in meinem Traumberuf?  Ernsthaft? Wer hat das wirklich?  Wie unsere Erziehung uns prägt Woher kommt es, dass wir „perfekt“ sein wollen?  Eigentlich – meine Meinung – wollen wir doch „glücklich“ sein oder? Als Kind haben wir mindestens eine Bezugsperson. Wir sind abhängig von ihr, körperlich sowie psychisch. Sehr schnell fangen wir an eine eigene Persönlichkeit zu entwickeln, die Umgebung mit allen Sinnen zu erforschen und spielerisch zu lernen.  Was die Bezugsperson sehr schnell tut: Grenzen und Regeln beibringen, oft leider willkürlich. Viele unserer Eltern machen das auch nicht mit Absicht. Da schwingen die eigenen Ängste und Sorgen mit. Wir wollen alle nur das Beste für unsere Kinder! Je nachdem wie wir erzogen wurden sagt uns unser „Bauchgefühl“ wie wir unsere Kinder erziehen.  Als Kind und Jugendlicher wurden wir von den Menschen um uns herum bereits maßgeblich beeinflusst. Wir haben versucht nachzuahmen, irgendwann auch uns untereinander zu messen. Lob tut gut, gewinnen ist toll, der Beste in etwas zu sein machte mich kurzzeitig glücklich! In meiner Familie schwang für mich immer mit, dass ich irgendwie falsch bin und gute Noten haben muss oder dünn sein muss um später/in der Zukunft etwas zu werden. Gesagt wurde mir nur letzteres mit den Noten und der Figur.  Bestimmtes Verhalten oder Gefühle wurden nicht gerne gesehen. Wut sollte verdrängt werden indem ich auf mein Zimmer geschickt wurde (das kam mit der Zeit immer seltener vor) Ich war ein sehr schüchternes und ruhiges Kind, achja und immer lieb…  Aber als Jugendliche konnte ich keine Verantwortung übernehmen und war schlecht in der Schule. Ich konnte mir bestimmte Sachen nicht merken und war faul sowie chaotisch. Ich habe versucht mich anzupassen, mich immer weiter zurückgezogen, Gefühle verdrängt.  Meine Eltern haben mich also tief geprägt und ich habe den Eindruck gewonnen falsch zu sein. Das habe ich später als Mutter immer noch geglaubt. Ich hatte also ständig das Gefühl ich sei eine schlechte Mutter – ich könne meinem Kind nicht helfen, obwohl ich mich schon aufopferte und immer mein Bestes gab. Ich dachte ich wäre ein Versager. In Wirklichkeit kamen diese ganzen Annahmen aus meiner eigenen Erziehung. Weil ich nicht so angenommen wurde wie ich war. Der Frust war groß, weil ich es einfach nicht schaffte perfekt zu sein. Und nein, ich bin immer noch nicht perfekt und vielleicht auch keine gute Mutter. Ist das wichtig? Der Traum wird Realität Bei mir sieht es immer aus wie bei Hempels unterm Sofa – stört übrigens keinen Besuch mehr seit ich das Thema losgelassen habe. (Oder sie sind so höflich und sagen nichts, hihi) Meine Tochter ist hochsensibel – wie ich – und geht nicht in den Kindergarten, aber dadurch bekomme ich sämtliche Entwicklungsschritte zu Hause mit und sie ist durch diese Nähe gefühlt „braver“ als viele andere Kinder.  Die Beziehung zu meinem Mann ist eher auf das Wochenende reduziert, aber durch Zeitfenster in denen wir ausführlich reden und wunderschöne Ausflüge zu dritt habe ich keine Defizite mehr.  Mein Studium musste ich abbrechen, aber jetzt kann ich das tun was ich mich sonst nie getraut hätte: Ein eigenes Online-Business mit meinem Herzensthema aufbauen.  Und ich mag meinen Körper wie er ist. Mag ich etwas nicht, dann stelle ich was um! Derzeit verzichte zum Beispiel auf Süßigkeiten und mache mehr Sport. Schon fühle ich mich besser.  Mein Leben ist alles andere als perfekt, aber ich bin glücklich und ich bin richtig so wie ich bin! Meine Tochter zeigt mir sehr deutlich wenn ich mich gerade daneben benommen habe – also in dem Moment eine doofe Mama war – aber so schnell sie sauer und frustriert ist, so schnell vergibt sie mir auch wieder. Und ich entschuldige mich für meine Wutausbrüche, die echt nie was mit meiner Tochter zu tun haben.  Wir haben eine wunderbar starke Bindung aufgebaut in der wir doof sein dürfen, ja in der wir einfach sein dürfen.  Keine perfekte Mama, keine perfekte Tochter, aber eine richtige und ehrliche Beziehung.  Sei unperfekt mit mir Deine Julia Amelie Photo by Jon Flobrant on Unsplash

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Eines gleich zu Anfang: DU – ja genau DU – bist RICHTIG so wie DU bist!

Frisch geborene Mama

War ich aufgeregt, als ich Mama wurde. Mein Start war alles andere als schön: Nachzulesen im Beitrag Meine Traumgeburt, die zum Alptraum wurde

Aber egal wie du als Mama startest; niemand kann dich darauf vorbereiten, am allerwenigsten du selbst. 
Plötzlich ist da dieses kleine Würmchen, das Tag und Nacht körperliche Bedürfnisse hat und zusätzlich Geborgenheit, Sicherheit und Nähe braucht. 

Wir geraten da ziemlich schnell in der Schiene nicht mehr auf unsere Bedürfnisse zu achten, wenn wir nicht aufpassen. Auch dazu hatte ich bereits geschrieben: Warum Bedürfnisse missachten so eine schlechte Idee ist

Das gesamte Leben krempelt sich um. Unternehmungen werden anders, die Beziehung zum Partner ändert sich und am allerwichtigsten: Deine Persönlichkeit ändert sich mit. 

Denn du hast ein Neues Teil-Ich entwickelt: Mama sein!

Das kann wunderschön sein, aber auch sehr anstrengend und belastend.

Ich will eine perfekte Mama sein

Da geht es los! 

Jedes Schreien meines Kindes ist ja ein Hilferuf – natürlich muss ich irgendwie helfen. Wickeln, nachts da sein, am besten noch den Partner schonen, weil der geht ja arbeiten. Oder: Du bist alleinbegleitend und hast niemanden in der Nähe, der mal aushilft. Da fangen die ersten Stresssituationen an.

Bei den anderen sieht das doch so einfach aus. Die haben immer dieses perfekte niedliche Kind, das niemals schreit und bereits durchschläft! Dann mit dem Partner ins Kino und lecker essen, weil die Großeltern nichts lieber tun als mehrmals die Woche auf den Nachwuchs aufzupassen. Mit einem Jahr geht das Kind ohne Probleme in den Kindergarten und Mama wieder arbeiten. Der Haushalt sieht immer perfekt aus usw…

Ähm, ja irgendwie beschreibe ich grad so eine Barbie-Familie oder?

Wir neigen so schnell dazu uns mit anderen zu vergleichen und dann picken wir uns das raus was bei uns schief läuft und bei anderen anscheinend so perfekt. 

So, jetzt ist der Druck da! Warum krieg ich das nicht hin?
Warum sehe ich nicht perfekt aus, habe einen sauberen Haushalt, ein wohlerzogenes braves Kind, ein spannendes Sexualleben und eine Karriere in meinem Traumberuf? 

Ernsthaft? Wer hat das wirklich? 

Wie unsere Erziehung uns prägt

Woher kommt es, dass wir „perfekt“ sein wollen? 

Eigentlich – meine Meinung – wollen wir doch „glücklich“ sein oder?

Als Kind haben wir mindestens eine Bezugsperson. Wir sind abhängig von ihr, körperlich sowie psychisch. Sehr schnell fangen wir an eine eigene Persönlichkeit zu entwickeln, die Umgebung mit allen Sinnen zu erforschen und spielerisch zu lernen. 

Was die Bezugsperson sehr schnell tut: Grenzen und Regeln beibringen, oft leider willkürlich.

Viele unserer Eltern machen das auch nicht mit Absicht. Da schwingen die eigenen Ängste und Sorgen mit. Wir wollen alle nur das Beste für unsere Kinder!

Je nachdem wie wir erzogen wurden sagt uns unser „Bauchgefühl“ wie wir unsere Kinder erziehen. 

Als Kind und Jugendlicher wurden wir von den Menschen um uns herum bereits maßgeblich beeinflusst. Wir haben versucht nachzuahmen, irgendwann auch uns untereinander zu messen. Lob tut gut, gewinnen ist toll, der Beste in etwas zu sein machte mich kurzzeitig glücklich!

In meiner Familie schwang für mich immer mit, dass ich irgendwie falsch bin und gute Noten haben muss oder dünn sein muss um später/in der Zukunft etwas zu werden. Gesagt wurde mir nur letzteres mit den Noten und der Figur. 

Bestimmtes Verhalten oder Gefühle wurden nicht gerne gesehen. Wut sollte verdrängt werden indem ich auf mein Zimmer geschickt wurde (das kam mit der Zeit immer seltener vor)

Ich war ein sehr schüchternes und ruhiges Kind, achja und immer lieb… 

Aber als Jugendliche konnte ich keine Verantwortung übernehmen und war schlecht in der Schule. Ich konnte mir bestimmte Sachen nicht merken und war faul sowie chaotisch. 
Ich habe versucht mich anzupassen, mich immer weiter zurückgezogen, Gefühle verdrängt. 

Meine Eltern haben mich also tief geprägt und ich habe den Eindruck gewonnen falsch zu sein.

Das habe ich später als Mutter immer noch geglaubt.

Ich hatte also ständig das Gefühl ich sei eine schlechte Mutter – ich könne meinem Kind nicht helfen, obwohl ich mich schon aufopferte und immer mein Bestes gab. Ich dachte ich wäre ein Versager.

In Wirklichkeit kamen diese ganzen Annahmen aus meiner eigenen Erziehung. Weil ich nicht so angenommen wurde wie ich war. Der Frust war groß, weil ich es einfach nicht schaffte perfekt zu sein.

Und nein, ich bin immer noch nicht perfekt und vielleicht auch keine gute Mutter. Ist das wichtig?

Der Traum wird Realität

Bei mir sieht es immer aus wie bei Hempels unterm Sofa – stört übrigens keinen Besuch mehr seit ich das Thema losgelassen habe. (Oder sie sind so höflich und sagen nichts, hihi)

Meine Tochter ist hochsensibel – wie ich – und geht nicht in den Kindergarten, aber dadurch bekomme ich sämtliche Entwicklungsschritte zu Hause mit und sie ist durch diese Nähe gefühlt „braver“ als viele andere Kinder. 

Die Beziehung zu meinem Mann ist eher auf das Wochenende reduziert, aber durch Zeitfenster in denen wir ausführlich reden und wunderschöne Ausflüge zu dritt habe ich keine Defizite mehr. 

Mein Studium musste ich abbrechen, aber jetzt kann ich das tun was ich mich sonst nie getraut hätte: Ein eigenes Online-Business mit meinem Herzensthema aufbauen. 

Und ich mag meinen Körper wie er ist. Mag ich etwas nicht, dann stelle ich was um! Derzeit verzichte zum Beispiel auf Süßigkeiten und mache mehr Sport. Schon fühle ich mich besser. 

Mein Leben ist alles andere als perfekt, aber ich bin glücklich und ich bin richtig so wie ich bin!

Meine Tochter zeigt mir sehr deutlich wenn ich mich gerade daneben benommen habe – also in dem Moment eine doofe Mama war – aber so schnell sie sauer und frustriert ist, so schnell vergibt sie mir auch wieder. Und ich entschuldige mich für meine Wutausbrüche, die echt nie was mit meiner Tochter zu tun haben. 

Wir haben eine wunderbar starke Bindung aufgebaut in der wir doof sein dürfen, ja in der wir einfach sein dürfen. 

Keine perfekte Mama, keine perfekte Tochter, aber eine richtige und ehrliche Beziehung. 

Sei unperfekt mit mir 
Deine Julia Amelie

Photo by Jon Flobrant on Unsplash

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Warum es mich nervt, dass ein Kind später etwas werden muss! https://postnatalewelt.de/blog/2019/04/29/warum-es-mich-nervt-dass-ein-kind-spaeter-etwas-werden-muss/ https://postnatalewelt.de/blog/2019/04/29/warum-es-mich-nervt-dass-ein-kind-spaeter-etwas-werden-muss/#respond Mon, 29 Apr 2019 16:58:40 +0000 http://grossekleinefuesse.de/?p=305 "Wenn sie so weiterbastelt wird sie später bestimmt mal ein Ingenieursstudium beginnen ;-)"
... und so weiter und so fort - ich kann es nicht mehr hören!
Meine Tochter kann nicht einfach Kind sein, aus ihr muss ja was werden.

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“Wenn sie so weiterbastelt wird sie später bestimmt mal ein Ingenieursstudium beginnen ;-)”

“Sie spielt mit einer Werkbank? Dann wird sie später Mechanikerin!”

“So wie sie auf der Tastatur herumtippt wird sie garantiert IT studieren!”

… und so weiter und so fort – ich kann es nicht mehr hören!

Meine Tochter kann nicht einfach Kind sein, aus ihr muss ja was werden. Am besten ja noch ein Beruf, den sonst fast nur Männer ausüben. Sexismus hallo!? Jedes noch so kleine Talent oder Interesse wird aufgegriffen und wild hineininterpretiert, was sie später an Leistung erbringen kann und somit ein “wertvolles” Mitglied in der Gesellschaft wird.

Ich weiß genau was ich mir schon alles anhören musste, als ich klein war. In der Grundschule hatte ich in allen Fächern gut zu sein und mich natürlich für alles zu interessieren. Was war die Empörung meiner Oma riesig, als ich mich nicht für den Blutkreislauf begeistern konnte. In schwarz-weiß, in schlechter Qualität abgedruckt, sollte ich also irgendwas auswendig lernen, was sich in meinem Körper befand. Dabei schien draußen die Sonne und ich hätte ein Eis essen können.

Mathematik musste mir von meinem Vater “eingeprügelt” werden, nein er hat mich zum Glück nie geschlagen. Ein einziges Mal hat er vor Frust auf den Tisch gehauen, weil ich seinen Erklärungen einfach nicht folgen konnte. Meine Mutter hatte uns zusammengesetzt und das hat nicht funktioniert.

Als ich etwa 12 Jahre alt war wurde ich ständig gefragt was ich denn später mal werden wolle. “Keine Ahnung, weiß ich noch nicht…” war meine Antwort. Wieder Empörung – ich müsse doch einen Traum haben und meine Oma wusste das in ihrem Alter schließlich auch schon längst. Ich fing tatsächlich an mir irgendwas auszudenken, damit ich immer eine Antwort parat hatte; ich glaube ich wollte “Grundschullehrerin” werden.

In meiner Familie väterlicherseits sind alle Akademiker. Opa Professor, 1. Onkel Professor, 2. Onkel Doktor mit Auszeichnung, Oma hat zwar die drei Jungs groß gezogen, aber war trotzdem vorher an der Uni, Papa jetzt auch Professor. Dementsprechend herrschen aus dieser Richtung gewisse Leistungsansprüche. Ausbildung und Studium das nonplusultra – Wissen ist Macht! Alles im Leben ist zielführend und natürlich muss ein Plan da sein, was in der Zukunft getan wird. Und dann kommt da ein kleines verträumtes Mädchen daher, das in diese Vorstellungen so gar nicht reinpasst. Ich wollte einfach nur Kind sein dürfen, einfach leben und Spaß haben. Heute bin ich wohl das schwarze Schaf der Familie, eine Enttäuschung. Stört mich übrigens gar nicht mehr! 😉

Und jetzt kommen schon aus verschiedenen Richtungen diese Bemerkungen über die Zukunft und Verantwortungsvorwürfe gegenüber meiner Tochter! Sie ist verdammt nochmal nicht mal 3 Jahre alt! Sie lernt doch gerade erst sprechen! Wie soll sie sich denn normal entwickeln, wenn ich jetzt bereits anfange sie auf Teufel komm raus in irgendeine Richtung zu drängen und massiv zu fördern? Was bleibt ihr dann noch von ihrer befreiten Kindheit? Ich müsste ihr dann bestimmtes Spielzeug hinstellen und ihr nur noch ein Programm bieten, das darauf abgestimmt ist. Sie loben, strafen, ermahnen, schimpfen usw… Das ist doch kein Leben…das ist Manipulation!

Meine Tochter soll nicht werden – meine Tochter soll sein dürfen!

Was habe ich denn davon, wenn ich sie in meine Erwartungen reindrücke und damit ihre wahre Leidenschaft unterdrücke? Woher will ich dieses Wissen nehmen was das Beste für sie ist und womit sie nachher erfolgreich wird? Was ich wirklich für sie will? Natürlich, dass sie glücklich ist… aber die Zukunft kann ich doch nicht beeinflussen. Ich kann nur jetzt da sein! Sie lassen wie sie ist, sie begleiten, durch alle Gefühle und Lebenslagen. Ich kann ihr vorleben, dass ich glücklich bin und was ich sehe: Sie ist ebenso glücklich! Sie ist so ein wunderbarer Mensch und ich genieße diese tolle Bindung, die wir aufgebaut haben.

Um nichts in der Welt würde ich ihr irgendeine Zukunft aufpressen wollen, denn ich will sie weiterhin so erleben wie sie jetzt ist und wie sie sich weiterentwickelt!

Also hört bitte auf mit euren nervigen Sprüchen über Studium und Ausbildung und Berufen! Hört auf euch da einzumischen! Was meine Tochter später interessiert und macht – das ist ganz alleine ihre Entscheidung und ihr ganz persönlicher Weg! Da hat keiner – wirklich NIEMAND – dran herumzupfuschen!

Hui, das waren eine Menge Ausrufezeichen und vielleicht mal ein etwas explosiver Beitrag, aber das musste jetzt einfach raus! 😉

Möge der Shitstorm beginnen!
Deine Julia

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Gedicht einer zerrissenen Mutter https://postnatalewelt.de/blog/2019/04/08/gedicht-einer-zerrissenen-mutter/ https://postnatalewelt.de/blog/2019/04/08/gedicht-einer-zerrissenen-mutter/#respond Mon, 08 Apr 2019 19:07:28 +0000 http://grossekleinefuesse.de/?p=273 Kleines, verletzliches Kind,
hast Schlimmes erleben müssen,
ob verbaler Gegenwind
oder ungewolltes Küssen.

Deine Stimme ist verklungen,
dein Widerstand niedergerungen.

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Kleines, verletzliches Kind,
hast Schlimmes erleben müssen,
ob verbaler Gegenwind
oder ungewolltes Küssen.

Deine Stimme ist verklungen,
dein Widerstand niedergerungen.

Dein Vertrauen in dich ist verloren,
nur mühsam findest du Halt,
ein Fünkchen Hoffnung wird geboren,
ist die Welt noch so kalt.

Deine Eltern verständnislos,
es war doch nicht deine Absicht,
sie sind doch schon groß,
und du gehst gerade erst los.

Du brauchst Geborgenheit,
suchst Nähe und Sicherheit,
doch Stück für Stück,
ziehst du dich zurück.

Dann bist du selbst erwachsen,
dein erstes Kind wird geboren,

und alles zerbricht...

Plötzlich ist da Wut,
du weißt nicht warum,
Verzweiflung schürt die Glut
und Angst treibt dich um.

Alter Schmerz kommt hoch,
kontrolliert dich,
du fällst in ein Loch,
die Depression greift um sich.

Dein inneres Kind weint,
es versucht dich zu erreichen,
dein verschlossenes Herz zu erweichen,
denn ihr seid immer vereint.

Eine Hand greift nach dir,
zieht dich aus der Dunkelheit
und schenkt dir Geborgenheit.

Du blickst in dein Herz,
denn du hast dich selbst gerettet,
und all' der vergangene Schmerz,
wird in die Vergangenheit gebettet.

Du schließt dich in die Arme,
und verzeihst dir für die Wut,
ein weiterer Schritt ins Warme,
in dir keimen Hoffnung und Mut.

Du kannst loslassen...

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