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Schmerz verarbeiten Archive - Mama hat AuDHS https://postnatalewelt.de/blog/tag/schmerz-verarbeiten/ Mein Leben mit der Autismus & ADHS Kombi Wed, 16 Oct 2019 09:08:12 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.6.5 Von der Geburt zur Depression https://postnatalewelt.de/blog/2019/02/25/von-der-geburt-zur-depression/ https://postnatalewelt.de/blog/2019/02/25/von-der-geburt-zur-depression/#comments Mon, 25 Feb 2019 16:33:45 +0000 http://grossekleinefuesse.blog/?p=116 Ich hatte bereits von meiner schlimmen Geburt erzählt und hier geht die Geschichte nun weiter. Die ersten beiden Jahre mit meiner Tochter – kurz angeschnitten; ich lege den Fokus auf mich und wie es mir dabei erging. Auf dem Bild ist meine Tochter Emily etwa einen halben Tag alt und ich durfte sie das erste Mal stillen. Ich hatte ein wenig Angst, dass sie nicht gestillt werden möchte, aber ihre erste Flaschenmahlzeit war zum Glück kein Hindernis. Das Foto hat meine Mutter mit dem Smartphone aufgenommen, die diesen Moment total süß fand – ich war einfach noch voller Glückshormone. Diese lassen allerdings nach etwa 2-4 Tagen nach. Bereits am 2. Tag brüllte meine Tochter gefühlt stundenlang und egal was wir taten (stillen, tragen, wickeln) – sie ließ sich nicht beruhigen. Nach etwa 2 Stunden kam endlich eine Krankenschwester ins Zimmer und half uns; wir waren bereits total aufgelöst. Sie zeigte uns den Fliegergriff und dieser Tipp war Gold wert. Anscheinend hatte Emily sehr oft Probleme bei der Verdauung und nur so konnte sie entspannen. Das Schreien wurde mit den Wochen immer mehr und somit haben wir sie fast nur noch getragen. In der Tragetasche, im Fliegergriff und später hat sie fast ausschließlich auf dem Bauch auf uns drauf geschlafen. Teilweise durften wir uns nicht mal hinsetzen sonst wachte sie sofort auf und beschwerte sich. Es war eine unglaublich anstrengende Zeit für uns, die sich bis zum 2. Lebensjahr zog. Direkt nach der Geburt erzählte ich natürlich meiner Familie von meinen schlimmen Erlebnissen, aber irgendwie wurde das Thema immer so umgelenkt, dass ja alles gut ausgegangen sei. Emily sei gesund und ich sei ja auch fast wieder fit. Jetzt müssten wir eben schauen, dass wir alles für das Baby tun, nur mein Mann darf natürlich nicht die Arbeit vernachlässigen. Viele Mütter reagierten schockiert, aber sie hatten auch eigene Erlebnisse und Erfahrungen. In dieser Zeit fiel ich also in eine Art Verdrängung. Ich redete mir ein, dass die Geburt schon nicht so schlimm gewesen sei. Selbst eine Hebamme hatte mich schließlich als “Starke Frau” bezeichnet. Da ich die Zeit mit meiner Tochter unglaublich anstrengend empfand konzentrierte ich mich nur noch darauf. Meine eigenen Bedürfnisse wie Essen, Schlaf, Duschen, Entspannung usw. stellte ich hinten an. Und genau das brach irgendwann zusammen. Jeden Tag, wenn ich im Wohnzimmer mit Emily in der Tragetasche meine Kreise zog, blickte ich auf die Uhr und zählte die Minuten bis mein Mann nach Hause kommen würde und ich mich endlich hinsetzen konnte. Ich weiß nicht genau wann ich das erste Mal einen Wutanfall bekam. Jedenfalls wollte ich etwas erledigen und hatte Emily für 5 Minuten neben mir auf dem Sofa abgelegt und sie fing natürlich an zu brüllen. Ich rastete einfach aus und brüllte zurück bis ich nur noch weinend da saß. Von da an passierte mir das regelmäßig, ich hatte mich einfach nicht mehr unter Kontrolle. Ich war mit den Nerven am Ende und völlig überlastet. Ab und zu traute ich mich meine Mutter anzurufen und zum Glück kam sie dann für ein bis zwei Tage und half aus. Letztendlich ging es aber immer nur darum wie ich meine Tochter zufriedenstellen konnte; nicht mich. Sie akzeptierte keine abgepumpte Milch und damit war ich so sehr an zu Hause gebunden, dass ich nur mit ihr etwas unternehmen konnte, aber nie alleine. Draußen war sie schnell überreizt und meistens war ich die Mutter, die in irgendeiner Ecke mit der Tragetasche herumhüpfte, aber wirklich zum reden oder gemeinsam unternehmen bin ich selten gekommen. Ich vereinsamte sehr schnell und fing irgendwann an im Internet Blogs zu lesen und alles was ich zum Schlafen und Stillen von Babys in die Finger bekam. An sich habe ich einige wertvolle Informationen herausgefunden, aber letztendlich habe ich mich nie mit mir beschäftigt; dafür mit allem anderen, vorrangig mit Emily. Nach etwa einem halben Jahr erzählten mir die anderen Mütter aus meiner Gruppe, dass sie sich gar nicht mehr wirklich an die Geburtsschmerzen erinnern könnten. Ich wunderte mich darüber, weil ich alles haargenau nachempfinden konnte. Nach einem Jahr hatte sich das bei mir nicht geändert. Im Gegenteil; ich bekam Nervenzusammenbrüche und manchmal wünschte ich mir mein Kind wäre tot oder ich wäre tot. Das klingt schrecklich, ich weiß, aber in diesen Momenten war ich so am Ende, dass ich in meinem Kopf keine Lösungen mehr fand. Immer häufiger lag ich abends wach – obwohl ich den Schlaf dringend gebraucht hätte und die Erinnerungen an die Schmerzen bei der Geburt übermannten mich regelrecht. Teilweise weinte ich tagelang und hatte Alpträume. Nach 1 1/2 Jahren stand ich regelmäßig vor meinem Mann und war völlig verzweifelt. “Ich sehe keinen Sinn mehr in diesem Leben; ich habe keinen Bock mehr, ich will und kann nicht mehr!” So ungefähr waren meine Aussagen und ich begriff, dass ich mitten in den schlimmsten Depressionen steckte. Zum Glück bin ich ein Mensch der bei sowas irgendwann die Not erkennt und den Hebel zieht. So konnte und wollte ich nicht weitermachen! In meinem Umfeld bekamen das hauptsächlich nur mein Mann und sicher auch meine Tochter mit. Vor den anderen verschwieg ich das und zog mich sehr zurück oder wenn ich mal unterwegs war setzte ich ein Lächeln auf und behauptete krampfhaft es ginge schon irgendwie… Zum Glück hatte ich bereits einen Therapeuten, den ich erneut aufsuchen konnte und das nahm ich in Anspruch, auch wenn ich mich dafür erst überwinden musste. Immer noch versuchte ich mir einzureden, dass ich es nicht vielleicht doch alleine hinkriegen würde, weil es ja doch nicht so schlimm sei?! Darüber reden tat mir sehr gut und auch diesen Schmerz endlich mal zu verarbeiten. Über ein Jahr hatte ich nicht akzeptieren wollen was die Geburt mit mir angerichtet hat und die Verdrängung hat mir ein Trauma beschert. Richtig gelesen – Diagnose Trauma! Das hing erst mal wie ein riesiger Batzen über mir und ich wusste gar nichts damit anzufangen. Die Idee meines Therapeuten war eine Mutter-Kind-Kur oder auch ein spezieller Trauma-Therapeut. Ersteres wollte ich nicht in Anspruch nehmen, da ich las, dass bei einer Kur die Mütter von den Kindern getrennt werden. Das wollte ich nicht! Emily in einer Fremdbetreuung? Sie hat sich schon so unheimlich schwer getan, als ich anfing sie bei der Tagesmutter einzugewöhnen. Den Trauma-Therapeut behielt ich im Hinterkopf, aber erst wollte ich sehen wie weit ich durch reden kommen würde. Ich fing bewusst an hinzusehen, meine Geburt zu akzeptieren wie sie war und was mein Hauptproblem bei der Geburt war. Wo saß der eigentliche Schmerz? Ich erlaubte mir zu trauern und ich fand heraus, dass ich meine Tochter nach dem Kaiserschnitt einfach bei mir haben wollte. Diese 3 oder 4 Stunden, die ich von ihr getrennt wurde waren sehr schmerzhaft für mich. Es hat einige Monate gedauert bis ich zu dieser Erkenntnis kam, aber als ich sie hatte konnte ich sie endlich loslassen. Mittlerweile weiß ich zwar noch, dass ich schreckliche Schmerzen hatte, aber sie sind nicht mehr präsent. Ich muss zudem schreiben, dass eine Ärztin Gewalt an mir ausgeübt hat. Sie hat mich in die Einleitung reingeredet, hat mir bei den Muttermund-Untersuchungen mit den Fingern wehgetan und bei der Geburt hat sie mir die Entscheidung abgenommen mitzuhelfen. Sie hat mir ihren Arm in den Bauch gerammt und mir unvorstellbare Schmerzen zugefügt. Ich wollte das nicht! Im Nachhinein kann ich das ganz genau sagen, aber damals hat sie sich über mich hinweggesetzt. Ich weiß, dass ich kein Einzelfall bin. Vielen Frauen wird während und nach der Geburt Gewalt angetan und wenn sie sich beschweren, müssen sie sich zudem Sprüche anhören wie “Stellen Sie sich nicht so an! Hauptsache es geht dem Kind gut!”. Warum ist immer nur das Kind wichtig? Warum nicht auch wir Mütter? Wir müssen unsere Bedürfnisse nicht zurückstellen und alles über uns ergehen lassen! Wie viele von uns haben ein Trauma, weil sie ihre Erlebnisse verdrängen? Wie viele haben Depressionen und verstecken das vor anderen Menschen? Ich habe die Wende zum Glück geschafft! Letztes Jahr habe ich einen riesigen Schritt in Richtung Heilung unternommen, was ich ohne meinen Therapeuten und meinen Mann nie geschafft hätte. Ich weiß mittlerweile rechtzeitig wann ich Ruhe und eine Rückzugsmöglichkeit brauche, ich hole mir Unterstützung und Hilfe und ich achte viel mehr auf meine Bedürfnisse. Lange habe ich gebraucht, aber meine Wertschätzung für mich ist wieder da! Liebe Grüße Deine Julia Amelie

Der Beitrag Von der Geburt zur Depression erschien zuerst auf Mama hat AuDHS.

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Ich hatte bereits von meiner schlimmen Geburt erzählt und hier geht die Geschichte nun weiter. Die ersten beiden Jahre mit meiner Tochter – kurz angeschnitten; ich lege den Fokus auf mich und wie es mir dabei erging.

Auf dem Bild ist meine Tochter Emily etwa einen halben Tag alt und ich durfte sie das erste Mal stillen. Ich hatte ein wenig Angst, dass sie nicht gestillt werden möchte, aber ihre erste Flaschenmahlzeit war zum Glück kein Hindernis. Das Foto hat meine Mutter mit dem Smartphone aufgenommen, die diesen Moment total süß fand – ich war einfach noch voller Glückshormone.

Diese lassen allerdings nach etwa 2-4 Tagen nach. Bereits am 2. Tag brüllte meine Tochter gefühlt stundenlang und egal was wir taten (stillen, tragen, wickeln) – sie ließ sich nicht beruhigen. Nach etwa 2 Stunden kam endlich eine Krankenschwester ins Zimmer und half uns; wir waren bereits total aufgelöst. Sie zeigte uns den Fliegergriff und dieser Tipp war Gold wert. Anscheinend hatte Emily sehr oft Probleme bei der Verdauung und nur so konnte sie entspannen. Das Schreien wurde mit den Wochen immer mehr und somit haben wir sie fast nur noch getragen. In der Tragetasche, im Fliegergriff und später hat sie fast ausschließlich auf dem Bauch auf uns drauf geschlafen. Teilweise durften wir uns nicht mal hinsetzen sonst wachte sie sofort auf und beschwerte sich. Es war eine unglaublich anstrengende Zeit für uns, die sich bis zum 2. Lebensjahr zog.

Direkt nach der Geburt erzählte ich natürlich meiner Familie von meinen schlimmen Erlebnissen, aber irgendwie wurde das Thema immer so umgelenkt, dass ja alles gut ausgegangen sei. Emily sei gesund und ich sei ja auch fast wieder fit. Jetzt müssten wir eben schauen, dass wir alles für das Baby tun, nur mein Mann darf natürlich nicht die Arbeit vernachlässigen. Viele Mütter reagierten schockiert, aber sie hatten auch eigene Erlebnisse und Erfahrungen. In dieser Zeit fiel ich also in eine Art Verdrängung. Ich redete mir ein, dass die Geburt schon nicht so schlimm gewesen sei. Selbst eine Hebamme hatte mich schließlich als “Starke Frau” bezeichnet. Da ich die Zeit mit meiner Tochter unglaublich anstrengend empfand konzentrierte ich mich nur noch darauf. Meine eigenen Bedürfnisse wie Essen, Schlaf, Duschen, Entspannung usw. stellte ich hinten an. Und genau das brach irgendwann zusammen. Jeden Tag, wenn ich im Wohnzimmer mit Emily in der Tragetasche meine Kreise zog, blickte ich auf die Uhr und zählte die Minuten bis mein Mann nach Hause kommen würde und ich mich endlich hinsetzen konnte. Ich weiß nicht genau wann ich das erste Mal einen Wutanfall bekam. Jedenfalls wollte ich etwas erledigen und hatte Emily für 5 Minuten neben mir auf dem Sofa abgelegt und sie fing natürlich an zu brüllen. Ich rastete einfach aus und brüllte zurück bis ich nur noch weinend da saß. Von da an passierte mir das regelmäßig, ich hatte mich einfach nicht mehr unter Kontrolle. Ich war mit den Nerven am Ende und völlig überlastet. Ab und zu traute ich mich meine Mutter anzurufen und zum Glück kam sie dann für ein bis zwei Tage und half aus. Letztendlich ging es aber immer nur darum wie ich meine Tochter zufriedenstellen konnte; nicht mich. Sie akzeptierte keine abgepumpte Milch und damit war ich so sehr an zu Hause gebunden, dass ich nur mit ihr etwas unternehmen konnte, aber nie alleine. Draußen war sie schnell überreizt und meistens war ich die Mutter, die in irgendeiner Ecke mit der Tragetasche herumhüpfte, aber wirklich zum reden oder gemeinsam unternehmen bin ich selten gekommen. Ich vereinsamte sehr schnell und fing irgendwann an im Internet Blogs zu lesen und alles was ich zum Schlafen und Stillen von Babys in die Finger bekam. An sich habe ich einige wertvolle Informationen herausgefunden, aber letztendlich habe ich mich nie mit mir beschäftigt; dafür mit allem anderen, vorrangig mit Emily. Nach etwa einem halben Jahr erzählten mir die anderen Mütter aus meiner Gruppe, dass sie sich gar nicht mehr wirklich an die Geburtsschmerzen erinnern könnten. Ich wunderte mich darüber, weil ich alles haargenau nachempfinden konnte. Nach einem Jahr hatte sich das bei mir nicht geändert. Im Gegenteil; ich bekam Nervenzusammenbrüche und manchmal wünschte ich mir mein Kind wäre tot oder ich wäre tot. Das klingt schrecklich, ich weiß, aber in diesen Momenten war ich so am Ende, dass ich in meinem Kopf keine Lösungen mehr fand. Immer häufiger lag ich abends wach – obwohl ich den Schlaf dringend gebraucht hätte und die Erinnerungen an die Schmerzen bei der Geburt übermannten mich regelrecht. Teilweise weinte ich tagelang und hatte Alpträume. Nach 1 1/2 Jahren stand ich regelmäßig vor meinem Mann und war völlig verzweifelt. “Ich sehe keinen Sinn mehr in diesem Leben; ich habe keinen Bock mehr, ich will und kann nicht mehr!” So ungefähr waren meine Aussagen und ich begriff, dass ich mitten in den schlimmsten Depressionen steckte. Zum Glück bin ich ein Mensch der bei sowas irgendwann die Not erkennt und den Hebel zieht. So konnte und wollte ich nicht weitermachen! In meinem Umfeld bekamen das hauptsächlich nur mein Mann und sicher auch meine Tochter mit. Vor den anderen verschwieg ich das und zog mich sehr zurück oder wenn ich mal unterwegs war setzte ich ein Lächeln auf und behauptete krampfhaft es ginge schon irgendwie…

Zum Glück hatte ich bereits einen Therapeuten, den ich erneut aufsuchen konnte und das nahm ich in Anspruch, auch wenn ich mich dafür erst überwinden musste. Immer noch versuchte ich mir einzureden, dass ich es nicht vielleicht doch alleine hinkriegen würde, weil es ja doch nicht so schlimm sei?! Darüber reden tat mir sehr gut und auch diesen Schmerz endlich mal zu verarbeiten. Über ein Jahr hatte ich nicht akzeptieren wollen was die Geburt mit mir angerichtet hat und die Verdrängung hat mir ein Trauma beschert. Richtig gelesen – Diagnose Trauma! Das hing erst mal wie ein riesiger Batzen über mir und ich wusste gar nichts damit anzufangen. Die Idee meines Therapeuten war eine Mutter-Kind-Kur oder auch ein spezieller Trauma-Therapeut. Ersteres wollte ich nicht in Anspruch nehmen, da ich las, dass bei einer Kur die Mütter von den Kindern getrennt werden. Das wollte ich nicht! Emily in einer Fremdbetreuung? Sie hat sich schon so unheimlich schwer getan, als ich anfing sie bei der Tagesmutter einzugewöhnen. Den Trauma-Therapeut behielt ich im Hinterkopf, aber erst wollte ich sehen wie weit ich durch reden kommen würde. Ich fing bewusst an hinzusehen, meine Geburt zu akzeptieren wie sie war und was mein Hauptproblem bei der Geburt war. Wo saß der eigentliche Schmerz? Ich erlaubte mir zu trauern und ich fand heraus, dass ich meine Tochter nach dem Kaiserschnitt einfach bei mir haben wollte. Diese 3 oder 4 Stunden, die ich von ihr getrennt wurde waren sehr schmerzhaft für mich. Es hat einige Monate gedauert bis ich zu dieser Erkenntnis kam, aber als ich sie hatte konnte ich sie endlich loslassen.

Mittlerweile weiß ich zwar noch, dass ich schreckliche Schmerzen hatte, aber sie sind nicht mehr präsent. Ich muss zudem schreiben, dass eine Ärztin Gewalt an mir ausgeübt hat. Sie hat mich in die Einleitung reingeredet, hat mir bei den Muttermund-Untersuchungen mit den Fingern wehgetan und bei der Geburt hat sie mir die Entscheidung abgenommen mitzuhelfen. Sie hat mir ihren Arm in den Bauch gerammt und mir unvorstellbare Schmerzen zugefügt. Ich wollte das nicht! Im Nachhinein kann ich das ganz genau sagen, aber damals hat sie sich über mich hinweggesetzt. Ich weiß, dass ich kein Einzelfall bin. Vielen Frauen wird während und nach der Geburt Gewalt angetan und wenn sie sich beschweren, müssen sie sich zudem Sprüche anhören wie “Stellen Sie sich nicht so an! Hauptsache es geht dem Kind gut!”.

Warum ist immer nur das Kind wichtig? Warum nicht auch wir Mütter? Wir müssen unsere Bedürfnisse nicht zurückstellen und alles über uns ergehen lassen! Wie viele von uns haben ein Trauma, weil sie ihre Erlebnisse verdrängen? Wie viele haben Depressionen und verstecken das vor anderen Menschen?

Ich habe die Wende zum Glück geschafft! Letztes Jahr habe ich einen riesigen Schritt in Richtung Heilung unternommen, was ich ohne meinen Therapeuten und meinen Mann nie geschafft hätte. Ich weiß mittlerweile rechtzeitig wann ich Ruhe und eine Rückzugsmöglichkeit brauche, ich hole mir Unterstützung und Hilfe und ich achte viel mehr auf meine Bedürfnisse. Lange habe ich gebraucht, aber meine Wertschätzung für mich ist wieder da!

Liebe Grüße
Deine Julia Amelie

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Warum auch die sogenannten negativen Gefühle unglaublich wichtig sind! https://postnatalewelt.de/blog/2018/07/23/warum-auch-die-sogenannten-negativen-gefuehle-unglaublich-wichtig-sind/ https://postnatalewelt.de/blog/2018/07/23/warum-auch-die-sogenannten-negativen-gefuehle-unglaublich-wichtig-sind/#respond Mon, 23 Jul 2018 17:01:05 +0000 https://grossekleinefuesse.wordpress.com/?p=64 Ich bin zur Zeit unglaublich viel am reflektieren und arbeite an mir selbst und daher beschäftige ich mich – manchmal natürlich auch ungewollt – mit “negativen” Gefühlen. Welche Gefühle werden als negativ betitelt und warum? Scham  Scham entsteht immer dann, wenn uns eine Situation unangenehm und peinlich ist. Manchmal entsteht sogar die sogenannte Fremdscham. Sehen wir andere Personen in peinlichen Situationen ruft es in uns ebenfalls Gefühle wie Scham hervor, andere fangen an zu lachen um das zu kompensieren. Betrachten wir uns das Gefühl genauer ist die Scham sehr sehr individuell und entwickelt sich oft noch weiter ins Negative. Mir persönlich wäre es unglaublich peinlich wenn ich nackt auf die Straße gehen würde. Warum? Ich habe Probleme mit meinem Körper und möchte mir nicht vorstellen was die Leute sagen würden, wie sie gucken – ich interpretiere einfach jetzt schon unglaublich viel rein. Daraus könnten weitere Gefühle wie Angst und Schuldgefühle entstehen, bis hin zu einer Depression. Würden wir uns allerdings nicht schämen, dann würde unser Miteinander nicht mehr funktionieren. Ich bin ehrlich gesagt froh, dass im Sommer nicht alle Menschen nackt herumlaufen, in der Öffentlichkeit ihre Sexualität ausleben, ihre Ausscheidungen überall hinterlassen usw.. Ich denke solange die Scham vorhanden ist, aber nicht ins Extreme fällt, hilft sie uns in der Gesellschaft zu leben. Schuld Schuld möchte ich immer mit Verantwortung in Verbindung bringen. Schuld entsteht immer dann wenn ein Fehler passiert ist und dann die Frage aufkommt wer Schuld an dem Fehler trägt, also wer die Verantwortung dafür trägt. Ich habe vor Jahren auf meinen kleinen Bruder aufgepasst, als meine Eltern abends weg waren. Mir wurde also die Verantwortung übertragen ihn ins Bett zu bringen und dafür zu sorgen, dass er nicht alleine ist und ihm nichts passiert. Nun hatte ich vergessen vor sein Hochbett eine Klappmatratze und Kissen auszulegen, weil bekannt war, dass er sich im Schlaf ab und zu hingesetzt und danach zur Seite umgefallen ist. Bis dahin war er nie aus dem Bett gefallen; an diesem Abend schon. Er ist auf den Kopf gefallen und musste auf die Intensivstation. Ein Haarnadelriss wurde im Schädel entdeckt und ich habe mir jahrelang Schuldvorwürfe gemacht, dass ich diese blöde Matratze vergessen habe! Negativ wird die Schuld dann, wenn wir unseren Fehler selbst nicht eingestehen, wenn wir uns für Fehler nicht verzeihen und daraus lernen oder die Schuld und damit die Verantwortung auf andere Menschen abschieben. Dabei sind Fehler wirklich wichtig um Erfahrungen zu sammeln und uns weiterzuentwickeln! Ich habe aus der Geschichte mit meinem Bruder gelernt mit meiner Verantwortung umzugehen, wenn ich auf einen kleinen Menschen aufpasse und ich habe mir den Fehler verziehen. Es war schließlich nie meine Absicht ihn zu verletzen! Angst Angst ist etwas gemeines, aber hilfreiches und ist auch hier sehr individuell. Das Unbekannte ist das womit Horrorfilme zum Beispiel oft den Nervenkitzel hervorrufen. Die Musik, die Dunkelheit, alles macht uns weiß, dass etwas Gefährliches da ist, aber das Schlimme ist daran, dass wir nicht wissen was. Wir stellen uns in unserer Fantasie alles mögliche vor und am Ende wenn es sich endlich offenbart ist der Schreckmoment meist vorbei und es ist gar nicht mehr so schlimm. Angst vor dem Tod kommt auch oft daher, dass wir nicht wissen was passiert. Sind die Schmerzen schlimm? Müssen wir leiden? Verlustängste, dass ein geliebter Mensch nicht mehr bei uns ist. Dazu kommen viele Phobien, bei denen extreme Angst bis hin zur Panik eine Rolle spielen. Das positive an der Angst ist, dass sie uns davon abhält in dunkle Gassen zu gehen oder in einen Tigerkäfig zu klettern. Sie hilft uns ganz einfach zu überleben und vorsichtiger durch den Alltag zu gehen. Ich habe ziemlich Höhenangst und trotzdem fahre ich total gerne Achterbahnen, weil es Spaß macht und ich angeschnallt bin. Wenn die Sicherheit fehlt kommt die Angst. Trauer Trauer und Enttäuschung kennt sicher jeder gut. Wenn wir einen geliebten Menschen verlieren oder sich ein Traum nicht erfüllt. Ich trauere immer noch, weil ich meine kleine Tochter nicht selber gebären konnte, sondern ein Notfallkaiserschnitt durchgeführt werden musste. Ich hätte sie unheimlich gerne direkt nach der Geburt auf meiner Brust liegen gehabt und sie gestillt. Die dreistündige Trennung war unglaublich schwer für mich. Unverarbeitete Trauer kann zu einem Trauma und Depressionen führen, aber oft ist es die Angst vor dem Schmerz, die uns daran hindert das Gefühl der Trauer völlig frei zuzulassen. Sich zuzugestehen, dass es einem nicht gut geht, zu weinen und den Schmerz anzunehmen ist manchmal eine sehr große Überwindung. Oft wird in der Gesellschaft nicht anerkannt, wie schwer eine Situation für uns war und es wird nur erwartet, dass wir funktionieren. Der unverarbeitete Schmerz kann uns ganz schnell in Notsituationen bringen und uns überfordern. Dann entstehen die Wutausbrüche: Wut Wut ist der letzte Kanal den unser Gehirn verwendet um uns zu zeigen, dass etwas nicht in Ordnung ist und wir nicht mehr wissen, was wir tun sollen. Schreien, schlagen, Sachen zerstören, die Wut sucht sich in der Handlung ein Ventil. Leider wird die Wut dabei oft an anderen Menschen ausgelassen und am ehesten trifft es die, die uns am nächsten stehen. Besonders Kinder trifft es am meisten. Ich gebe zu, dass ich auch schon meine Tochter angebrüllt habe, weil ich einfach nicht wusste was sie mir mit ihrem stundenlangen Gebrüll sagen will. Dabei war sie sicher zu diesem Zeitpunkt selber in Not geraten. Anschließend entschuldige ich mich jedes Mal bei ihr und erkläre ihr warum ich das getan habe. Vor allem sage ich ihr, dass es mein Problem ist und sie nicht daran Schuld ist. Ich bin dabei meine Angst und meine Trauer genau zu reflektieren, um es überhaupt nicht mehr zu Situationen kommen zu lassen, in denen ich andere anbrülle. Wenn ich merke, dass mir gerade alles zu viel ist und nicht genügend Bedürfnisse meinerseits erfüllt sind, dann ziehe ich mich sofort zurück, schreie in mein Kissen oder schlage auf etwas weiches ein. Es gibt der Wut einen harmlosen Kanal und ich schade damit niemandem. Sport mache ich auch gerne um die Aggressionen rauszulassen, nur kann ich nicht einfach mit dem Fahrrad wegfahren wenn meine Tochter mich gerade braucht. Alles in allem sind diese Emotionen eng miteinander verflochten und rufen mal mehr oder weniger Handlungen in uns hervor, die wir nachher so nicht haben wollten. Aber warum ist das eigentlich schlecht? Die negativen Gefühle lassen uns doch schreckliche Dinge verarbeiten und uns besser kennenlernen. Sofern wir die Emotionen zulassen, annehmen und uns nicht zusätzlich dafür fertigmachen oder anderen schaden haben sie ein riesiges Entwicklungspotenzial und es kann nur Gutes daraus entstehen. Ein bisschen stelle ich mir das wie ein Waldbrand vor. Mein Traum von der perfekten Geburt meiner Tochter ist verbrannt, aber die Erde für eine starke Bindung ist trotzdem vorhanden und die Pflanze wächst und gedeiht wie ich es vorher nicht für möglich gehalten habe. Es ist völlig ok diese Emotionen zu haben: Nutze Deine “negativen” Gefühle und lass Schönes daraus entstehen – Du wirst sehen – es lohnt sich! Deine Julia Amelie

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Ich bin zur Zeit unglaublich viel am reflektieren und arbeite an mir selbst und daher beschäftige ich mich – manchmal natürlich auch ungewollt – mit “negativen” Gefühlen.

Welche Gefühle werden als negativ betitelt und warum?

Scham 

Scham entsteht immer dann, wenn uns eine Situation unangenehm und peinlich ist. Manchmal entsteht sogar die sogenannte Fremdscham. Sehen wir andere Personen in peinlichen Situationen ruft es in uns ebenfalls Gefühle wie Scham hervor, andere fangen an zu lachen um das zu kompensieren. Betrachten wir uns das Gefühl genauer ist die Scham sehr sehr individuell und entwickelt sich oft noch weiter ins Negative. Mir persönlich wäre es unglaublich peinlich wenn ich nackt auf die Straße gehen würde. Warum? Ich habe Probleme mit meinem Körper und möchte mir nicht vorstellen was die Leute sagen würden, wie sie gucken – ich interpretiere einfach jetzt schon unglaublich viel rein. Daraus könnten weitere Gefühle wie Angst und Schuldgefühle entstehen, bis hin zu einer Depression. Würden wir uns allerdings nicht schämen, dann würde unser Miteinander nicht mehr funktionieren. Ich bin ehrlich gesagt froh, dass im Sommer nicht alle Menschen nackt herumlaufen, in der Öffentlichkeit ihre Sexualität ausleben, ihre Ausscheidungen überall hinterlassen usw.. Ich denke solange die Scham vorhanden ist, aber nicht ins Extreme fällt, hilft sie uns in der Gesellschaft zu leben.

Schuld

Schuld möchte ich immer mit Verantwortung in Verbindung bringen. Schuld entsteht immer dann wenn ein Fehler passiert ist und dann die Frage aufkommt wer Schuld an dem Fehler trägt, also wer die Verantwortung dafür trägt. Ich habe vor Jahren auf meinen kleinen Bruder aufgepasst, als meine Eltern abends weg waren. Mir wurde also die Verantwortung übertragen ihn ins Bett zu bringen und dafür zu sorgen, dass er nicht alleine ist und ihm nichts passiert. Nun hatte ich vergessen vor sein Hochbett eine Klappmatratze und Kissen auszulegen, weil bekannt war, dass er sich im Schlaf ab und zu hingesetzt und danach zur Seite umgefallen ist. Bis dahin war er nie aus dem Bett gefallen; an diesem Abend schon. Er ist auf den Kopf gefallen und musste auf die Intensivstation. Ein Haarnadelriss wurde im Schädel entdeckt und ich habe mir jahrelang Schuldvorwürfe gemacht, dass ich diese blöde Matratze vergessen habe! Negativ wird die Schuld dann, wenn wir unseren Fehler selbst nicht eingestehen, wenn wir uns für Fehler nicht verzeihen und daraus lernen oder die Schuld und damit die Verantwortung auf andere Menschen abschieben. Dabei sind Fehler wirklich wichtig um Erfahrungen zu sammeln und uns weiterzuentwickeln! Ich habe aus der Geschichte mit meinem Bruder gelernt mit meiner Verantwortung umzugehen, wenn ich auf einen kleinen Menschen aufpasse und ich habe mir den Fehler verziehen. Es war schließlich nie meine Absicht ihn zu verletzen!

Angst

Angst ist etwas gemeines, aber hilfreiches und ist auch hier sehr individuell. Das Unbekannte ist das womit Horrorfilme zum Beispiel oft den Nervenkitzel hervorrufen. Die Musik, die Dunkelheit, alles macht uns weiß, dass etwas Gefährliches da ist, aber das Schlimme ist daran, dass wir nicht wissen was. Wir stellen uns in unserer Fantasie alles mögliche vor und am Ende wenn es sich endlich offenbart ist der Schreckmoment meist vorbei und es ist gar nicht mehr so schlimm. Angst vor dem Tod kommt auch oft daher, dass wir nicht wissen was passiert. Sind die Schmerzen schlimm? Müssen wir leiden? Verlustängste, dass ein geliebter Mensch nicht mehr bei uns ist. Dazu kommen viele Phobien, bei denen extreme Angst bis hin zur Panik eine Rolle spielen. Das positive an der Angst ist, dass sie uns davon abhält in dunkle Gassen zu gehen oder in einen Tigerkäfig zu klettern. Sie hilft uns ganz einfach zu überleben und vorsichtiger durch den Alltag zu gehen. Ich habe ziemlich Höhenangst und trotzdem fahre ich total gerne Achterbahnen, weil es Spaß macht und ich angeschnallt bin. Wenn die Sicherheit fehlt kommt die Angst.

Trauer

Trauer und Enttäuschung kennt sicher jeder gut. Wenn wir einen geliebten Menschen verlieren oder sich ein Traum nicht erfüllt. Ich trauere immer noch, weil ich meine kleine Tochter nicht selber gebären konnte, sondern ein Notfallkaiserschnitt durchgeführt werden musste. Ich hätte sie unheimlich gerne direkt nach der Geburt auf meiner Brust liegen gehabt und sie gestillt. Die dreistündige Trennung war unglaublich schwer für mich. Unverarbeitete Trauer kann zu einem Trauma und Depressionen führen, aber oft ist es die Angst vor dem Schmerz, die uns daran hindert das Gefühl der Trauer völlig frei zuzulassen. Sich zuzugestehen, dass es einem nicht gut geht, zu weinen und den Schmerz anzunehmen ist manchmal eine sehr große Überwindung. Oft wird in der Gesellschaft nicht anerkannt, wie schwer eine Situation für uns war und es wird nur erwartet, dass wir funktionieren. Der unverarbeitete Schmerz kann uns ganz schnell in Notsituationen bringen und uns überfordern. Dann entstehen die Wutausbrüche:

Wut

Wut ist der letzte Kanal den unser Gehirn verwendet um uns zu zeigen, dass etwas nicht in Ordnung ist und wir nicht mehr wissen, was wir tun sollen. Schreien, schlagen, Sachen zerstören, die Wut sucht sich in der Handlung ein Ventil. Leider wird die Wut dabei oft an anderen Menschen ausgelassen und am ehesten trifft es die, die uns am nächsten stehen. Besonders Kinder trifft es am meisten. Ich gebe zu, dass ich auch schon meine Tochter angebrüllt habe, weil ich einfach nicht wusste was sie mir mit ihrem stundenlangen Gebrüll sagen will. Dabei war sie sicher zu diesem Zeitpunkt selber in Not geraten. Anschließend entschuldige ich mich jedes Mal bei ihr und erkläre ihr warum ich das getan habe. Vor allem sage ich ihr, dass es mein Problem ist und sie nicht daran Schuld ist. Ich bin dabei meine Angst und meine Trauer genau zu reflektieren, um es überhaupt nicht mehr zu Situationen kommen zu lassen, in denen ich andere anbrülle. Wenn ich merke, dass mir gerade alles zu viel ist und nicht genügend Bedürfnisse meinerseits erfüllt sind, dann ziehe ich mich sofort zurück, schreie in mein Kissen oder schlage auf etwas weiches ein. Es gibt der Wut einen harmlosen Kanal und ich schade damit niemandem. Sport mache ich auch gerne um die Aggressionen rauszulassen, nur kann ich nicht einfach mit dem Fahrrad wegfahren wenn meine Tochter mich gerade braucht.

Alles in allem sind diese Emotionen eng miteinander verflochten und rufen mal mehr oder weniger Handlungen in uns hervor, die wir nachher so nicht haben wollten. Aber warum ist das eigentlich schlecht? Die negativen Gefühle lassen uns doch schreckliche Dinge verarbeiten und uns besser kennenlernen. Sofern wir die Emotionen zulassen, annehmen und uns nicht zusätzlich dafür fertigmachen oder anderen schaden haben sie ein riesiges Entwicklungspotenzial und es kann nur Gutes daraus entstehen. Ein bisschen stelle ich mir das wie ein Waldbrand vor. Mein Traum von der perfekten Geburt meiner Tochter ist verbrannt, aber die Erde für eine starke Bindung ist trotzdem vorhanden und die Pflanze wächst und gedeiht wie ich es vorher nicht für möglich gehalten habe.

Es ist völlig ok diese Emotionen zu haben: Nutze Deine “negativen” Gefühle und lass Schönes daraus entstehen – Du wirst sehen – es lohnt sich!

Deine Julia Amelie

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